TORF FREI: TdRF2023
Der Weg zu nachhaltigen, regionalen, torffreien Pflanzsubstraten für den Erwerbs- und Hobbygartenbau
Projektkoordinator: BEST - Bioenergery and Sustainable Technologies GmbH
Finanzierungspartner: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft
Laufzeit: 29.03.2024 - 31.03.2027
Projektpartner: Forschungseinrichtungen BEST und BOKU, Versuchsanstalt Wies, Gartenbauschule Langenlois, Brantner green solutions, Natur im Garten GmbH
Projektbeschreibung:
Die Reduktion der Verwendung von Torf ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und zur Erreichung der Renaturierungsziele der EU. Torf hat als Hauptbestandteil von gärtnerischen Substraten eine lange Tradition. Nach dem Abbau von Torf wird der gebundene Kohlenstoff jedoch innerhalb von wenigen Jahren zu CO2 mineralisiert, sodass alleine durch die gärtnerische Torfnutzung in Europa jährlich ca. 7 Mio. t CO2-e emittiert werden. Die hohe Dringlichkeit der Reduktion von CO2-Emissionen muss daher auch die Produktion von torffreien Pflanzsubstraten für den Gartenbau einbeziehen. Weiters ist die Erhaltung der Ökosysteme Moore und Feuchtwiesen ein erklärtes Ziel der Europäischen Union.
Im Rahmen des Projektes TORFFREI sollen durch die Kooperation von Forschung, Herstellern und Anwendern neue Pflanzsubstrate für den Einsatz im Hobby- und Profi-Gartenbau, ohne Beimischung von Torf, getestet und entwickelt werden. Hierbei werden neben den pflanzenbaulichen Eigenschaften auch die Ökobilanz der verwendeten Torfersatzstoffe und Substrate berücksichtigt, um ein nachhaltiges, zukunftsträchtiges, regionales und torffreies Pflanzsubstrat für den Gartenbau zu präsentieren.
Das Projekt TORFFREI zielt darauf ab, die Importmengen an Torf zu reduzieren und den rund 1400 Betrieben in Österreich neue Möglichkeiten zur Anzucht mit torffreien Substraten aufzuzeigen. Ein wichtiges Anliegen der Kooperationspartner ist es, bei der Untersuchung von Torfersatzstoffen und der Weiterentwicklung von Substraten praxisorientiert zu arbeiten.
Erklärtes Ziel ist es, gemeinsam mit der Branche einen Weg zur Anwendung torffreier Substrate zu finden, der akzeptanzfähig für die Betriebe und ihre KundInnen ist.
Eine Vielzahl möglicher Torfersatzstoffe, wie Hydrogel oder Pflanzenkohle, werden im Rahmen von Laborversuchen einzeln oder in Mischungen geprüft. Basierend auf diesen Ergebnissen werden Substrat-Mischungen für Pflanzversuche im Glashaus, sowie im Freiland hergestellt und getestet. An 2 Standorten (Langenlois, und Jedlersdorf in Wien) werden Freilandversuche durchgeführt und an 2 Standorten (Langenlois und Wies) finden Glashausversuche statt. Bei den Pflanzversuchen sind die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung dieser Versuche ein essenzieller Bestandteil. Die Auswahl der Substrate wird durch Nachhaltigkeitsbewertung, bzw. Bewertung der Marktakzeptanz begleitet, um realistische und nachhaltige Szenarien zu erreichen.
Das Projektkonsortium ist interdisziplinär aufgestellt und besteht aus wichtigen Stakeholdern der Branche: Forschungseinrichtungen (BEST, BOKU), Versuchsanstalten (Versuchsanstalt Wies), Gartenbauschulen (Gartenbauschule Langenlois), Unternehmen (Brantner), sowie der Plattform für naturnahes und ökologisches Gärtnern (Natur im Garten). Parallel zu den forschungsrelevanten Tätigkeiten werden die Ergebnisse an nationale und internationale Stakeholder im Rahmen von Veranstaltungen weitergegeben, für die wissenschaftliche Community publiziert, sowie für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Projektpartner:
