Muster-Schulgarten "Natur im Garten"

ein Garten zum Lernen, Lehren und Leben

Unser Muster-Schulgarten bietet mit Grünem Klassenzimmer, Outdoor-Werkraum, vielfältigen Sitzecken aus natürlichen Materialien, Gemüse- und Hochbeeten, Naschhecken, kleinen Rückzugsräumen und zahlreichen Naturgartenelementen einen ansprechenden Raum für Unterricht und Pause an der frischen Luft. Durch eine robuste, veränderliche Geländemodellierung und offene Spielflächen entstehen verschiedenste Anreize zur Bewegung.

Planer, Gartenpartner

Planer
Ingenieurbüro für Landschaftsplanung
DI Gerhard Prähofer
office@praehofer.eu
www.praehofer.eu

Gartenpartner
Blumenbüro Österreich
Laxenburger Straße 367/1/101
1230 Wien
Tel: +43/1/6151298
office@blumenbuero.at
www.ihregartengestalter.at

 

Gartenplan

Hier gibt es die Gartenskizze zum Download.

Ein durch Pflanzen abgegrenztes, grünes Klassenzimmer bietet einer Klasse den Raum für einen Unterricht an der frischen Luft. Der Schulfreiraum bietet außerdem die Möglichkeiten für handlungsorientiertes Lernen und das Üben praktischer Fertigkeiten in verschiedenen Schulfächern. Vielfältige Sitzecken aus natürlichen Materialien eignen sich für Einzel- und Kleingruppenunterricht oder als kommunikative Räume in den Pausen. Das Gärtnern in Gemüse- und Hochbeeten ermöglicht ein angenehmes Arbeiten im Biologie- und Sachunterricht, in Ernährung und Gartenbau. Elemente wie Naschhecken, Sträucher, Kompost, wilde Ecken, Totholzhaufen und Blumenwiesen laden zum Forschen und Entdecken ein. Ebenso bieten kleine Nischen in Gehölzen notwenige Rückzugsräume für Kleingruppen oder Einzelne. Vielfältige Anreize zur Bewegung entstehen durch eine robuste, veränderliche Geländemodellierung und offene Spielflächen. Ein Outdoor-Werkraum eignet sich insbesondere für Werkunterricht, Bastel- und Pflanzarbeiten, aber auch für andere Unterrichtsformen.

Was gibt’s im Schulgarten?

Hier geht es zur  Detailauflistung und Beschreibung.

Oder kommen Sie doch vorbei und lernen Sie den Schulgarten auf der GARTEN TULLN (Garten 67) persönlich kennen!

Zum Download: Detailauflistung mit Bildern als PDF

 

Mathematik im Schulgarten

Be-greifen statt auswendig lernen
Statt still sitzend in geschlossenen Räumen können die Schülerinnen und Schüler draußen ganzheitlich lernen. Die eher kopflastige Wissensvermittlung wird durch unmittelbare, sinnliche und damit nachhaltige Erfahrungen ergänzt.

Gerade im Fach Mathematik gibt es im Schulgarten zahlreiche Möglichkeiten für handlungsorientiertes Lernen. Draußen ist Mathematik mit realen Gegenständen ohne weitere Hilfsmittel sehr leicht möglich. Steine, Blätter, Äste – überall finden wir Gegenstände, die zum Zählen und Rechnen animieren. Geometrische Formen wie Pflasterflächen und Beete laden dazu ein, Streckenmaße oder Flächengrößen zu erfassen. Bewegung und Sinne spielen hier eine große Rolle, weshalb gerade kinästhetische Lerntypen und Kinder mit Problemen beim Stillsitzen oder gar Aufmerksamkeitsdefiziten sehr stark profitieren. Wer sich im Raum orientieren kann, kann sich auch im Zahlenraum orientieren.

Vom praxisnahen Lernen profitieren nicht nur die Schulanfänger. So lassen sich beispielsweise Umfang und Durchmesser beim Vermessen eines realen Baumes, die Wahrscheinlichkeit realer Ereignisse wie dem Wetter oder der Prozentsatz anhand reifer Erdbeeren am besten begreifen.

 Zahlenweg und menschlicher Taschenrechner
Mit ein paar Pflastersteinen, ein bisschen Farbe und Fantasie sind mathematische Gestaltungselemente im Schulgarten einfach umsetzbar. Der Zahlenweg ermöglicht, den Zahlenraum bis zehn durch das Hüpfen von Stein zu Stein erlebbar zu machen, und zwar vorwärts wie rückwärts: Hüpfe bis zur 5, gehe 2 zurück, wie viel fehlt auf die 10… Beim menschlichen Taschenrechner werden Rechenoperationen gehüpft statt in einen normalen Taschenrechner getippt. Geometrische Formen können abgelaufen, ausgemessen oder ausgelegt werden. Gestaltungen dieser Art animieren die Kinder zur Beschäftigung mit der Mathematik nicht nur im Unterricht sondern auch spielerisch in den Pausen. Nicht zuletzt fördert das gut alte Tempelhüpfen – auch als Himmel und Hölle bekannt – nicht nur Geschicklichkeit und Koordination sondern auch das Begreifen von Zahlen.

Hintergrundwissen: Wirkung des Draußenseins

Tief im Menschen verwurzelt ist das Bedürfnis nach Natur. Die positive Wirkung der Natur auf das körperliche und seelische Wohl unserer Kinder ist durch zahlreiche Studien belegt: Natur macht gesund.

Körperliche Entwicklung
Spielen in der Natur ist erlebnisreich und wird nicht als mühevoller oder gar erzwungener Sport empfunden. Daher bewegen sich Kinder draußen mehr als in Innenräumen. Übergewicht und Bewegungsmangel wird automatisch vorgebeugt, das Immunsystem gestärkt und die Fein- und Grobmotorik verbessert. Durch vielfältige Sinneseindrücke beim Aufenthalt im Freien werden Wahrnehmungsdefizite vermindert. Die Nutzung des Gartens für den Anbau von Obst und Gemüse kann außerdem zu einer gesünderen Ernährung führen, da selbst Angebautes bereitwilliger gekostet wird.

Mentale Entwicklung
Ein Naturkontakt fördert die Erholung und Entspannung, Kinder sind ausgeglichener und die Konzentrationsfähigkeit steigt. Naturerleben verringert sogar die Symptome der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Außerdem wird die Persönlichkeit der Kinder durch den Aufenthalt in der Natur gestärkt, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen steigen, ein positives Selbstbild kann sich entwickeln. So können Kinder die im Unterricht bei kognitiven Aufgaben Schwächen zeigen, im praktischen Tun besonders talentiert sein und sich so als erfolgreich erleben. Durch eine naturnahe Umgebung sind Kinder daher psychisch stabiler, Krankheiten und Störungen treten seltener auf.

Soziale Entwicklung
Das Sozialverhalten verbessert sich durch einen regelmäßigen Aufenthalt in der Natur oder einem naturnahen Umfeld nachhaltig. Die MitschülerInnen werden in einem anderen Kontext erlebt, wenn es gilt draußen herausfordernde, praxisorientierte Aufgaben zu bewältigen. Teamarbeit ist erforderlich und die Klassengemeinschaft kann gefördert werden. Die Konfliktlösekompetenz, Kooperationsfähigkeit und Wahrnehmung für die anderen steigt.

Die Wirkungen der Natur auf eine gesunde Entwicklung sind nicht nur in der freien Natur möglich, sondern auch in einem naturnahen Schulfreiraum.

Dieser ist außerdem leicht und schnell zu erreichen und kann von den SchülerInnen individuell und partizipativ gestaltet werden, was eine besondere Vertrautheit und emotionale Bindung erzeugt. Eine barrierefreie Gestaltung macht den Schulgarten zu einem ganzheitlichen Lern- und Lebensort für alle.

Entstehungsgeschichte

Nach dem Eschentriebsterben im Jahr 2017 mussten zahlreiche Bäume im Tullner Stadtgebiet aus Sicherheitsgründen entnommen werden. Verursacht durch einen Pilzbefall mussten rund 4.000 Eschen im Wasserpark und am Gelände der GARTEN TULLN gefällt werden.  Aus dem ehemaligen Waldspielplatz war nun eine wüste Rodungsfläche mit knapp 4.000 m² geworden. Da es schon lange den Wunsch nach einem Schulgarten gab, konnte er hier 2018 realisiert werden. Baubeginn war im Februar 2017: Wurzelstöcke wurden ausgebaggert, alte Spielgeräte abgebaut, Baumstämme entfernt, Wege errichtet, Wasser- und Stromleitungen verlegt, Wälle aufgeschüttet und Flächen geebnet. Zum Glück war der Winter nicht so streng, sodass wir gut vorankamen.  Sobald der Frühling vor der Tür stand, begann die Feingestaltung:

  • 25 m³ Mulch
  • 20 m³ Kompost
  • 9.000 l Erde
  • 12 m³ Sand
  • 50 m² Gehwegplatten
  • 10 kg Saatgut
  • 8 l Farbe
  • 2 t Natursteine
  • und viele, viele Bäume, Sträucher, Stauden und Blumen

wurden dafür benötigt. Diese großen Mengen und vielen Arbeitsstunden waren nur durch enge Zusammenarbeit und Teamwork machbar. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an die Firma Lutz und deren Baggerfahrer, die Lehrlinge der Landesinnnung der Gärtner und Floristen, die Gärtner und Gärtnerinnen der GARTEN TULLN und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von "Natur im Garten". Gemeinsam haben wir es geschafft und wir konnten den Garten im Rahmen der Fachtagung Gartenpädagogik 2018 feierlich eröffnen – aber wir garteln stetig weiter, denn fertig ist ein Garten bekanntermaßen ja nie.

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