Wildgehölze für heimische Schmetterlinge

Über Jahrtausende hat sich die hier heimische Insektenwelt an die in unseren Breitengraden vorkommende Pflanzenwelt angepasst. Vor allem Schmetterlinge sind hier besonders, denn die Raupen der Falter bevorzugen je nach Art ganz bestimmte Pflanzenarten als Raupenfutter. So würde z.B. die Raupe eines Tagpfauenauges, diese brauchen Brennnesseln, niemals die Blätter eines Kreuzdorns fressen. Kreuzdorn und Faulbaum sind hingegen die einzigen Nährgehölze für die Zitronenfalterraupe. Manche Schmetterlingsraupen fressen sogar nur an einer einzigen Pflanzenart und wenn es die nicht gibt, verschwindet auch die Falterart. Um so viele heimische Arten wie möglich zu fördern, sollte eine gute Mischung an ökologisch wertvollen Wildgehölzen deshalb sowohl im Garten als auch im Gemeindegrün nicht fehlen. Die richtigen Tools zur Auswahl von Bäumen und Hecken finden Sie hier: www.willbaumhaben.at, www.willheckehaben.at.

Alle heimischen Gehölze werden von Raupen genutzt. Besonders wichtige Futterpflanzen sind (Auswahl, nicht nach Wertigkeit gereiht): Apfelbaum (Malus), Birke (Betula), Brombeere (Rubus fructicosus aggr.), Himbeere (Rubus idaeus) Eichen (Quercus, v.a. Stiel- und Trauben-Eiche), Rotbuche (Fagus sylvatica), Hainbuche (Carpinus betulus), Geißklee (Cytisus), Ginster (Genista), Besenginster (Cytisus scoparius), Faulbaum (Rhamnus frangula), Gewöhnliche Esche (Fraxinus excelsior), Haselnuss (Coryllus avellana), Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus cathartica), Pappeln (Populus, v.a. Zitter-Pappel), Schlehdorn (Prunus spinosa), Spiersträucher (Spiraea für Ostösterreich), Weiden (Salix, v.a. Sal- und Silber-Weide), Weißdorn (Crataegus monogyna) und Zwerggeißklee (Chamaecytisus).

Unter den Bäumen gibt es für Falter außer den im Frühling blühenden Kern- und Steinobstverwandten sowie Weiden (v. A. Sal-Weide!) kaum als Nektarlieferanten in Frage kommende Arten. Lediglich die Blüten der heimischen Linden (Tilia) haben für Nachtfalter mäßige Bedeutung. Bei den Lianen sind es die meisten Arten des auch als Jelängerjelieber (Lonicera xylosteum) bekannten Geißblatts, die für Nachtfalter bedeutsam sind. Auch Efeu (Hedera helix) wird von Faltern wie etwa dem Admiral oder dem Tagpfauenauge besucht und gerne einmal als Nachtruhe- oder Überwinterungsplatz, z.B. vom Zitronenfalter, genutzt.

Einige  heimische Sträucher sind von hoher bis mittlerer  Bedeutung als Nektarquelle für Falter (Auswahl, nicht nach Wertigkeit gereiht): Schlehdorn (Prunus spinosa), Brombeere (Rubus fructicosus), Himbeere (Rubus idaeus), Liguster (Ligustrum) oder Schwarzer Holunder (Sambucus niger). Weitere, jedoch nicht heimische Ziersträucher, die von Schmetterlingen besucht werden, sind u. A.: ungefüllter Flieder (Syringa), Kamm-Minze/Chinesischer Gewürzstrauch (Elsholtzia stauntonii), Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) und Schönfrucht/Liebesperlenstrauch (Callicarpa bodinieri).

Spezialfall „Schmetterlingsflieder“ - Wie Schmetterlingsspezialist und Falterliebhaber Michael Altmoos sehr passend formulierte: „Auweia Buddleja“

Im Zusammenhang mit nektarreichen Gehölzen für Schmetterlinge wird häufig der Sommerflieder genannt. Der Gewöhnliche Sommerflieder (Buddleja davidii) ist jedoch ein nicht zu unterschätzender, invasiver Neophyt. Aufgrund der starken Ausbreitungstendenz und der damit einhergehenden Verdrängung heimischer Pflanzenarten, ist auf die Pflanzung solcher invasiven Arten unbedingt zu verzichten. Im „Natur im Garten“ Infoblatt „Neophyten-neue Pflanzen“ finden Sie entsprechende Informationen zu diesem Thema kostenlos zum Download: www.naturimgarten.at/infoblaetter. Für alle, die auf Sommerflieder nicht verzichten wollen, gibt es gute Nachrichten: es gibt bereits sterile Sorten sowie andere Arten und Hybriden im Handel, die keine Tendenz zur invasiven Ausbreitung haben. Eine Auswahl findest du im „Natur im Garten“ Blog. Doch wie immer gilt: in einer guten Mischung für unsere heimische Tierwelt sollten heimische Pflanzen immer in der Überzahl vorhanden sein.

Unser Tipp für eine Artenreiche Hecke:

Frisch bis feuchter Standort:

Sal-Weide (Salix caprea), Faulbaum (Rhamnus frangula), Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus), Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), Spierstrauch (Spiraea)

Frisch bis trockener Standort:

Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus cathartica), Schlehdorn (Prunus spinosa), Weißdorn (Crataegus monogyna), Liguster (Ligustrum vulgare), Haselnuss (Corylus avellana), Roter Hartriegel (Cornus sanguinea), Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), Kaskaden-Sommerflieder (Buddleja alternifolia), Wolliger Schneeball (Viburnum lantana), Attich (Sambucus ebulus)

Unsere „Natur im Garten“ Partnerbetriebe bieten ein umfangreiches Sortiment und unterstützen dich gerne mit fachkompetenter Beratung bei der Pflanzenwahl: www.naturimgarten.at/partnerbetriebe

„Natur im Garten“ Telefon: +43 (0) 2742 / 74 333