Unkrautvlies ja oder nein?
Im Zuge der Neuanlage oder Umgestaltung von Beeten oder Rabatten in der Gemeinde stellt sich manchmal die Frage, ob zum Schutz vor Unkräutern ein Unkrautvlies miteingebaut werden soll. Die erwünschte Wirkung ist jedoch nicht langfristig und der Einsatz bringt teilweise Probleme mit sich.
Ein Unkrautvlies hat eine begrenzte Wirkungsdauer. In erster Linie sollen Unkräuter unterdrückt werden, bis sich die gewünschten Pflanzen etabliert haben. Das gilt vor allem für Wurzelunkräuter, die bereits im Boden vorhanden sind. Hier ist eine Kontrolle der gelieferten Erde wirkungsvoller. Bestehende Verunkrautung muss durch Bodenaustausch behoben werden. Das Aufkeimen vorhandener Samen im Boden wird durch ein Vlies unterdrückt. Anfliegende Samen von Samenunkräutern werden durch ein Vlies jedoch generell nicht verhindert!
Falls trotzdem ein Vlies verwendet werden soll, dann wählen Sie eines das aus abbaubaren Substanzen besteht und kein Kunstoffmaterial. Nach spätestens zwei Saisonen sollte das Vlies nämlich verrottet sein. In dieser Zeit sammeln sich durch die Filterwirkung Staub und dadurch auch Nährstoffe und Samen an der Oberseite des eingebauten Vlieses. Wenn diese keimen, verwurzeln sie mit dem Vliesgewebe, was das Jäten unmöglich macht, ohne dabei das Vlies herauszuziehen! Bei Baumsamen (Ahorn, Birke, Esche) ist das besonders mühselig!
Die Empfehlung ist daher, ohne Unkrautvlies und mit guter Bodenvorbereitung zu starten. Die Alternative zu einem Unkrautvlies ist die oberflächliche Abdeckung zur Unterdrückung von Beikräutern durch natürliche organische Mulchmaterialien oder zugekaufte Materialien wie verrottendes Vlies z.B.: Mulchkarton oder Unkrautschutzmatte aus z.B. 100% Hanf.
Als weitere Möglichkeit Unkraut zu unterdrücken wäre mineralischer Mulch (Splitt, Kies oder Schotter) zu nennen. Er hält, ebenso wie organischer Mulch, die Feuchtigkeit im Boden. Die Bepflanzung sollte aber so ausgeführt werden, dass nach dem Anwachsen der Pflanzen vom Mulch möglichst wenig zu sehen ist. Gesteine heizen sich auf, für ein angenehmes Klima sollen sie daher im Sommer möglichst vollständig von Pflanzen bedeckt sein. Kantkorn ist besser als Rundkorn, denn es verdichtet weniger leicht. Auch Rollschotter eignet sich nicht so gut. Im öffentlichen Bereich hat sich eine 5-7 cm Schicht aus Kantkorn 8/16 Edelsplitt bewährt.
Mehr Informationen zum Thema erhalten Sie beim Grünraumservice am "Natur im Garten" Telefon unter 02742-74 333 sowie gartentelefon@naturimgarten.at
Bernhard Haidler, "Natur im Garten"