Pilzerkrankungen vorbeugen
Nach der langen Trockenphase im April war der Mai v.a. im Westen Niederösterreichs eher feucht. Mit der nassen Witterung steigt aber auch wieder die Gefahr von Pilzerkrankungen an den Pflanzen. Rosterkrankungen, Sternrußtau, Mehltau oder Schrotschusskrankheit sind einige bekannte Beispiele.
Wie so oft gilt auch hier die alte Weisheit „Vorbeugen ist besser als Heilen“. Sind die Krankheiten nämlich erst einmal ausgebrochen, ist eine Behandlung oft nicht mehr möglich bzw. aufwändig und die Krankheiten sind nur schwer in den Griff zu bekommen.
Was ist also zu tun?
Am besten ist es den Pflanzen optimale Lebensbedingungen zu bieten. Das heißt konkret, sich in der Gärtnerei beim Kauf genau über den idealen Standort und Pflanzabstand zu informieren. Das Laub von Pflanzen die zu dicht oder zu schattig stehen, trocknet nämlich nach Regen schlechter ab, wodurch die Gefahr von Pilzinfektionen steigt.
Sowohl bei Zier- als auch Obstpflanzen gibt es bereits sehr robuste oder gar pilzresistente Züchtungen, welche kaum an Pilzerkrankungen leiden. Ein Beispiel dafür sind die mit dem Prädikat „ADR“ ausgezeichnete Rosen („Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung“). Diese Neuzüchtungen wurden 3 Jahre lang in elf verschiedenen Sichtungsgärten ohne Einsatz von Pflanzenschutzmitteln kultiviert. Die bisher über 150 ausgezeichneten ADR-Rosen haben sich dabei als besonders robust erwiesen und sind für die Pflanzungen in öffentlichen Grünanlagen besonders empfehlenswert. „ÖRP Rosen“ (Österreichische Rosenprüfung) sind das österreichische Pendant dazu.
Eine Grundregel zur Vermeidung von Pilzerkrankungen ist das Gießen von unten, d.h. man sollte die Pflanze nicht von oben überbrausen, sondern nur den Wurzelbereich gießen. Pilze lieben Feuchtigkeit – je länger das Blatt feucht ist, desto höher ist die Infektionsgefahr. Dementsprechend sollte auch eher morgens als abends gegossen werden damit die Blätter durch die langsam ansteigenden Temperaturen rasch abtrocknen
Bewährt hat sich der Einsatz von sogenannten Pflanzenhilfsstoffen. Präparate auf Basis von Schachtelhalm etwa enthalten viel Silizium welches Pflanzenzellen stärkt und eine Infektion schwieriger macht, da die Pilze nicht so leicht in die Zellen eindringen können. Diese pflanzenstärkenden Mittel sind im Gartenfachhandel erhältlich und sollten bereits ab dem Blattaustrieb angewendet werden.
Auch ein Auszug aus Kompost („Kompost-Tee“) unterstützt die Pflanzen. Kompostteespritzungen befördern viele („positive“) Mikroorganismen auf die Blattoberfläche, welche eventuelle Andockstellen für Pilze blockieren. Regenwurm-Komposttee können Sie im Fachhandel kaufen oder eigenen Kompost auch selber ansetzen indem Sie ½ kg Kompost in 10l Wasser anrühren und 24 Stunden ziehen lassen.
Nähere Informationen zu den von Natur im Garten empfohlenen Hilfsmitteln finden Sie hier.
Ausführliche Beratung zur Pflanzenauswahl erhalten Sie bei der Grünraumservicestelle am „Natur im Garten“ Telefon 02742/74333.