Moos im Rasen
Moos im Rasen ist nicht das eigentliche Problem in Rasenflächen, aber es ist ein Symptom, das auf schlechte Standortbedingungen für den Rasen hinweist. Wenn der Rasen aufgrund der widrigen Umstände nicht gut wächst, breitet sich Moos aus, das wesentlich anspruchsloser ist.
Meist sind es schattige, verdichtete und staunasse, feuchte oder nährstoffarme Flächen, an denen sich Moose ausbreiten, weil der Rasen dort nicht gut wachsen kann.
Es gilt also darüber nachzudenken, was dem Rasen Gutes getan werden kann, und nicht wie das Moos am besten vernichtet wird.
Das in vielen Gartenratgebern empfohlene Vertikutieren (Aufritzen und Belüften des Bodens durch rotierende Messer), schädigt den Rasen bei häufiger Durchführung mehr, als es ihm nutzt. Es sollte nur dann gemacht werden, wenn schon mehr Moos als Rasen auf den betreffenden Flächen wächst. Anschließend mit hochwertigem Saatgut nachsäen und die Fläche für mindestens 10 Tage gut feucht halten.
Durch die Belebung des Bodens mit Komposttee oder fein gesiebtem Kompost, wird erreicht, dass der Rasenfilz (Schicht abgestorbener Grashalme am Boden) schneller abgebaut wird. Kompost ist nämlich nicht nur ein Dünger mit allen Hauptnährstoffen (N, P, K) sondern er enthält auch Mikroorganismen, welche den Filz abbauen und wieder Nährstoffe freisetzen. Durch den Einsatz von fein gesiebtem Kompost (1,5 l/m²/Jahr) wird mittelfristig auch der Humusgehalt im Boden erhöht. In humusreichen Böden können sich die Wurzeln der Gräser gut entwickeln. Auf verdichtetem Untergrund fühlen sich hingegen eher Beikräuter wie z.B. Wegerich-Arten wohl.
Der Humusaufbau wird zusätzlich gefördert, wenn 3x/Jahr organische Dünger ausgebracht werden. Bodenorganismen arbeiten diese Dünger auf und stellen so den Gräsern die lebensnotwendigen Nährstoffe zur Verfügung. Gemeinsam mit dem Kompost und den Ausscheidungen der Bodenorganismen entsteht außerdem ein lockerer Boden mit guter Krümelstruktur. Hier fühlen sich die Rasenwurzeln, die im Gegensatz zu diversen Unkräutern nicht so tief in den Boden vordringen können, wohl. Mit dem Einsatz chemisch-synthetischer Dünger würde aber das Gegenteil erreicht: Diese Düngesalze können das Bodenleben schädigen!
Achten Sie beim Kauf der Dünger auf das „Natur im Garten“ Gütesiegel. Produkte mit diesem Label gewährleisten, dass es sich um biologische, Dünger handelt. Eine Liste mit diesen Düngern finden Sie unter www.naturimgarten.at/unser-angebot
Manche organische Dünger enthalten sogar Mykorrhizapilze. Diese gehen mit den Wurzeln eine Symbiose ein und versorgen dadurch die Gräser mit zusätzlichen Nährstoffen und erhöhen die Wurzelleistung beträchtlich. Auch Braunalgenpräparate enthalten wurzelanregende Stoffe.
In Gebieten mit sauren Böden hilft das Ausbringen von Kalksteinmehl weil Moos gerne auf Böden mit niedrigem pH-Wert wächst,. Dieses erhöht den pH-Wert und drängt das Moos zurück.
Bei verdichteten Böden kann aerifiziert werden, dabei wird der Boden belüftet. Mittels geeigneter Werkzeuge (Rasenlüfterwalzen mit Hohlspoons) werden in regelmäßigen Abständen kleine Löcher in den Rasen gestanzt. In diese wird anschließend Sand gefüllt. Dadurch kann auf verdichteten Flächen Wasser besser versickern und die Wachstumsbedingungen für den Rasen verbessert, für das Moos aber verschlechtert werden.
Nähere Infos unter www.naturimgarten.at/infoblatt/wiesen-rasen
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