• Gartenwissen
  • Gartenwissen für PrivatgärtnerInnen
  • Text Langversion

Garten mit Herzblut

Heute liegt das Haus eingebettet inmitten eines Blumenmeeres, eines vielfältigen Gartenraumes, der ebenso mit der umgebenden Landschaft kommuniziert, Anleihe nimmt und spielt, wie auch mit seinen bäuerlichen Wurzeln und Traditionen.

Die Prioritäten und Ansprüche freilich, die haben sich verschoben. Die ehemaligen Nutzflächen, sei es für Gemüse oder für das Vieh, wurden reduziert, aber etwa im Gemüsegarten erhalten, oder neu definiert und umgestaltet. Wiesenflächen dominieren heute vornehmlich in randnahen Bereichen, wo sie als Bindeglied zur landwirtschaftlich genutzten Umgebung fungieren. Die zentralen Teile des Gartens werden von geschickt arrangierten Staudenbeeten  rund um Teich und Gemüsegarten eingenommen.

Bei der Auswahl der Pflanzen legt Ulrike Reich ihr Augenmerk auf Duft, Tradition, so findet sie etwa Formgehölze eher unpassend, und auf ein vielfältiges Angebot an Insekten, Schmetterlingen und Co. die ihr diesen Mehrwert dankbar vergelten. Auf bestimmte farbliche  Kompositionen legt sie hingegen keinen großen Wert, denn „…. irgendwie passt´s dann trotzdem!“

Zu ihren ausgesprochenen Lieblingen zählt der Muskatellersalbei (Salvia sclarea), der nicht nur von den Bienen emsig besucht wird sondern dessen Duft auch der Gärtnerin Schwung und Kraft gibt. Obendrein samt er sich auch breitwillig selber aus und kommt dann wo er will und damit ist er nicht alleine im Garten, eine Reihe von Pflanzen, wie die Königskerzen, die Vexiernelken tun es ihm gleich. „Blackbox gardening“ nennt es Karl, Ulrike beschreibt es blumiger „ wenn man es in Ruhe lässt, dann samen sie sich selber aus, einmal kommen sie da, das nächste Jahr woanders, einmal hat diese, das nächste Mal eine andere Pflanze die Überhand. Damit entstehen aber immer neue, andere Strukturen und das ist das Schöne! Man darf nur nicht zu viel Hacken!“ Etwas weniger ist hier ganz offensichtlich mehr.

Wunderbar ergänzt werden die bunten Beete durch sorgsam arrangierte und gestaltete Dekoelemente. Die Funkien wachsen aus diesem Grund in Töpfen und auch das mit Zinnien bepflanzte Gitterbett fügt sich harmonisch ins Bild. Am Zaun, auf Tischen und ehemaligen Öfen stehen allerlei gesammelte Töpfe und Alltagsgegenstände, einige von ihnen bepflanzt.

Wie kleine floristische Kunstwerke nehmen sich die Gestecke und Blumenarrangements aus welche die Tische zieren – ein Hobby wie Ulrike erzählt, dass sie in einigen Kursen  perfektionierte – Karl ist wirklich beeindruckt und meint sogar, dass hier eine Floristin verloren gegangen ist.

Ein wirklich wunderbarer Garten, in dem sich Kreativität und gärtnerisches Können und Geschick zu einem prächtigen Gesamtbild vereinen, eingebettet in die malerische Landschaft des Allgäus – der Garten war jede Reise wert!