Gartenpraxis

Staudenpracht – durch Teilung ganz leicht gemacht!

Stauden prägen besonders im Sommer das Erscheinungsbild unserer Gärten, machen ihn durch die jeweils individuelle Gestaltung einzigartig und abwechslungsreich und bieten mit ihrer Blütenpracht zahlreichen tierischen Besuchern Nahrung und Lebensraum. Stauden gibt es für die verschiedensten Bereiche im Garten, ob für sonnige Standorte, sehr trockene Plätze oder für schattige Beete – es findet sich bestimmt die richtige Staudenmischung. Im Herbst ist die rechte Zeit für die Teilung von Stauden gekommen. Messer, Grabgabel oder Spaten – je nach Pflanzenart eignet sich ein anderes Gartenwerkzeuge dafür besonders gut. Biogärtner Karl Ploberger zeigt in der „Natur im Garten“-Erlebniswelt auf der Garten Tulln, wie es am besten funktioniert, damit stets eine üppige Blütenpracht den Garten verschönert.

Eine hervorragende Zeit zum Teilen ist während der Ruhephase der Pflanzen im Herbst, seltener, wie bei Schwertlilien, im Sommer. Gut teilen lassen sich Stauden, die Ausläufer oder Rhizome bilden, Zwergsträucher oder Pfahlwurzler lassen sich nicht auf diese Art vermehren. Stauden werden nicht im jährlichen Rhythmus geteilt, sondern deren Wuchsverhalten und Lebensdauer bestimmt den passenden Zeitpunkt. Arten wie Sonnenhut, Elfenblume, Taglilien oder Frauenmantel können bereits nach ein paar Jahren geteilt werden. Langlebige Arten hingegen, wie Pfingstrosen, Rittersporn oder Tränendes Herz entwickeln erst über die Zeit kräftige Horste und sollten möglichst ungestört wachsen können, zu frühes, häufiges Teilen oder Verpflanzen bekommt ihnen nicht gut. Sind diese Pflanzenarten aber einmal gut eingewachsen, können auch sie behutsam geteilt werden.

Lockere, kleinere, zarte Wurzelstöcke werden einfach mit der Hand unter leichtem Schütteln und Auseinanderziehen in mehrere Teile getrennt, Bsp. Elfenblume, Silberwurz, Mauerpfeffer. Für die Teilung alter, größerer Stöcke eignen sich zwei Grabgabeln hervorragend als Teilungswerkzeug, Bsp. Taglilien, Pfingstrose, Tränendes Herz. Die Grabgabeln werden dabei Rücken an Rücken in die Mitte des Wurzelballens eingestochen und auseinandergedrückt. Sehr dichte, verfilzte Wurzelstöcke, die mit der Grabgabel nur mehr schwer zu teilen sind, können mit einem scharfen, sauberen Spaten getrennt werden, Bsp. Frauenmantel, Funkien, Sonnenhut.

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