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2. Lehrgang Obstvielfalt in Gemeinden und Städten

(c) S. Tatschl

Ausbildung für Naturvermittlerinnen und Naturvermittler mit dem Schwerpunkt Obstvielfalt in Gemeinden und Städten

Ziel des Lehrgangs

ist die Ausbildung von Naturvermittlerinnen und Naturvermittlern, welche im Rahmen von Gäste-Führungen die  gemeindespezifische Obstvielfalt und touristische Sehenswürdigkeiten ihrer Gemeinde vermitteln sowie die Weiterentwicklung der öffentlichen Obstgärten aktiv unterstützen.
Voraussetzung für die Teilnahme am Lehrgang ist ein bereits bestehendes Obstprojekt im öffentlichen Grünraum. Im Lehrgang werden das Projekt und die begleitende Öffentlichkeitsarbeit weiterentwickelt. Teilnehmen können auch Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, die im Zuge des Lehrgangs ein Projekt nach den unten definierten Kriterien umsetzen werden. Projekte im Sinne des Programms „Obstvielfalt in Gemeinden und Städten“ zeichnen sich dadurch aus, dass sie seltene, alte sowie neue Obstsorten auf mindestens 3 öffentlichen Flächen in der Gemeinde auspflanzen. Mindestens ein Platz ist in zentraler Lage. Die essbare Bepflanzung des öffentlichen Grünraums wird als Gestaltungsprinzip verstanden und dient der Erhaltung der Obstvielfalt.

Zielgruppe und Anzahl der Teilnehmenden

Der Lehrgang richtet sich an engagierte Bürger/innen oder Mitarbeiter/innen von Gemeinden, vorzugsweise mit einem persönlichen oder fachlichen Bezug zum Thema Obstvielfalt.
Ziel ist die Ausbildung von Gruppen die gemeinsam in einer Gemeinde/Stadt tätig sind. Eine Gruppe besteht aus mindestens 3 - 5 Personen je Gemeinde. Insgesamt können maximal 15 Personen teilnehmen.
Um ein gruppen- und gemeindeübergreifendes Lernen zu ermöglichen und vom Erfahrungshintergrund der verschiedenen Gemeinden zu profitieren, sollen in einem Lehrgang idealerweise 3 – 4 Gemeinden vertreten sein.
Auswahl der Personen: Geeignet erscheinende Personen werden von den Gemeinden gezielt angesprochen oder durch eine gemeindeseitige Ausschreibung gefunden. Die Entscheidung über die Teilnahme erfolgt in Absprache mit den Gemeinden durch die Lehrgangsleitung im Rahmen eines persönlichen Gesprächs.

Lehrgangsdauer

5 Module im Gesamtumfang von 9 Tagen (4x zweitägig, 1 Abschlusstag), jeweils 9.00 – 16.30 Uhr, werden innerhalb eines Jahres absolviert. Für ein versäumtes Modul wird eine entsprechende Ersatzleistung vereinbart.
Die Termine werden so über das Jahr verteilt, dass ein durchgängiger Praxisbezug möglich ist und unterschiedlichste Obstarten verkostet werden können bzw. Pflegemaßnahmen wie Obstbaumschnitt zeitgerecht kennengelernt werden können.

Lehrgangsinhalte

Zentrale theoretische und praktische Inhalte sind das Kennenlernen von unterschiedlichsten Kultur- und Wildobstarten, deren praktischen Nutzung sowie deren Pflege.
Die Erarbeitung von Obstpflanzenportraits inkl. Verkostungen und Exkursionen sind Fixbestandsteile der einzelnen Module.

Weitere wesentliche Inhalte sind:
• Basiswissen der ökologischen Pflege (Anmerkung; Keine Mittelberatung bei Pflanzenschutz - diese Ausbildung ist kein Ersatz für die Ausbildung zum Sachkundeausweis Pflanzenschutz!)
• Basiswissen über ökologische Funktionen von Obsthecken, Altbäumen und Biotopholz
• Touristisches Storytelling und Kommunikation im Rahmen von Führungen
• Ökopädagogische Methoden für verschiedene Altersgruppen und Zielgruppen
• Im Rahmen des Lehrgangs entwickeln die Teilnehmenden ein individuelles Konzept, welches sie in ihrer Vermittlungsarbeit anwenden können. Die Identität der Gruppe wird gefördert und als Lernrahmen genutzt.
• Zwischen den Modulen bearbeiten die Teilnehmer/innen Arbeitsaufträge für die eigene Vermittlungspraxis. Für Reflexion und Austausch ist in jedem Modul ausreichend Zeit und Raum

Modul 1: mit Siegfried Tatschl, Robert Lhotka („Natur im Garten“)
  • Einführung in die Themen Essbare Stadt/Essbare Gemeinde, Rahmenbedingungen für selbständige Naturvermittlung im öffentlichen Grünraum, Zielgruppen, lokale Player/innen und mögliche Partnerschaften, Obstgarten-Touristik.
  • Schwerpunktsetzungen für Führungen oder Veranstaltungen im Jahresablauf orientiert an der Genussreife der Früchte
  • Ökologische Pflege und Pflanzenstärkung von Obstgehölzen
  • Geschichte von Streuobstwiesen und Obstäckern
  • Soziale und ökologische Funktion von Obstgehölzen im öffentlichen Grünraum der Gemeinde
  • Obstkultur im Klimawandel
Modul 2: mit Siegfried Tatschl, Robert Lhotka („Natur im Garten“)
  • Grundlagen für die ökologische Gestaltung von Grünräumen als Lebensräume: Tiere in Hecken und Bäumen
  • Invasive Gehölze/Obstgehölze
  • Nüsse und Samen aus dem öffentliche Grünraum
  • Schnittmaßnahmen bei Obstgehölzen
Modul 3: mit Siegfried Tatschl, Robert Lhotka („Natur im Garten“), Regionalmanagement
  • Alte Obstsorten versus „Exoten“
  • Wildobst versus Kultursorten
  • Präsentation der Gemeindegruppen zu touristischen Highlights in ihrer Gemeinde, Feedback zu den Präsentationen durch eine Tourismusexpertin
  • Tourismus und Regionalentwicklung in Niederösterreich – Hintergründe und Fakten, Storytelling und Dramaturgie, Erfolgskriterien touristischer Angebote
  • Boden und Bodengesundheit
  • Kompost und Mulchen
  • Gärten winterfest machen
  • Schädlingsprophylaxe
Modul 4: mit Katja Batakovic und Leopold Mayrhofer („Natur im Garten“), Siegfried Tatschl
  • Grundregeln der Kommunikation
  • Einstiegsmethoden bei Führungen
  • Gartentouristisches Storytelling
  • Zielgruppenorientierung, Umgang mit unterschiedlichen Gruppen, Umgang mit „schwierigen“ Kund/innen
  • Ökopädagogische Methoden und Führungskonzepte
VORBEREITUNG AUF DIE ABSCHLUSSARBEIT
  • Ziel ist die Verknüpfung der touristischen und botanischen Lehrgangsinhalte zu einem eigenen Gäste-Führungskonzept
  • Umfang der Abschlussarbeit: 2-5 A4 Seiten
  • Inhalt: 3 Obstsortenporträts sowie Darstellung der eigenen touristischen Schwerpunkte
  • Erstellen eines Präsentationsposters für den Abschlusstag
Modul 5: Abschlusstag Referent: Siegfried Tatschl, Katja Batakovic und Robert Lhotka („Natur im Garten“)
  • Thematische Vertiefungen
  • Lernzirkel zu Vertiefungswünschen der Teilnehmenden
  • Abschluss und feierliche Zertifikatsüberreichung
Veranstaltungsorte

Die Lehrgangstage werden in den entsendenden Gemeinden unter Einbeziehung von deren Obstprojekten abgehalten. Zum Kennenlernen einer breiten Obstvielfalt findet ein Kurstag in der 1. Essbaren Gemeinde Kirchberg am Wagram statt (www.alchemistenpark.at).

Abschluss mit Zertifikatsüberreichung

Für die Erlangung des Zertifikats erforderlich sind:

  • 85% Teilnahme an den Modulen
  • Erstellung der Abschlussarbeit (2-5 A4-Seiten) und positive Bewertung durch die Lehrgangsleitung
  • Präsentation der Arbeit in der Ausbildungsgruppe
Kosten

Der Lehrgang wird von der jeweiligen entsendenden Gemeinde durch einen finanziellen Beitrag von 3.900 Euro (für 5 Personen, ansonsten anteilig) unterstützt.
Von den Teilnehmer/innen ist ein Kostenbeitrag von 150 Euro zu entrichten.

Termine

Die Termine werden mit den entsendenden Gemeinden sowie den Teilnehmenden koordiniert. Geplanter Ablauf:

Veranstalter

„Natur im Garten“ GmbH

PDF zum Download

Hier können Sie das PDF mit allen Infos zum Lehrgang downloaden.

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