Niedersulz
Museumsdorf
Der Stadtfriedhof von Zistersdorf besteht aus zwei Teilen. Der östlich liegende "alte Stadtfriedhof" besteht aus klassisch eingefassten Erdgräbern, die eng nebeneinander liegen. Dazwischen befinden sich teils asphaltierte, teils Kieswege. Letztere sind aufgrund von Pflegeumstellung mittlerweile begrünt.
Der "neue Stadtfriedhof" im westlichen Teil wurde in den 1970ern nach einem einzigartigen Konzept angelegt. Die Gräber sind bodengleich und durch ebenfalls bodengleich verlegte Trittsteine voneinander getrennt. Diese Art der Grabanlagen erlaubt eine durchgängige Begrünung mit Kräuterrasen, der sehr einfach gepflegt werden kann. Die Rückseiten der Gräber werden teilweise durch eine Schnitthecke getrennt. Das vordere Drittel der Gräber wird von den Angehörigen individuell gestaltet. Mehrere Bäume sorgen für Beschattung.
Alter
Der "neue Stadtfriedhof" wurde in den 1970ern angelegt. Das genaue Alter des "alten Stadtfriedhofs" ist nicht bekannt, er besteht zumindest seit dem 20. Jahrhundert.
Pflege
Die Pflege des Friedhofs erfolgt durch Gemeindemitarbeiter. Der Kräuterrasen des "neuen Stadtfriedhofs" wird etwa alle zwei bis drei Wochen gemäht.
Bei den Kieselwegen des "alten Stadtfriedhofs“ wurde die Pflege umgestellt. Statt des aufwendigen mechanischen Jätens werden die Wege nun regelmäßig gemäht. Durch die aufkommende Vegetation entstehen auf diese Weise innerhalb eines Jahres gepflegt aussehende grüne Wege.
Kultureller und sozialer Wert
Der "neue Stadtfriedhof" besticht durch sein einzigartiges Konzept, das mehrere Vorteile bietet. Der hohe Grünanteil sorgt für eine angenehme Atmosphäre und symbolisiert den Kreislauf des Lebens. Die Unterteilungen durch die Hecken sorgen für eine private Atmosphäre zum Trauern und Gedenken. Die einfache Pflege entlastet sowohl die Stadtgemeinde als auch die Angehörigen. Trotzdem ist eine individuelle Gestaltung der Grabstätten möglich.
Ökologie und Biodiversität
Der Kräuterrasen des "neuen Stadtfriedhofs" bietet ein Nahrungsangebot für Blütenbesucher. Sträucher und Bäume sind Lebensräume für Kleintiere und Vögel.
Anpassung an den Klimawandel
Der "neue Stadtfriedhof" ist durch Bäume, Hecken und den großflächigen Kräuterrasen gut vor Überhitzung geschützt. Auch an heißen Sommertagen ist der Friedhofsbesuch dadurch angenehm. Im "alten Stadtfriedhof" besteht durch den hohen Anteil an Stein (Einfassungen, Grabsteine, Kieselauflagen) an heißen Tagen die Gefahr von Überhitzung. Die begrünten Wege wirken der Aufheizung entgegen und sind an Sommertagen angenehmer zu benützen als die Asphaltwege.
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