Schiltern bei Langenlois

Psychosoziales Zentrum

Der Therapiegarten ist ein Teil des Schlossparks, der im 16. Jahrhundert seinen Ursprung hat. Das Barockschloss ist heute Zentrum verschiedener Therapie- und Förderangebote für Menschen mit psychischen Problemen. Seit 2006 gibt es diesen künstlerisch gestalteten Therapiegarten. Er ist Teil des Caritas Tagesheimes aber öffentlich zugänglich. Der Therapiegarten mit seinen Farben, Formen, Düften, Geräuschen, Oberflächen und Geschmackserlebnissen gibt zu jeder Tages- und Jahreszeit immer wieder Anreiz, mit der Natur in Kontakt zu treten. Dieser direkte Naturkontakt ermöglicht und fördert die kognitive sowie die emotionale Weiterentwicklung.

Der Therapiegarten ist eine Station des Gartenweges Schiltern/Langenlois. Der GARTENWEG verbindet alle Gartenattraktionen im Gartendorf Schiltern mit den Schaugärten der Gartenbauschule Langenlois auf rund 4 Kilometern und bietet ein breites Angebot für GartenliebhaberInnen, bis hin zu Winzern und Heurigen.

Die Stationen sind:

Der Platz der 4 Elemente

Eine Natursteinmauer fasst den kreisförmigen Platz ein und schafft so einen Ort der Geborgenheit. Aromatisch duftende Pflanzen und blühende Pflanzen füllen die Luft mit belebenden Gerüchen. Im Zentrum befindet sich eine Feuerstelle, die allen Festen eine feierliche Atmosphäre verleiht. Ein Wasserbecken symbolisiert das vierte Element.

Der Therapie-Kunstgarten

Im Zentrum steht ein moderner Gartenpavillon zum kreativen Entfalten und Arbeiten in der Natur, dieser Gartenteil wurde entsprechend von den Zwillingsschwestern und Künstlerinnen Christine und Irene Hohenbüchler gestaltet. Das Gartenatelier mit den großen Bullaugen, die für optimale Lichtverhältnisse im Innenraum sorgen, und eine angrenzende Terrasse mit Laube sind ideale Orte für das künstlerische Werken im Garten und ermöglichen auch einen Treffpunkt bei schlechter Witterung.

Eine entsprechende Gartenmöblierung lädt zum Verweilen ein. Die Bepflanzung des Areals berücksichtigt eine Blüh- und Fruchtfolge entsprechend den Jahreszeiten und gewährt eine Variationsvielfalt bis in den Herbst hinein unter Berücksichtigung des Standortes. Es ist ein alter Baumbestand vorhanden, unter dem nur Halbschatten- oder Schattenpflanzen gedeihen können. Ein weiteres Highlight dieses Gartenteils ist eine begehbare Betonskulptur, die unter Mithilfe von Maurerschülern aus der Landesberufsschule Langenlois aufgebaut wurde.

Der Wachstumsgarten

Ist ein angelegter Nutzgarten mit traditionellen Kulturpflanzen und Naschobst, das gleich im Garten genossen werden kann. Die Pflanzen beim Wachsen und Gedeihen zu verfolgen, regt geistige Wachstumsprozesse an. Jede/r Klientin, der/die möchte, kann selbst ein Beet bewirtschaften. Durch das Tätig sein im Garten werden Geschicklichkeit und Konzentration trainiert.

Alter
Die Anlage besteht seit 2006

Pflege
Die Gartenpflege ist Teil der Gartentherapie, es wird versucht, möglichst viele KlientInnen zur Teilnahme zu motivieren. Jeden Montagnachmittag wird unter spezieller Betreuung gemeinsam gewerkt. Die verschiedensten Tätigkeiten wie zum Beispiel Rasen mähen, Unkraut jäten, Boden auflockern und vieles mehr werden auf einzelne KlientInnen oder Gruppen aufgeteilt. Was nicht verrichtet werden kann, wird dann über die Woche verteilt erledigt. Wichtig ist, dass auch noch Zeit zum „Garten genießen“ bleibt. Verschiedene Spiele und das Nutzen des Motorikweges sorgen hier für Spaß und Unterhaltung. Im Anschluss werden aus verschiedenen Kräutern Aufstriche zubereitet sowie Gartenfrüchte geerntet und als Jause angeboten. In der Sonne liegen oder am Lagerfeuer sitzen, runden dann den Nachmittag ab.

Kultureller und sozialer Wert
Im Therapiegarten Schloss Schiltern manifestieren sich die Fantasien, Wünsche und Sehnsüchte der Besucher in Gartenkunst. Da der Park auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist, stellt dieser eine integrative Bereicherung für das Psychosoziale Zentrum, die Bevölkerung von Schiltern und die BesucherInnen dar.

Ökologie und Biodiversität
Das Verständnis für die Natur ist das Kapital des Therapiegartens, in der gesamten Anlage wird nach ökologischen Richtlinien gegärtnert und gepflegt und es werden nur heimische Pflanzen kultiviert. Hier gibt es eine enge Kooperation mit der Arche Noah, die als Nachbar in einem anderen Teil des ehemaligen Schlossparks beherbergt ist. Bei der Gestaltung der Themenbereiche wurde der Altbestand einbezogen, nur heimische Stauden und Gehölze kamen zum Einsatz, durch extensiv gepflegte Wiesenbereiche und Naturhecken ist die Anlage mit der Kulturlandschaft bestens verbunden.

Anpassung an den Klimawandel
Die Gestaltung erfolgte mit standortgerechten Pflanzen, daher gibt es viele Bereiche, die ohne Bewässerung auskommen. Das Gießen des Nutzgartens erfolgt mit Quellwasser des Schlosses.

Anfallendes Schnittgut und Pflanzenmaterial werden am Standort kompostiert.

Planer/Planerin
Gesamtplanung: Reinhard Kittenberger
künstlerische Planung: Christine und Irene Hohenbüchler

Auf der Karte


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