Bruck - Bruckmühlpark

Barrierefreier Naturspielplatz – Gelungene Verzahnung von naturnaher Gestaltung und barrierefreien Elementen

Die Coronapandemie zieht laut Berichten nicht nur Kontaktarmut bei Kindern und Jugendlichen nach sich, sondern auch Bewegungsmangel. Die Gemeinde Bruck an der Leitha versucht dem mit der Errichtung attraktiver Spielplätze entgegen zu wirken.

Wenn der Spielplatz dann auch noch zur Entdeckung der Natur einlädt, fördert man damit auch noch das Verständnis und das Interesse an der Natur und der Umwelt. So ein besonderer Spielplatz findet sich seit kurzem in Bruck a. d. Leitha. Eine in die Jahre gekommene Anlage unter riesigen alten Platanen wurde kind-, familien- und jugendgerecht, sowie barrierefrei, zu einem Naturspielplatz umgestaltet.

Vielfältige Geländemodellierungen strukturieren nun das Areal. Fallschutzbereiche der bestehenden Spielgeräte wurden integriert oder einer neuen Bestimmung zugeführt, um unnötiges Baggern bzw. Zuschütten zu vermeiden.

Das Schaukeln in einer großen Kombischaukel mit Spezialsitz, Wasserspiele an einem unterfahrbaren Pritscheltisch, Karussellfahren, Versteckmöglichkeiten in einem befahrbaren Spielhaus und das Jausnen an einem rollstuhlgerechten Rundtisch sind barrierefreie Highlights.

Im Kleinkindbereich kann in einer großzügigen Sandmulde gepritschelt und gebaut werden. Ein sanft ansteigender Hügel mit Hangstufen und Rutsche ist schon für Krabbelkinder eine wichtige motorische Herausforderung.

Ältere Kinder finden an allen Seiten der bepflanzten Erdaufschüttungen im Zentrum des Parks viele Bewegungsanreize, wie etwa eine Motorikanlage mit Drehbalken, eine Stelzen- und Wackelstrecke, oder ein Balanciernetz. Die Hangbepflanzungen mit Wildgehölzen werden in einigen Jahren wunderbare Verstecke und wertvollen Schatten bieten.

Das Besondere dieser Anlage ist die Verzahnung von naturnaher Gestaltung mit barrierefreien Elementen. Natur ist für Menschen mit Beeinträchtigungen ja nur selten oder schwierig erlebbar.

Alter
2020/2021

Pflege
Gemeindearbeiter haben alle Pflanzen gesetzt und sind auch für die Pflege zuständig

Kultureller & sozialer Wert
Es ist ein Park für alle Menschen. Die barrierefreien Elemente sind so angelegt, dass Inklusion stattfinden kann. Es gibt viele Sitzplätze, sodass sich Eltern in Sicht- und Rufweite ihrer spielenden Kinder auch erholen können, denn eine naturnahe Gestaltung fördert ausdauerndes Spielen.

Ökologie & Biodiversität
Bei der gesamten Bepflanzung wurde konsequent auf die regionale Herkunft und regionale Vermehrung der Pflanzen geachtet: 170 Wildgehölze, 400 Wildstauden und Wildblumensaatgut. Damit ist der Tisch für Bienen, Schmetterlinge, Vögel und Co reichlich gedeckt.  

Beim Haupteingang wurde ein Fallschutzbereich eines desolaten Spielgerätes in ein großes Wildblumenbeet umgewandelt. Dazu wurde der Fallschutzkies mit Grädermaterial ergänzt. So entstand ein wertvoller Trockenstandort für Wildblumen, an dem die Kinder Insekten auf den Blüten entdecken und beobachten können.

Planerin
DI Konstanze Schäfer

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