Nächtliches Dunkel für Tier und Mensch

Zweifellos setzen Lampen, Fackeln und andere Lichtquellen einen Garten nachts reizvoll in Szene und erfreuen sich deshalb enormer Beliebtheit. Die Schattenseite dieses Vergnügens ist jedoch eine starke Beeinträchtigung der Tierwelt. „Natur im Garten“ verrät, wie Sie Rücksicht auf Vögel, Nachfalter, Fledermäuse & Co nehmen können, ohne dabei im Dunkeln zu sitzen.

„Die innere Uhr nachaktiver Vögel, Falter, Insekten, Kleinsäuger, Frösche und Fledermäuse wird durch ausgedehnte nächtliche Beleuchtung stark irritiert“, erklärt Katja Batakovic, fachliche Leiterin von „Natur im Garten“. „Begrenzen Sie daher die Beleuchtungsdauer auf ein Minimum und vermeiden Sie nach oben gerichtetes Streulicht. Unsere Tierwelt wird es Ihnen danken.“

Auch tagaktive Tiere können bei heller Beleuchtung nicht mehr richtig durchschlafen und sind tagsüber erschöpft. Das gilt übrigens auch für uns Menschen. Im Extremfall verschieben sich sogar die Brutzeiten und das Zugverhalten von Vögeln, die Schwierigkeiten mit der Abschätzung der Tageslänge bekommen. Hungernde Jungvögel und geschwächte Elterntiere sind die Folge. Glühwürmchen, deren Larven hilfreiche Schneckenvertilger sind, können sich in nachthellen Gärten überhaupt nicht mehr fortpflanzen, da die Männchen die Leuchtsignale der Weibchen nicht sehen.

Bevorzugen Sie daher Leuchtmittel, die gelb oder orange leuchten, ein dichtes Gehäuse haben und kühl bleiben. Bei LEDs sollten nur warmweiße Lampen zum Einsatz kommen. Das weiß-blaue UV Licht des Mondes ist für nachtaktive Tiere nämlich ein wichtiger Wegweiser, der nicht überstrahlt werden sollte. Je schwächer das Licht strahlt, desto tierfreundlicher ist es. Nächtliche Beleuchtung hat in der Nähe von Vogel- und Fledermausnistkästen nichts verloren. Nutzen sie abwärts strahlende Lichtquellen dort, wo sie wirklich benötigt werden und setzen Sie Zeitschaltuhren und Bewegungsmelder ein. So lässt sich der Sternenhimmel ungetrübt für Mensch und Tier genießen.