Lust auf Neues im Gemüsegarten?

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Alle Jahre wieder tüfteln wir Gartenfans, welche Köstlichkeiten am Balkongarten oder im Gemüsebeet angebaut werden sollen. Neben den klassischen Lieblingen bieten allerlei interessante Gemüseraritäten Neues für den Gaumen. Die Saison hat sich mittlerweile deutlich verlängert, die Anbaubedingungen hinsichtlich Temperatur und Niederschlag verändern sich. Erweitern Sie Ihr Sortiment an Altbewährtem und probieren Sie neue Gemüsesorten bzw. -arten aus. Der Eigenanbau von Gemüse lohnt in vielerlei Hinsicht: So werden z.B. lange Transportwege und große Mengen Verpackungen eingespart. Gleichzeitig wachsen ohne die Verwendung von chemisch-synthetischen Düngern und Pflanzenschutzmitteln hochwertige und geschmackvolle Lebensmittel direkt vor Ihrer Haustür. Frisch, gesund und gut für die Umwelt – besser geht’s nicht!

„Gemüsearten aus südlichen Regionen wie Kürbis, Paprika, Artischocke oder Melanzani sind wärmeliebend und kommen auch mit trockeneren Bedingungen gut zurecht. Gemüse mit Speicherorganen oder tiefreichenden Wurzeln kann Wasser aus tieferen Bodenschichten aufnehmen und ist so ebenfalls toleranter gegen Hitze und Trockenheit. Dazu zählen: Karotte, Zwiebel, Knoblauch, Lauch, Rettich, Mangold, Wurzelpetersilie, Rote Rübe, Schwarzwurzel oder Kohlgewächse (außer Kohlrabi)“, so Katja Batakovic, fachliche Leiterin der Bewegung „Natur im Garten“.

Buntes Gemüseallerlei – schon probiert?

Paradeiser – heuer eine neue Sorte?
Die Vielfalt an Paradeiser-Sorten ist beachtlich. Dank der wichtigen Bemühung, unsere heimische Kulturpflanzenvielfalt zu erhalten, finden sich in manchem Sortenhandbuch über 500 Sorten! Von knackigen, perlenartigen Minifrüchten der Wildtomate ‘Gelbe Johannisbeere‘ über Altbewährtes wie der ‘Kremser Perle‘, Spezialitäten wie ‘Indigo Rose‘ mit schwarzvioletter Schale bis hin zum gigantischen ‘Ochsenherz‘, das es übrigens auch in leuchtendem Orange gibt. Bei Paradeisern gibt es einfach für jede Region, jeden Geschmack und jeden Zweck die passende Sorte. Achten Sie beim Kauf auf samenfestes Saatgut, am besten aus heimischer Produktion. Wenn die Pflanzen gut und gesund gewachsen sind und die Früchte schmecken, können Sie bei samenfesten Sorten nämlich selbst Saatgut sammeln. So können Sie Ihre Lieblings-Paradeiser auch im nächsten Jahr wieder anbauen oder das Saatgut mit Familie und Bekannten tauschen. Hybrid-Sorten, erkennbar an der Kennzeichnung ‘F1‘ (z.B. auf der Packung), lassen sich nicht selbst vermehren und müssen jedes Jahr neu gekauft werden.

Klettergemüse – Mexikanische Minigurke, Malabarspinat und Süßkartoffel
Zwei in einem – Gemüse und Sichtschutz – alle drei Kletterer sind auch adrett auf Balkon und Terrasse. Minigurken (Melothria) sehen aus wie winzige, längliche Wassermelonen, schmecken nach Gurke, leicht säuerlich und sind ein ideales Jausen-Gemüse. Auch Malabarspinat liebt wärmere Lagen, die fleischigen Blätter erinnern roh oder gegart an den Geschmack junger Maiskolben. Fühlt sich die Pflanze wohl, kann sie stattliche vier Meter hoch werden. Bekannter als das Gürkchen oder der etwas andere Spinat sind Süßkartoffeln, die es in Form von Pommes schon längst in unsere Küche geschafft haben. Bereits im zeitigen Frühjahr können Sie zu Hause mit dem Treiben von Stecklingen beginnen.

Schmackhafte Blüten – Kapuzinerkresse, Gewürztagetes und Speisechrysantheme
Die Kapuzinerkresse bietet würzige, gesunde Blätter und essbare Blüten. Die dankbare Pflanze wächst je nach Sorte kletternd oder üppig überhängend z.B. im Balkonkisterl mit Blüten in fröhlichem Orange, Gelb oder Pink. Die Knospen können als Kapern eingelegt werden. Gewürztagetes haben ein fruchtig-würziges Aroma. Mit ihren dekorativen Blüten lassen sich Süßspeisen ebenso wie erfrischende Drinks verfeinern. Speisechrysanthemen liefern ebenfalls vom Sommer bis zum Herbst hübsche, essbare Blüten. Die jungen Blätter können frittiert oder in den Salat gegeben werden. Diese Pflanzen sind auch für Gartenneulinge leicht anzubauen.

Interessantes für den Gemüsegarten finden Sie auch unter www.naturimgarten.at/newsletter/beitrag/25-gemueseraritaeten.html. Viel Spaß beim Anbauen und Verkosten!

Veranstaltungstipps von „Natur im Garten“ für Privatgärtnerinnen und -gärtner:

Vortrag: „Quer durch den Gemüsegarten“

(Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich)

Donnerstag, 13.02.2025 von 19:00 bis 20:30 Uhr, Stadtsaal Hollabrunn, J. Weisleinstraße 11, 2020 Hollabrunn

Gesund halten was uns gesund hält – so lautet ein Motto der Bewegung „Natur im Garten“. Gemäß diesem Motto erhalten Sie bei diesem Vortrag viele Infos wie Sie Ihren Gemüsegarten nachhaltig fruchtbar und ertragreich halten können – von der Aussaat und Anzucht über organische Düngung, Mischkultur, Fruchtfolge, Pflanzenstärkung bis hin zu Tipps wie Sie Krankheiten und Schädlinge in Schach halten können. Damit schaffen Sie die notwendige Basis für eine reiche Ernte aus den eigenen Gemüsebeeten über das ganze Jahr.

Infos und weitere Vorträge: www.naturimgarten.at/vortraege

Workshop: Das kleine 1x1 der Gemüsevorzucht mit Bernhard Haidler

Freitag, 28.02.2025 von 19:00 bis 21:00 Uhr in 3300 Amstetten

Schon im Vorfrühling beginnt die Arbeit für den Gemüsegarten. Wer im Sommer Paprika und Paradeiser ernten möchte, muss jetzt mit der Aussaat und Vorzucht der Pflanzen beginnen.  Nach einem Einführungsvortrag mischen wir bei diesem Workshop Anzuchterden, basteln Anzuchttöpfe, säen und pikieren Gemüsepflanzen. Viele Praxiselemente und Demos runden den Workshop ab. (Anmeldung erforderlich, Kosten: € 18,-)

Infos und Anmeldung: www.naturimgarten.at/seminare

„Natur im Garten“ Telefon: +43 (0) 2742 / 74 333