Der Garten im September – Praktische Tipps und kreative Ideen für Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner

Fruchtige Marmeladen und Kompotte bringen Gartenglück im Glas.

Mit den „Gartentipps des Monats“ informiert die NÖ Umweltbewegung „Natur im Garten“ jeweils am Ende des Monats über die wichtigsten Arbeiten und schönsten Gestaltungsideen für den kommenden Monat. So können Sie Ihren Leserinnen und Lesern eine kompakte Vorschau und Inspiration liefern, was in ihrem grünen Paradies als Nächstes ansteht.

Tipp #1: Gartenglück im Glas

Ökologisch Gärtnern bringt gesunde Lebensmittel auf den Teller. Frisches Obst und Gemüse aus dem eigenen Anbau spart zudem Transportkilometer und Verpackungsmüll. Vieles, was an Ernte im Überschuss vorhanden ist, lässt sich für den Winter haltbar machen. Allerlei Gemüse zu fermentieren, liegt heute wieder voll im Trend. Manche Gartenschätze wie Kürbisse, Knoblauch, Zwiebel oder Nüsse brauchen nicht verarbeitet, sondern nur richtig gelagert werden. Eingefroren wiederum halten sich z.B. kurz blanchierte Fisolen, Kohlarten, Erbsen, Brokkoli oder Spinat. Wer im Sommer viele Kirschen, Marillen oder Beerenfrüchte erntet, kann einen Teil ebenso zum Kuchenbacken für den Winter einfrieren. Durch Dörren, z.B. mit solarbetriebenen Geräten, lassen sich Früchte z.B. als Apfelringe oder Fruchtleder, Schwammerl, Chili sowie Kräuter und Blüten zum Kochen oder für den Tee haltbar machen. Eingekochte Tomaten-Kräutersaucen sowie fruchtige Marmeladen und Kompotte sind bewährte Klassiker. Wie wäre es nächstes Jahr mit einer Hasenmarmelade aus Äpfeln und Karotten für das Osterfrühstück? Einkochen macht gemeinsam am meisten Spaß. Neben dem Plaudern geht die Arbeit zügiger voran – und als Belohnung gibt’s doppeltes Gartenglück im Glas.

Veranstaltungstipps:

„Natur im Garten“ Vortrag: „Speisekammer Naturgarten“
„Natur im Garten“ Webinar: „Essbares vom Balkon im Winter“


Zum Infoblat „Ernten, Lagern, Konservieren“

Im Kräuterrasen finden Insekten im Gegensatz zum Englischen Rasen Nahrung an den Blüten.

Tipp #2: Kräuterrasen als Lebensretter

Der September ist – neben dem Frühling – ideal, um Rasen neu anzulegen oder braune Stellen auszubessern. Der Boden ist im Herbst noch warm, Nachtfeuchte und milde Tagestemperaturen begünstigen die Keimung des Saatguts. Wer künftig Wasser, Zeit und Geld bei der Rasenpflege einsparen will, sät einen Kräuter- bzw. Blumenrasen aus. Der klassische Gartenrasen ist durstig und braucht viel Pflege – im Klimawandel ist er ein Auslaufmodell. Der Kräuterrasen ist robuster gegenüber Hitze und Trockenheit und braucht daher weniger Wasser. Englischen Rasen müssen Sie pro Saison mindestens 30 Mal mähen, Kräuterrasen nur 3 bis 8 Mal und er kommt ohne Düngung aus. Ein weiterer großer Bonus: Insekten finden – im Gegensatz zur grünen Rasenwüste – Nahrung an den Blüten. Das kommt auch dem Igel oder Fledermäusen zugute, die sich von Insekten ernähren. Der Igel findet sich mittlerweile ebenso wie viele Fledermausarten in der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Wer seinen Garten klimafit und tierfreundlich gestaltet und pflegt, hilft heimischen Arten beim Überleben. Die „Natur im Garten“ Plakette setzt ein überzeugendes Zeichen am Gartenzaun. Jeder Quadratmeter Naturgarten zählt!


Veranstaltungstipp:

„Natur im Garten“ Vortrag:
„Nützlinge — Fleißige Helfer im Naturgarten“

Am Fuß der Hecke gepflanzt, sorgen blühende Stauden für einen schönen Übergang.

Tipp #3: Blühende Heckenfüße voll Leben

Hecken bilden den lebendigen Rahmen unserer Gärten. Heimische Hecken mit langer Blühfolge bieten Vögeln, Insekten, Igeln & Co – ganz im Gegensatz zu Thuje, Kirschlorbeer und Glanzmispel – neben Unterschlupf auch Futter. Uns Menschen spenden sie Schatten und Kühlung, sie sorgen für Wind- sowie Sichtschutz und schaffen damit ein rundum angenehmes Wohlfühlklima. Besonders trockenheitsverträgliche Gehölze sind etwa Kornelkirsche, Haselnuss, Hainbuche, Schlehe, Holunder, Mispel, Felsenbirne oder Sanddorn. Am Fuß der Hecke gepflanzt, sorgen blühende Stauden für einen schönen Übergang zum Kräuterrasen. Trockenheitsverträgliche Schattenstauden sind z.B. Wald-Geißbart, Busch-Windröschen, Nesselblättrige Glockenblume, Gelber Lerchensporn, Wald-Storchschnabel, Wald-Erdbeere, Klebriger Salbei, Gewöhnlicher Odermennig, Gefleckte Taubnessel, Gold-Taubnessel, Nesselkönig, Salomonssiegel, Frühlings-Platterbse, Wilde Mondviole oder Mandelblättrige Wolfsmilch. Abwechslung bringen Gräser wie Schatten-Segge, Schneeweiße Hainsimse oder Wald-Hainsimse und Farne wie Gewöhnlicher Frauenfarn, Gewöhnlicher Wurmfarn und Gemeiner Tüpfelfarn. So entsteht ein – für Mensch und Tier – schöner, lebendiger Blütensaum entlang der Hecke.


Veranstaltungstipps:

„Natur im Garten“ Vortrag:
„Blütenpracht mit Stauden – leicht gemacht“
„Natur im Garten“ Webinar:
„Pflanzzeit im Garten für Stauden und Gehölze“

Zum „Natur im Garten“ Heckennavigator

Werden organische Abfälle nicht entsorgt sondern verwertet, entsteht wertvoller Kompost

Tipp #4: Kompost – die Schatzkiste für gesunden Boden

Der Komposthaufen ist eine Nährstofffabrik in Perfektion. Organische Abfälle wie Laub, Rasenschnitt, Pflanzenreste, ungewürzte Küchenabfälle etc. werden nicht entsorgt, sondern im Garten verwertet. Kompostieren geht auch im Kleinen: mit einer Wurmbox im Hochbeet, mit einer Wurmkiste in der Wohnung oder am Balkon oder in Mini-Form mit einer Wurmvase. Kompostieren ist rundum gesund! Die Struktur des Komposts macht den Boden lockerer und verbessert seine Fähigkeit, Wasser und Nährstoffe zu speichern. Feuchtigkeit wird wie bei einem Schwamm aufgesogen, die Pflanzen werden langsam und nach Bedarf mit Nahrung versorgt. Damit die Kompostierung gut funktioniert, sind ein ausgewogener Mix aus grünem (frischem) und braunem (holzigem) Material, stetige Feuchtigkeit und eine gute Belüftung wichtig. Zerkleinertes Material verrottet schneller – holzige Reste sollten nicht länger als ein  Finger sein, so lässt sich Kompost auch besser durchmischen. Für Mini-Komposter kann das Material auch püriert werden. Ist der Kompost gut ausgereift, riecht er angenehm nach Walderde und enthält keine Kompostwürmer mehr – dann ist das „Schwarze Gold“ einsatzbereit.


Veranstaltungstipps:

„Natur im Garten“ Workshop:
„Herbstarbeiten im Naturgarten – ökologisch & klimafit“
„Natur im Garten“ Webinar:
„Bequem und ertragreich Gärtnern im Hochbeet“


Zum Infoblatt „Kompostieren – so einfach geht's“

„Natur im Garten“ Telefon: +43 (0) 2742 / 74 333