Der Garten im Oktober – Praktische Tipps und kreative Ideen für Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner

Der Seidenschwanz und viele weitere Vogelarten werden durch die Früchte von Hecken versorgt.

Mit den „Gartentipps des Monats“ informiert die NÖ Umweltbewegung „Natur im Garten“ jeweils am Ende des Monats über die wichtigsten Arbeiten und schönsten Gestaltungsideen für den kommenden Monat. So können Sie Ihren Leserinnen und Lesern eine kompakte Vorschau und Inspiration liefern, was in ihrem grünen Paradies als Nächstes ansteht.

Tipp #1: Heckenpflanzzeit – Hecken zum Naschen und Verstecken

Hecken umrahmen den Garten als grüne, lebendige Zäune. Sie sorgen für Sicht- und Windschutz und kühlen wie Mini-Klimaanlagen durch Verdunstung die Umgebung. Heimische Sträucher wie Dirndl, Schwarzer Holler, Schlehe, Kriecherl, Berberitze, Mispel, Sanddorn oder Haselnuss sind robust, pflegeleicht und bieten Köstliches für die Wildobst-Küche. Im Gegensatz zu Thuje, Kirschlorbeer oder Glanzmispel versorgen sie mit ihren Blüten, Früchten und Blättern zudem Vögel, Schmetterlinge und ihre Raupen, Wildbienen und viele mehr. Im Winter schätzen etwa der Seidenschwanz als seltener Wintergast und Drosselarten wie Sing- und Wacholderdrossel oder Amsel das Fruchtbuffet. Sträucher mit Dornen oder Stacheln sind wertvoll, denn sie schaffen sichere Nist- und Versteckmöglichkeiten.

Jetzt im Herbst wird herabfallendes Laub einfach unter die Hecke gerecht und mit etwas Erde oder Zweigen beschwert. Das spart Arbeit, schützt den Boden, versorgt die Sträucher mit Nährstoffen und bietet Kleintieren ein Winterquartier. So finden dort auch hungrige Igel vor und nach dem Winterschlaf Nahrung.

Tipp: Der Heckentag am 8. November lädt dazu ein, regionale Wildgehölze, Fruchtsträucher, Obstbäumchen und Heckenpakete zu erwerben und im Garten zu pflanzen – Bestellung im Heckenshop oder bei den „Natur im Garten“ Partnerbetrieben. Entscheidungshilfe zur Auswahl der Lieblings-Sträucher bietet der „Natur im Garten“ Heckennavigator.

Veranstaltungstipps:

„Natur im Garten“ Workshop: „Lebende Weidenzelte bauen“
„Natur im Garten“ Webinar: „Was tun mit dem Herbstlaub?“

Zum Infoblatt „Hitparade der Wildsträucher“

 

Die Europäische Hornisse, die sich unter anderem von Nektar ernährt, ist ein nützlicher Helfer im Garten.

Tipp #2: Hornissen – große Brummer, weicher Kern

Im Herbst wird das Summen im Garten leiser. Auch große Brummer wie die Europäische Hornisse sind kaum noch zu sehen. Das heurige Hornissenvolk stirbt im Spätherbst, nur die jungen Königinnen suchen sich geschützte Winterquartiere. Das alte Nest wird nicht wieder bezogen und kann belassen werden. Im Frühjahr bauen die Jungköniginnen wieder ein neues Nest und gründen ein neues Volk. Gerne nutzen sie dazu z.B. Höhlen in alten Bäumen. Die friedlichen Tiere stechen nur, wenn sie selbst oder ihr Nest bedroht werden. Für gesunde Menschen, die keine Allergie haben, stellt ein Hornissenstich keine besondere Gefahr dar.

Die erwachsenen Tiere haben an unserem Essen kein Interesse. Sie ernähren sich von Nektar, reifem Fallobst und Baumsäften. Die Larven werden aber mit Insekten gefüttert – und das macht sie zu großartigen Helfern im Garten. Fast rund um die Uhr werden vor allem Wespen und Fliegen erbeutet. Der Nachwuchs eines voll entwickelten Volkes kann bis zu einem halben Kilogramm Insekten pro Tag fressen. Wer Hornissen im Garten toleriert, wird also ordentlich belohnt.

Aber Achtung: Hornisse ist nicht gleich Hornisse. Neben der nützlichen, heimischen Art wurde in Österreich im April 2024 auch erstmals die gebietsfremde Asiatische Hornisse nachgewiesen. Sie wurde vermutlich über Warentransporte nach Europa eingeschleppt. Ein Steckbrief findet sich unter www.gartentelefon24.at – Infos, wie man bei Sichtung einer Asiatischen Hornisse reagiert, gibt es HIER.

Veranstaltungstipps:

„Natur im Garten“ Vortrag:
„Nützlinge — Fleißige Helfer im Naturgarten“
„Natur im Garten" Webinare:
„ Zimmer frei? Überwinterungsquartiere für nützliche Insekten“
„Wie unsere Gartentiere den Garten sehen“      

Zum Infoblatt „Alte Bäume – Lebensräume der Artenvielfalt“

Mehr Blüten bedeuten mehr Bestäuber – daher lohnt es sich, Stauden im Herbst zu teilen.

Tipp #3: Insektenhotel?
Bitte mit „Blüten-Restaurant“!

Vielleicht kennen Sie das: Sie haben ein schönes Hotel gebucht – doch in der Nähe fehlt ein gutes Restaurant. Ähnlich geht es Wildbienen in so manchem „Insektenhotel“. Solche Nisthilfen sind bei Gartenfans beliebt und werden – wenn richtig gemacht – gern besiedelt. Damit der Wildbienen-Nachwuchs, der in der Nisthilfe heranwächst, gut versorgt werden kann, braucht es im Umkreis von 300 Metern auch viele ungefüllte Blüten. Insektenhotels werden übrigens, wenn sie besiedelt sind, keinesfalls gereinigt und bleiben das ganze Jahr über an Ort und Stelle.    

Herbstzeit ist Pflanzzeit – wer jetzt im Garten, auf Balkon oder Terrasse heimische Blütenstauden pflanzt, sorgt für Nektar für die Wildbienen und Pollen für ihren Nachwuchs. Es lohnt sich, beim Einkauf gezielt nach heimischen Arten zu fragen, z.B. bei den „Natur im Garten“ Partnerbetrieben. Wer „Blüten-Restaurants“ wie Schafgarbe, Storchenschnabel & Co. schon im Garten hat, kann ältere Pflanzen im Herbst auch kostensparend durch Teilung vermehren. Mehr Blüten bedeuten mehr Bestäuber – und damit mehr Früchte an Obst und Gemüse im Garten und am Teller.


Veranstaltungstipps:

„Natur im Garten“ Vorträge:
„Blütenpracht mit Stauden leicht gemacht“
„Gärten für Schmetterlinge, Bienen, Hummeln & Co“

Zum Infoblatt „Blüten und ihre Bestäuber“

Laternen aus Herbstblättern bringen stimmungsvollen Herbstzauber in den Wohnraum.

Tipp #4: Laternen aus Herbstblättern basteln

Im Oktober freuen sich unsere Kinder auf die Herbstferien. Eine schöne Gelegenheit, um gemeinsam Zeit zu verbringen. Die Natur liefert jetzt reichlich buntes Laub und lädt zur Schatzsuche und zum Basteln ein. Beim Sammeln können die Kinder Wissenswertes über den Wert von Bäumen und Laub für Tiere erfahren – etwa als Winterquartier für Insekten oder Igel. Zu Hause lässt es sich dann gemütlich zusammen basteln – etwa eine Laterne, denn durch deren Licht leuchten die Blätter besonders schön in all ihren Farben und Formen. Jede Laterne wird zum persönlichen Kunstwerk und bringt stimmungsvollen Herbstzauber in den Wohnraum. Im November kann die Laterne auch beim traditionellen Laternenfest mitgebracht werden. Hier geht’s in 10 Schritten zum Laternen-Kunstwerk.

Weitere Anleitungen für Pädagoginnen und Pädagogen ebenso wie für Eltern und Verwandte, um den Garten gemeinsam mit Kindern spielerisch zu entdecken, finden sich unter www.lernenimgarten.at.

Veranstaltungstipp:

„Natur im Garten“ Workshop:
„ Adventdekorationen aus Naturmaterial“

Veranstaltungen in den
„Natur im Garten" Schaugärten

- Ritterturnier zu Pferde im  Schlosspark Laxenburg (Bezirk Mödling)
- „Pferdekraft“ im Weinviertler Museumsdorf Niedersulz (Bezirk Gänserndorf)
- Herbstfest auf Schloss Hof (Bezirk Gänserndorf)
- „Blühender Herbstgarten“ im Cottage Garten der Familie Ungersböck (Bezirk Mistelbach)
- Kunsthandwerks- und Pflanzenmarkt im Stift Seitenstetten (Bezirk Amstetten)
- Aktivwochenende: „Kreativ durch die Jahrtausende“ im MAMUZ Schloss Asparn/Zaya (Bezirk Mistelbach)
- „Der Herbstwald – Wandel in der Natur“ im Stift Altenburg
- Staatsmeisterschaft der Riesenkürbisse in den Kittenberger Erlebnisgärten (Bezirk Krems)
- „Fermentieren – Wertvolle Nahrung für unseren Darm“ im TEH® Kräuterschaugarten
- Eröffnung „Der unsichtbare Garten“ in der Gartenbauschule Langelois (Bezirk Krems)
- schul.info Tag in der Gartenbauschule Langenlois (Bezirk Krems)



„Natur im Garten“ Telefon: +43 (0) 2742 / 74 333