Der Garten im Juli – Praktische Tipps und kreative Ideen für Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner

© „Natur im Garten“ / A. Haiden. Begrünte Dächer bringen zahlreiche Vorteile für Umwelt und Klima.

Mit den „Gartentipps des Monats“ informiert die NÖ Umweltbewegung „Natur im Garten“ jeweils am Ende des Monats über die wichtigsten Arbeiten und schönsten Gestaltungsideen für den kommenden Monat. So können Sie Ihren Leserinnen und Lesern eine kompakte Vorschau und Inspiration liefern, was in ihrem grünen Paradies als Nächstes ansteht.

Tipp #1: Gut bedacht – begrünte Dächer

Vogelhäuschen, Müll- oder Gartenhütte, Garagen- oder Hausdächer – all das kann begrünt werden! Gründächer sehen nicht nur schön aus, sie bringen auch viele Vorteile für Umwelt und Klima – und damit für uns selbst. Je nach Art und Aufbau können Gründächer im Jahresmittel bis zu 90 Prozent des Regenwassers speichern. Das entlastet die Kanalisation, besonders bei Starkregen. Über Regenrinnen und Regentonnen lässt sich zusätzlich wertvolles Gießwasser sammeln. Dachbegrünung filtert zudem Staub- und Schadstoffe, bindet CO2, mindert Lärmbelastung und puffert Temperaturextreme. Das spart Energie und senkt Kosten zum Heizen oder Kühlen von Gebäuden. Pflanzen sind die beste natürliche Klimaanlage – sie verdunsten Wasser, wodurch die Luftfeuchtigkeit steigt und die Umgebungstemperatur sinkt. Begrünte Dächer sind meist ungestörte Flächen, die besonders in der Stadt wertvollen Lebensraum für Tiere und Pflanzen bieten. Gut bedacht zahlt sich für alle aus!

Veranstaltungstipp:

„Natur im Garten“ Vortrag:
„Gärten klimafit machen“
Mittwoch, 03.09.2025, 14.00 Uhr
3970 Moorbad Harbach

 

Weitere Infos zu Gründachsystemen und Solargründächern

© „Natur im Garten“ / K. Weber. Seltener, dafür durchdringend gießen lautet die Devise.

Tipp #2: So geht richtiges Gießen

Morgenstund‘ hat Gold im Mund – das gilt auch beim Gießen. Überbrausen Sie die Pflanzen nicht, sondern gießen Sie bodennah, gezielt zum Wurzelbereich. Im Gemüse- und Blumenbeet hält sich Feuchtigkeit länger, wenn der offene Boden z.B. locker mit Rasenschnitt gemulcht, also bedeckt wird. Regelmäßiges Hacken und Kompostgaben sorgen für einen gesunden Boden, der Wasser wie ein Schwamm aufnehmen kann. Gießen Sie lieber seltener, dafür durchdringend. So bilden die Pflanzen auf der Suche nach Wasser tiefer reichende Wurzeln und kommen mit Trockenheit besser zurecht. Verspricht der Wetterbericht nach längerer Trockenzeit starken Regen, dann befeuchten Sie den Boden davor leicht. Damit kann er Niederschlag leichter aufnehmen und speichern. Regenwasser ist kostenlos und eignet sich bestens zum Gießen, deshalb fleißig sammeln! Nicht alle Pflanzen brauchen bewässert zu werden. Standortgerechte Bäume und Sträucher sowie trockenheitsliebende Stauden und vielen Kräutern reicht der Regen völlig aus. Smart zu pflanzen, spart Wasser, Gieß- bzw. Pflegeaufwand – Beratung gibt's im Fachbetrieb vor Ort.


Veranstaltungstipp:

„Natur im Garten“ Workshop:
„Nie wieder gießen: Trockenheitsresistentes Staudenbeet“       
Samstag, 27.09.2025, 14.00 Uhr
3430 Tulln an der Donau


Standortgerechte Hecke gesucht?
  
Standortgerechter Baum gesucht?

© Adobe Stock. Die Blüten des Heiligenkrauts bieten Schmetterlingen Nahrung.

Tipp #3: Santolinas – mediterranes Flair mit Kräutern

Zurück vom Urlaub träumen wir noch von den würzigen, mediterranen Düften. Wie gut, dass sich mit Heiligen- und Olivenkraut (lateinisch Santolina) Mittelmeer-Feeling in das Stein- oder Kräuterbeet und auf dem Balkon pflanzen lässt. Hitze und Trockenheit vertragen die „Santolinas“ gut. Sie bevorzugen warme, sonnige Standorte und nährstoffarme Kräutererde. Graues Heiligenkraut macht sich getrocknet und zerrieben fein im Kräutersalz. Olivenkraut eignet sich durch den olivenartigen Geschmack gut zum Würzen von Fleisch-, Fisch- oder Nudelgerichten ebenso wie für Marinaden. Hitzetolerant und pflegeleicht sind z.B. auch Lavendel, Ysop, Salbei, Muskatellersalbei, Currykraut oder Thymian. Diese Kräuter punkten aber nicht nur mit Duft und Würzaroma für die Küche. Von Schnecken eher verschmäht, bieten die Blüten des Heiligenkrauts und anderer Kräuter Insekten wie z.B. dem Kleinen Feuerfalter Nahrung. Seine Raupen fressen hingegen meist an Ampfer. Der Geschmack von Schmetterlingen und ihren Raupen ist durchaus verschieden. Darum gilt: Wer Schmetterlinge fördern will, braucht auch Futterpflanzen für deren Nachwuchs.

Mehr Schmetterlingswissen gibt es von Blühendes Österreich via kostenloser Schmetterlings-App, die heuer schon über 1 Mio. Schmetterlings-Sichtungen feiert!

 

Veranstaltungstipp:
„Natur im Garten“ Webinar:
„Seltene Schmetterlinge im Garten fördern"   
Montag, 28.07.2025, 18.00 Uhr

 

So baut man eine Kräuterspirale

© Adobe Stock. Mangold kann ab Ende Juli bis Anfang August/Mitte September ausgesät werden.

Tipp #4: „Snow Food“ – frisches Gemüse im Winter

Auch in der kalten Jahreszeit kann frisches Gemüse geerntet werden – besonders in milden Regionen. Zwischen Juli und Oktober entstehen im Beet Lücken, die sich ideal für Wintergemüse nutzen lassen. Ein wind- und witterungsgeschützter Platz ist für den Wintergemüseanbau vorteilhaft. Nah beim Haus platzierte Vertikalbeete sind hierfür besonders praktisch. Trockene Kälte ist für Wintergemüse nicht das vorrangige Problem, ein schützendes Vlies ist bei Bedarf hilfreich. Problematisch sind hingegen Nässe und häufige Wechsel zwischen Frost und Tauwetter, denn sie begünstigen Fäulnis. Ein Glashaus, Frühbeet oder Aufsätze für das Hochbeet sind bei solchen Bedingungen sinnvoll. Hier ist regelmäßiges Lüften wichtig. Wer abgeernteten Beete nicht mit „Snow Food“ bepflanzen möchte, kann Gründüngung aussäen. Das ist gut für die Bodenlebewesen und für die Bodengesundheit. Vogerlsalat und Spinat können z.B. als Gründüngung angebaut und auch gegessen werden. Noch einfacheres Wintergrün gibt’s von der Fensterbank: Microgreens und Sprossen bringen frisches Grün auf den Teller – ganz ohne Garten. Sie sind gesund, auch im Winter leicht zu ziehen und schnell verfügbar.

 

Veranstaltungstipps:

„Natur im Garten“ Workshop:
„Jetzt ans Wintergemüse denken“
Samstag, 06.09.2025, 14 Uhr
3430 Tulln an der Donau

„Natur im Garten“ Telefon: +43 (0) 2742 / 74 333