• Streusalzschäden minimieren

Streusalzschäden minimieren

Durchdringendes Bewässern kann Salz in die Böden waschen!

Rund 300.000 Tonnen Streusalz werden in Österreich pro Jahr auf den Straßen ausgebracht. Streusalz besteht in erster Linie aus Natriumchlorid (Kochsalz) und es ist schon lange bekannt, dass Kochsalz Böden und Pflanzen stark schädigen kann. Zwar sind in den meisten Gemeinden Laubgehölze als Straßenbegleitgrün gepflanzt, die Streusalz meist etwas besser vertragen als Nadelgehölze, aber bei zu hohen Konzentrationen kommt es eben doch zu Schäden.

Diese zeigen sich in erster Linie durch ein Verbräunen der Blattränder bis hin zum kompletten Braunwerden und/oder Absterben der Blätter und Pflanzen. Im Extremfall können auch ältere Bäume so geschädigt werden, dass sie im Laufe der Jahre komplett absterben. Gerade der sich wiederholende Eintrag von Streusalz in jedem Jahr ist auf Dauer für Bäume gefährlich. 

Interessant ist, dass in den Blättern gesalzener Bäume eine erhöhte Aminosäurekonzentration zu finden ist, was Blattläuse besonders mögen, denn sie leben von diesen Verbindungen! Erhöhte Blattlauspopulation steht also in direktem Zusammenhang zum Streusalzeinsatz.

Auch die Toleranz der Pflanzen gegen Staubbelastung nimmt stark ab, und Straßenstaub kann Verbräunungen oder Absterben der Blätter erst im Sommer auslösen, wo niemand mehr mit Streusalzschäden rechnet. Die Schädigung des Bodens (Verschlämmen) und des Bodenlebens, sowie die Verschlechterung der Aufnahme von wichtigen Nährstoffen durch die Pflanze tut ihr Übriges.

Sind Schäden im Frühjahr erkennbar muss gehandelt werden. Die einzige Hilfe ist Wässern: etwa 50l/m² sind notwendig um die meisten Salze aus dem Boden auszuwaschen. Am besten wässert man den Traufenbereich der Bäume, also dort wo die Baumkrone endet. Hier befinden sich die meisten Feinwurzeln, die für Wasser- und Nährstoffaufnahme zuständig sind. 

Vorbeugend könnten die Pflanzen bereits bei der Pflanzung mit Mykorrhizapilzen im Wurzelbereich beimpft werden. Diese Pilze leben in Symbiose mit den Pflanzen, erhöhen die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen um ein Vielfaches und übernehmen praktisch Wurzelfunktionen. Sie sind bei Streusalzeintrag, aber auch bei Trockenheit oder Belastungen durch Hunde hilfreiche Mikroorganismen und können auch nachträglich noch eingebracht werden.

Salztolerante Bäume, Sträucher oder Blumenwiesen einzusetzen ist ebenso eine Möglichkeit Schäden entgegenzuwirken  wie auf gut durchlässiges Substrat zu setzen  Besser ist es natürlich die Salzstreuung einzuschränken. In einigen Gemeinden Niederösterreichs finden sich Beschilderungen mit dem Hinweis der eingeschränkten Salzstreuung und der Bitte um Vorsicht. Das ist ein guter erster Schritt! Alternative Streumittel auf Nitrat- oder Formiatbasis (Ameisensäure) sind schlicht zu teuer.