Die Rußrindenkrankheit
Bild: Blätter und Blüte des Bergahorns (Acer pseudoplatanus)
Die Rußrindenkrankheit befällt mehrere Ahornbaum-Arten, vor allem aber den Bergahorn, der vermehrt unter Klimastress leidet. Sie führt zum Absterben der Bäume und kann auch durch den massiven Sporenflug die Gesundheit vom Menschen beeinträchtigen. Regelmäßige Baumkontrollen sind wichtig.
Diese Pilzkrankheit wird durch den Klimawandel begünstigt. Der Pilz ist ein Schwächeparasit - er befällt vor allem Bäume, die unter Hitze- und Trockenheitsstress leiden. Daher sind Bergahorne, die an nicht optimalen Standorten stehen, besonders gefährdet. Bergahorne bevorzugen frisch-feuchte Böden, sind hitzeempfindlich und lieben luftfeuchte Lagen. Der Klimawandel setzt ihnen zu, besonders wenn sie an Standorten mit weiteren erschwerten Bedingungen, wie etwa im städtischen Straßenbereich, stehen. Dann verstärken sich noch zusätzlich die negativen Effekte.
Die Krankheit mit dem wissenschaftlichen Namen Cryptostroma corticale wurde aus Amerika eingeschleppt. Sie kommt in erster Linie beim Bergahorn vor, seltener können auch Spitz- oder Feldahorne befallen werden. Vor allem nach langen, trockenen Sommern tritt der Pilz in Erscheinung, dessen Sporen durch Wind verbreitet werden. Befallene Bäume zeigen mehrere Krankheitsstadien, die am Ende zum kompletten Absterben führen können.
Die Krankheit breitet sich im Holzkörper des Baumes aus. Von außen sichtbare Zeichen eines Befalles sind das Welke und Absterben von Kronenteilen. Das Holz verfärbt sich, es zeigen sich Rindennekrosen und schleimiger Ausfluss am Stammfuß. Durch Weißfäule kann die Bruchfestigkeit von Ästen oder die Standfestigkeit des Baumes beeinträchtigt sein. Schließlich stirbt der gesamte Baum ab, dann blättert die Rinde an den betroffenen Bereichen ab und darunter ist ein dunkler, „rußartiger“ Sporenteppich (bis zu 1 cm dick) zu erkennen.
Bei gefährdeten Bäumen ist es wichtig, regelmäßige Kontrollen durchzuführen, z.B. durch professionelle Baumprüfungen. In langen Trockenzeiten hilft es, die Bäume bedarfsgerecht zu bewässern, damit sie vital bleiben. Bei Schnittarbeiten ist das Werkzeug vor jedem neuen Baum zu desinfizieren, um die Krankheit nicht weiterzuverbreiten. Werden Bäume neu gepflanzt, ist auf klimafitte Arten zu achten, vor allem an schwierigen Standorten.
Bild: Befallenes Holz
Befallene Bäume müssen professionell gerodet und entsorgt werden. Bis zur Rodung ist der Bereich um den Baum abzusperren, um Personen vor Sporenflug zu schützen.
Wie gefährlich ist die Rußrindenkrankheit für Menschen? Das Einatmen der Sporen kann zu einer Entzündung der Lungenbläschen führen, aber eher nur nach intensivem Kontakt und/oder bei einer Belastung über einen längeren Z eitraum. Deshalb sind hauptsächlich Forstarbeiter gefährdet. Bei leichtem Kontakt kann es (vor allem bei Personen mit Allergie oder r Lungenproblemen) zu Hustenreiz, Atemproblemen, Schüttelfrost oder Fieber kommen. Vor allem im städtischen Bereich, wo sich viele Menschen aufhalten, ist eine Gefährdung möglich.
Linktipps:
Einen Überblick über gängige Krankheiten und Schädlinge inkl. ökologische Bekämpfungsmaßnahmen gibt es unter Gartentelefon24.at
Partnerbetriebe die Baumkontrollen durchführen finden Sie unter: www.naturimgarten.at/unsere-partnerbetriebe
„Natur im Garten“ Telefon: +43 (0) 2742 / 74 333