Pflanze Kräuter. Würze dein Leben.

Kräuterliebe: Ein Fest für die Sinne und die Natur

Kräuter sind die heimlichen Stars in jedem Naturgarten, auf dem Balkon oder der Terrasse. Sie setzen nicht nur optische Highlights, sondern verzaubern uns auch mit ihren betörenden Düften. Doch sie können noch viel mehr: Als wertvoller Lebensraum ziehen sie Wildbienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen und andere Bestäuber magisch an.

Was oft mit einem Topf Schnittlauch auf dem Fensterbrett beginnt, entwickelt sich schnell zur großen Leidenschaft. Wer tiefer in die Welt der Kräuter eintaucht, entdeckt eine unglaubliche Vielfalt an Gestaltungs- und Nutzungsmöglichkeiten. Holen Sie sich die würzige Kraft der Natur direkt vor Ihre Küchentür!

Sie sehen hübsch aus, verfeinern viele Gerichte und sind dazu noch recht genügsam. Kräuter passen in jeden Garten und auch – im Topf kultiviert – auf Terrasse oder Balkon. Aber worauf ist beim Kräuteranbau zu achten?

Wer mit dem Garteln beginnen will, fängt am besten mit Kräutern an. Ist der Garten noch so klein oder der Balkon noch so winzig, für die Würzpflanzen reicht der Platz allemal. Notfalls gedeihen Kräuter auch auf der Fensterbank, bevorzugt an einem Südfenster gleich in oder neben der Küche, also quasi direkt am Ort ihrer Verwendung. Die Vielfalt an Arten und Sorten ist enorm, für jede Geschmacksrichtung ist ein Kraut gewachsen. Kräuter gibt es jetzt im Frühling bei jeder Gärtnerei und auf vielen Märkten, idealerweise meistens schon als mehr oder weniger große Pflanzen im Topf. Sie müssen sich nur noch entscheiden, welche der Gewächse Sie nach Hause mitnehmen und in den Garten oder in einen Blumentopf setzen. Auch wenn die meisten Kräuter recht genügsam sind, lohnt es sich, ihre individuellen Ansprüche zu berücksichtigen. Sie werden es Ihnen mit Wuchsfreudigkeit und vollem Aroma danken.

Licht und Wärme

Wie alle Pflanzen sind auch Kräuter auf Sonnenlicht angewiesen, um sich optimal entwickeln zu können. Idealerweise sind sie mindestens fünf Stunden täglich direktem Sonnenlicht ausgesetzt. Pflanzen mit großen, weichen Blättern wie z. B. Sauerampfer, Melisse, Minze oder Petersil kommen aber auch ganz gut im Halbschatten zurecht. Wenn Sie Kräuter im Haus kultivieren, sollten Sie diese direkt ans Fenster stellen. Viele Kräuter stammen ursprünglich aus südlicheren Gefilden wie dem Mittelmeer raum. So brauchen Salbei, Thymian, Rosmarin und Co. viel Wärme, um optimal zu gedeihen. Für diese Pflanzen ist ein sonniger Standort Pflicht. Des Weiteren geben eine Beetumrandung aus Steinen oder größere Bruchsteine oder Findlinge im Beet zwischen den Kräutern nachts die tagsüber gespeicherte Wärme ab und sorgen somit für ein angenehmeres Mikroklima. Ausreichend Luftbewegung zwischen den Pflanzen sollte herrschen, damit Regentropfen und Tau schnell abtrocknen können. Dies minimiert das Risiko von Blattkrankheiten. Setzen Sie daher die einzelnen Pflanzen nicht zu dicht.

Passender Boden

Kräuter brauchen ausreichend Nährstoffe und Feuchtigkeit, wie viel jeweils davon, ist individuell verschieden. Was jedoch so gut wie keine Würzpflanze verträgt, sind schwere Tonböden. In diesen Böden kann das Wasser schwer abfließen und Staunässe ist die Folge, was wiederum die Wurzeln schädigt. Nur Minze, Sauerampfer und Brunnenkresse vertragen diese Verhältnisse, die Kultur aller anderen Kräuter ist auf solchen Böden zum Scheitern verurteilt und selbst Bodenverbesserungsmaßnahmen helfen nicht viel. Am besten, Sie legen gleich ein Hochbeet an oder kultivieren Ihre Lieblinge im Topf. Mittelschweren Boden können Sie aufbereiten, indem Sie Sand und reifen Kompost einarbeiten. Sand lockert die Erde auf und Kompost versorgt die Pflanzen mit wertvollen Nährstoffen. Je nachdem, wie viel „Futter“ Ihre Lieblinge brauchen, sollten Sie den Boden mit mehr oder weniger Kompost, ev. auch mit etwas Hornspänen oder -mehl aufbereiten. Das Gleiche gilt für die Einarbeitung von Sand. Ein sandiger Boden erwärmt sich schnell, trocknet aber ebenso rasch aus, da das Wasser schnell abfließt und kaum gespeichert werden kann. Auch Nährstoffe werden in kurzer Zeit ausgewaschen. Ideal sind solche Böden für Mittelmeerkräuter wie Rosmarin, Thymian oder Salbei, die an Trockenheit und magere Böden angepasst sind. Um sandige Böden für andere Kräuter, die mehr Nährstoffe und Wasser benötigen, wie etwa Schnittlauch, Dill oder Liebstöckel, attraktiv zu machen, arbeiten Sie regelmäßig Kompost und Tongranulat ein.

Bodenvorbereitung

Um den Boden für Kräuter mit mittlerem Nährstoffbedarf optimal vorzubereiten, hat sich die Gründüngung bewährt. Pflanzen wie z. B. Senf oder Phazelia verbessern den Boden und lockern ihn mit ihren Wurzeln auf, Leguminosen reichern ihn mit Stickstoff an. Lassen Sie die Gründüngung den Winter über stehen, sie schützt das Bodenleben. Im Frühjahr entfernen Sie das Unkraut, arbeiten die Gründüngungspflanzen ein und bedecken den Boden mit einer Schicht aus Kompost. Bevor Sie die Kräuter setzen, lockern Sie die Erde für eine feinkrümelige Struktur. Zwischen den frisch gesetzten Pflänzchen hilft eine dünne Mulchschicht, den Boden unkrautfrei und feucht zu halten. Wie steht‘s mit dem pH-Wert? Nicht nur die Bodenstruktur und die Nährstoffverfügbarkeit sind für Pflanzen wichtig, auch der pH-Wert ist relevant. Für die meisten Kräuter ist ein pH-Wert zwischen 6,5 und 7 (also neutral bis leicht sauer) ideal. Wie es um Ihren Gartenboden steht, können Sie mit einfachen Testsets aus dem Fachhandel ermitteln, um gegebenenfalls gegenzusteuern. Ist der Boden zu sauer, also der pH-Wert geringer als 6,5, hilft das Ausbringen von Algenkalk oder kohlensaurem Kalk. Bei zu basischen, meist kalkhaltigen Böden (pH-Wert höher als 7) können Sie mit Koniferennadeln den pH-Wert etwas senken.

Maßvolles Gießen und Düngen

Wenn Sie wissen wollen, wie viel Wasser Ihre Kräuter brauchen, sehen Sie sich ihre Blätter an. Viele Würzpflanzen aus dem Mittelmeergebiet haben nadelartige, derbe oder silbrig behaarte Blätter und damit einen effektiven Verdunstungsschutz. Diese Kräuter kommen sehr gut mit Trockenheit zurecht. Pflanzen jedoch mit großen, saftigen, weichen Blättern verdunsten im Sommer mehr Wasser und brauchen Nachschub. Gießen Sie am besten morgens mit weichem (idealerweise Regen-)Wasser. Wässern Sie nur den Boden, nicht die Pflanzen, und zwar so lange, bis das Wasser nur mehr langsam versickert. Während sich die Hungerkünstler aus dem Mittelmeer nur mit wenigen Nährstoffen zufriedengeben, ja bei einem Zuviel sogar anfällig für Krankheiten werden und ihr Aroma sowie ihre Winterhärte leiden, sind viele andere Kräuter sehr wohl dankbar für Düngergaben. Ideal sind Kompost oder organische Kräuterdünger. Um den unterschiedlichen Ansprüchen der Pflanzen gerecht zu werden, am besten diejenigen zusammensetzen, die auch ähnliche Bedürfnisse haben. Eine praktische Lösung sind Kräuterschnecken, die auch noch richtig toll aussehen können.

Partnerbetriebe & Gütesiegelprodukte

Alles, was es zum Kräuteranbau braucht – von kräftigen Jungpflanzen über torffreie Erden bis hin zu Düngemitteln oder Mulchmaterialien und vieles mehr - finden Sie bei unseren „Natur im Garten“ Partnerbetrieben und unter unseren „Natur im Garten“ Gütesiegelprodukten.

Workshops & Webinare

In den „Natur im Garten“ Workshops lernen Sie praxisnah, wie z.B. blühende Kräuterbeete gestaltet oder Kräuter vermehrt werden können. Unsere kostenlosen, kurzen Webinare bieten Ihnen 2026 zum Jahresschwerpunkt „Pflanze Kräuter. Würze dein Leben!“ viele spannende Tipps rund um das Thema Kräuter im Garten.    

„Natur im Garten“ Magazin

Hitze und Sonne? Perfekt! Viele unserer Lieblingskräuter stammen aus dem Mittelmeerraum und lieben es, wenn die Sonne scheint und der Boden durchlässig ist. Sie brauchen karge Erde und wenig Wasser.

Wer in der Sonne so richtig aufblüht:

☀️ Rosmarin: Je mehr Sonne, desto intensiver das Aroma!

☀️ Thymian: Ideal für Trockenmauern und sonnige Beete.

☀️ Lavendel: Blüht am schönsten in der Hitze.

☀️ Salbei: Achtung vor Staunässe, er braucht durchlässigen Boden.

☀️ Oregano (Majoran): Ein echter Sonnenanbeter!

Wichtig: Verwenden Sie für diese Kräuter sandige, nährstoffarme Kräutererde, und vermeide Staunässe!

 

Keine Sonne? Kein Problem! 🌿 Nicht alle Kräuter brauchen sonnige Standorte. Viele heimische Arten gedeihen prächtig im Schatten und schenken uns üppiges Grün, wo die Sonne fehlt.

Diese Kräuter fühlen sich im Halbschatten am wohlsten:

🌿 Bärlauch: Liebt feuchten, humusreichen Waldboden (Achtung: Saison nur im Frühjahr!).

🌿 Waldmeister: Wächst gerne unter Bäumen und schätzt den Schatten.

🌿 Giersch: Ein ausdauerndes Wildkraut (oder auch Beikraut), das auch im Schatten wächst.

🌿 Petersilie: gedeiht auch gut im Halbschatten

🌿 Schnittlauch: Gedeiht besser im Halbschatten als in der vollen Sonne.

Wichtig: Halte diese Kräuter feuchter als ihre mediterranen Kollegen und sorge für humusreiche Erde!

Sie möchten mehr Leben in Ihren Garten, auf den Balkon oder die Terrasse bringen? Diese blühenden Kräuter sind wahre Magneten für Bienen, Hummeln & Schmetterlinge! Sie sind pflegeleicht und liefern den Insekten wertvollen Nahrung vom Frühling bis Herbst.

 

5 Kräuter-Stars für Bienen- & Hummeln:

🐝 Thymian: Blüht lange und bietet unzählige kleine Blüten.

🐝 Borretsch: Seine sternförmigen, blauen Blüten lieben Hummeln besonders.

🐝 Ysop: Ein attraktiver, langer Blüher mit violetten Blütenständen.

🐝 Oregano: Echte Nektar-Booster, ideal für Topf und Beet.

🐝 Schnittlauch: Seine lila Blütenbälle sind im Frühjahr eine wichtige frühe Nahrungsquelle.

 

5 Kräuter-Stars für Schmetterlinge:

🦋 Lavendel: Der Klassiker! Zieht Zitronenfalter und Tagpfauenaugen magisch an.

🦋 Pfefferminze (Blüten): Die kleinen, hellen Blüten sind eine tolle späte Nahrungsquelle.

🦋 Dost (Wilder Oregano): Ein Favorit vieler Schmetterlingsarten.

🦋 Goldmelisse: Ihre leuchtend roten Blüten liefern viel Nektar.

🦋 Dill: Seine großen, gelben Blütenschirme sind ein Landeplatz und Futterlieferant.

 

Kräuter für die Kids: Ohne Raupe kein Schmetterling!

Wir alle lieben Schmetterlinge, die unseren Garten, Balkon oder Terrasse besuchen. Aber wussten Sie, dass sich die bunten Falter nur dort vermehren können, wo auch die Raupen genug zu fressen finden? Raupen sind Feinschmecker und oft auf ganz bestimmte Pflanzen spezialisiert. Wenn Sie Schmetterlinge fördern wollen, müssen Sie also auch Platz für ihre "Kinderstube" lassen!

Wichtige Raupenfutterpflanzen unter den Kräutern:

🐛 Große Brennnessel: Die wichtigste Futterpflanze für über 25 Arten, darunter Admiral, Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs. Tipp: Lass in einer sonnige Ecke Brennnesseln stehen (auch im Winter nicht wegräumen!).

🐛 Dill & Fenchel: Die Raupen des wunderschönen Schwalbenschwanzes sind absolute Gourmets und fressen am liebsten die Blätter dieser Pflanzen (oder auch Karottengrün).

Die Devise im Naturgarten: Lassen Sie auch mal eine kleine Ecke "wild" sein!

 

(c) AdobeStock

Kresse – Frisches Grün

An Wintertagen wird die Sehnsucht nach frischem Grün oft schon groß. Bis zum Start der Gartensaison ist aber noch ein wenig Geduld gefragt. Wie gut, dass sich Kresse zuhause ohne viel Aufwand ziehen lässt. Dafür werden die Kressesamen in Schalen mit 2 cm Erde oder einfach auf Watte oder gefaltetem Küchenpapier ausgesät. Auf einer sonnigen Fensterbank und gut feucht gehalten, keimt das Powergrün innerhalb weniger Tage. Als gesunde, schmackhafte Deko für die Suppe, aufs Butterbrot oder über die Eierspeise gestreut – Kresse ist ein dankbarer Allrounder in der Küche. Mehr Vielfalt auf den Teller bringen zusätzlich Sprossen und Microgreens, bzw. Keimlinge wie z.B. von Radieschen, Rukola, Alfalfa, Brokkoli, Zuckererbsen oder Mungobohnen. Das tägliche Beobachten der Keimung ist besonders für Kinder ein spannendes Erlebnis. Die kleine, feine Ernte vertröstet, bis Garten, Terrasse und Balkon wieder startklar für den Anbau sind. Wer auf den Geschmack von Kresse gekommen ist, kann ab Mai draußen die würzige, hübsche Kapuzinerkresse anbauen.

Bärlauch – Vorsicht beim Sammeln

Wenn der Bärlauch den Waldboden mit seinem grünen Blättermeer bedeckt, ist Sammelzeit für Wildknoblauch-Fans. Beim Pflücken gilt jedoch: nur in Maßen ernten und ausschließlich Pflanzen sammeln, die sicher erkannt werden. Bärlauch kann mit äußerst giftigen Pflanzen wie Maiglöckchen, Aronstab, Herbstzeitlose oder Salomonssiegel verwechselt werden. Frischen Sie Ihr Wissen daher vor dem Sammeln gezielt auf. Der Knoblauchgeruch ist – entgegen häufiger Empfehlungen – kein verlässliches Bestimmungsmerkmal, denn beim Sammeln riechen die Hände und damit bald alles knoblauchartig. Verlassen Sie sich auch nicht auf Bestimmungs-Apps und pflücken Sie jedes Blatt immer einzeln, ansonsten können leicht andere – mitunter giftige Pflanzen – unbemerkt mitgepflückt werden. Wer sich sicher ist, kann den „Hundsknofel“ vielseitig genießen: Das gesunde Wildkraut enthält etwa dreimal so viel Vitamin C wie eine Orange. Angeblich macht Bärlauch bärenstark – frühlingshaften Schwung bringt er auf jeden Fall in die Küche.

Frisches, wildes Power-Grün

Im Beet und im Balkonkisterl tut sich im zeitigen Frühling noch wenig. Frisches, gesundes Grün lässt sich in dieser Zeit über Wildkräuter in die Küche holen. Junge Blätter von Bärlauch, Löwenzahn, Giersch, Vogelmiere oder Brennnessel stecken voller Kraft. Auch Gundelrebe, Knoblauchsrauke oder Scharbockskraut (vor der Blüte) sind fein im Salat. Beim Sammeln außerhalb des Gartens gilt: nur in kleinen Mengen und fern von Straßen, gedüngten Äckern oder Hundespazierwegen. Klassische Schmankerl sind z.B. Bärlauch- oder Brennnesselspinat, -knödel oder -suppe. Giersch schmeckt ebenso gut als Ergänzung im Spinat, im Gemüsestrudel oder auch auf der Pizza. Die Knospen von Gänseblümchen lassen sich wie Kapern einlegen, Gundelrebe zu würziger Kräuterbutter oder Kräutertopfen verarbeiten. Das Sammeln kann gleich mit dem Jäten verbunden werden: Wer Beikräuter im Beet früh entfernt, spart sich später mühsame Arbeit. Außerhalb der Beete dürfen sie stehen bleiben – denn Wildkräuter sind wichtige Nahrung für Wildbienen und Schmetterlinge. Geschmacklich interessant, von nussig bis süßlich, sind auch junge Blätter heimischer Bäume wie Buche, Linde, Birke oder Ahorn.

Erntevorsprung mit dem Frühbeet

Ein Frühbeet ist das Richtige für alle, die zeitig im Jahr mit dem Anbau von Gemüse und Kräutern beginnen bzw. den Winter über ernten wollen. Für den Garten kann ein Frühbeet aus Holzbrettern und alten Fenstern selbst gebaut werden. Auch Hochbeete im Garten, auf Terrasse oder Balkon lassen sich mit Fenstern abgedeckt oder mit passenden Aufsätzen rasch zu Frühbeeten umrüsten. Region und Witterung geben vor, ab wann ausgesät werden kann. Starker Schneefall und strenger Frost sollten nicht mehr bevorstehen. Spielt das Wetter mit, lassen sich schon Ende Februar Pflück- und Kopfsalat, Gartenkresse, Radieschen, Karotten, Rukola, Feld-/Vogerlsalat oder Spinat aussäen.  Dabei ist es wichtig, die richtige Sorte zu wählen. Nicht jede Karotten-, Radieschen- oder Salatsorte eignet sich für den frühen Anbau. Informieren Sie sich deshalb beim Kauf von Samen, wann der richtige Zeitraum für die Aussaat ist. Ein Frühbeet ist nicht nur im Frühling praktisch. Ohne Abdeckung eignet es sich z.B. auch zum Anbau von Kräutern. Petersilie, Schnittsellerie, Garten-Kerbel oder Echter Koriander können dort im Sommer ausgesät werden. Im Winter wieder abgedeckt und geschützt, bieten frische Kräuter feine Würze für die Küche.

Pflanze Kräuter. Würze dein Leben.

Kräuter sind die Würze des Lebens und echte Must-Haves im Garten, auf Terrasse und Balkon. Viele Arten lassen sich jetzt zu Hause in torffreier Anzuchterde vorziehen oder im späten Frühjahr direkt in den Garten oder das Balkonkisterl aussäen. Der Aufwand lohnt sich: selbst gezogene Jungpflanzen wachsen kompakt, sind gesund und robust. Wer lieber fertige Pflanzen kauft, ist bei Jungpflanzenmärkten oder regionalen Gärtnereien gut beraten. Supermarktkräuter wie Basilikum oder Petersilie sind meist für den raschen Verbrauch gedacht und weniger zum Auspflanzen geeignet. Für gutes Wachstum ist der richtige Standort entscheidend. Schnittlauch, Petersilie, Dill und Liebstöckel wachsen gut im Halbschatten in einem mit Wasser und Nährstoffen versorgten Gemüsebeet. Basilikum fühlt sich dort auch wohl, braucht aber einen vollsonnigen Platz. Mediterrane Kräuter wie Thymian, Rosmarin, Oregano, Salbei oder Lavendel lieben volle Sonne, brauchen aber durchlässigen und kargen, meist kalkreichen Boden. Die Vielfalt der Kräuter ist groß, für jeden Geschmack und Bedarf ist das richtige Kraut gewachsen. Pflanzen Sie heuer Ihre Lieblingskräuter – für feinste Würze im Leben!

Kräuter pflanzen – bitte torffrei!

Kräuter sind – im Beet wie im Topf gepflanzt – ideal für Gartenneulinge. Entscheidend für kräftige und gesunde Pflanzen ist die Wahl passender Erde. Wichtigste Regel: Verwenden Sie nur torffreie Erde. „Bio“-Erde ist nicht automatisch torffrei – wirklich torffrei sind nur Produkte, auf denen „torffrei“ oder „ohne Torf“ steht. Warum das wichtig ist? Torf stammt aus Mooren – seltenen Lebensräumen, die große Mengen Kohlenstoff speichern und spezialisierten Tier- und Pflanzenarten Heimat bieten. Beim Torfabbau werden Moore zerstört und der gespeicherte Kohlenstoff als CO₂ freigesetzt, was folglich Klima und Umwelt schädigt. Deshalb ist es sinnvoll und notwendig, auf Torf zu verzichten. Torffreie Kräutererde eignet sich für mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Salbei, Curry- und Heiligenkraut oder Lavendel. Eine jährliche Gabe Magnesiumkalk tut diesen Kräutern gut. Schnittlauch, Basilikum, Dill, Liebstöckel oder Petersilie gedeihen gut in torffreier, etwas mit Quarzsand abgemagerter Gemüseerde. Schmackhafte Kräuter und beste, torffreie Erden finden sich bei den „Natur im Garten“ Gütesiegel-Produkten sowie unseren „Natur im Garten“ Partnerbetrieben.

Duftende Kräuter, tanzende Falter

Kräuter und Schmetterlinge – beide sorgen für Glücksmomente im Garten und am Balkon. Wie gut, dass Schmetterlinge und ihre Raupen Kräuter ebenso mögen wie wir. Die Auswahl an schmackhaften Kräutern für Mensch und Falter ist groß - pflanzen Sie zum Beispiel Oregano/Dost, Thymian, Salbei, Majoran, Ysop, Minzen, Lavendel, Wermut, Zitronenmelisse oder Dill. Ein sonniges Kräuterbeet, eingefasst mit Natursteinen oder Ziegel und ergänzt mit dekorativen Holzstücken, ist ein echter Hingucker und ein Magnet für Schmetterlinge. Dort fühlen sich auch viele weitere Insekten wie Wildbienen wohl – mit etwas Glück kommt auch eine Eidechse zu Besuch. Brennnessel, Wiesen-Schaumkraut, Knoblauchsrauke, Gundelrebe, Löwenzahn, Hornklee, Rot- und Weißklee oder Gänseblümchen sind ebenso wertvolle Futterpflanzen für Schmetterlinge. Viele dieser vermeintlichen „Unkräuter“ bereichern zudem die Küche. Sie liefern frisches, gesundes Frühlingsgrün z.B. als Zutat in Smoothies. Wer sie schätzen lernt, lässt den Schmetterlingen trotzdem bestimmt gern noch etwas übrig.

Dill anbauen – So gelingt's

Dill ist ein beliebtes Küchenkraut und eignet sich gut für den Anbau im Garten, Hochbeet und in großen Töpfen. Am besten wächst das zartblättrige Kraut an einem sonnigen Platz in nährstoffreichem, leicht feuchtem, aber nicht nassem Boden. Dill mag es nicht, umgesetzt zu werden. Deshalb wird am besten direkt ins Freie je nach Region ab April (sobald es keinen Frost mehr gibt) ausgesät. Die Samen werden locker auf die Erde gestreut oder in Reihen mit mind. 20 cm Abstand ausgesät. Weil Dill ein Lichtkeimer ist, wird das Saatgut nur leicht mit Erde überzuckert, angedrückt und leicht feucht gehalten. Regelmäßiges Jäten ist wichtig, denn Dill ist nicht besonders konkurrenzstark. Eine dünne Mulchschicht, z.B. aus frischem Rasenschnitt, tut den Pflanzen gut. Gurken, Karotten, Bohnen und Salat sind geeignete Beetpartner. Wer mehrmals im Sommer ernten möchte, kann Dill bis Juli alle zwei bis drei Wochen nachsäen. Blühender Dill ist nicht nur schön, sondern auch Nahrung für Insekten. Die bunten Raupen des Schwalbenschwanzes mögen Dill. Sie sitzen einzeln auf den Pflanzen und schaden ihnen nicht. Die dicken, hohlen Stängel können ein natürliches Insektenhotel für Wildbienen sein, wenn Sie sie nicht abschneiden, sondern über den Winter bis ins späte Frühjahr stehen lassen. Damit trägt Dill nicht nur zur Verfeinerung von Speisen, sondern auch zur Förderung der Artenvielfalt im Garten bei.

Frühjahrsschnitt – Frisörtermin für Kräuter

Mehrjährige Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Oregano, Ysop, Lavendel oder Salbei verholzen mit den Jahren. Damit die „Mini“-Sträucher nicht verkahlen und schön kompakt bleiben, ist ein jährlicher Rückschnitt wichtig. Ein guter Zeitpunkt ist das Frühjahr - wie beim Rosenschnitt etwa zur Forsythienblüte - jedenfalls bevor die Kräuter neu austreiben. Ein leichter Schnitt durch laufende Ernte ist bis in den August, in milden Lagen auch bis in den September, möglich. Im Herbst und Winter wird nicht geschnitten. Aus dem alten, braunen Holz treiben mediterrane Kräuter kaum neu aus. Deshalb werden nur die grünen Teile der Pflanze, auf etwa 10 cm über dem verholzten Teil, zurückgeschnitten. Nutzen Sie kräftige, grüne Triebspitzen gleich, um neue Pflanzen zu ziehen. Für Stecklinge werden Triebspitzen von 5-10 cm Länge verwendet. Entfernen Sie alle Blätter bis auf drei Blattpaare und stecken Sie die Stecklinge etwa 3 cm in Töpfe mit torffreier Anzuchterde. Gleichmäßig feucht, aber nicht nass gehalten, sollten die Jungpflanzen bei rund 20 °C nach etwa vier Wochen neuen Austrieb zeigen. Gut entwickelte Pflanzen können dann in größere Töpfe oder in den Garten gesetzt werden.

Kapuzinerkresse – Alleskönner der Kräuter

Die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) ist eine einjährige Pflanze aus Südamerika. Es gibt rankende und buschige Sorten. An einem sonnigen bis halbschattigen Platz im Beet oder Topf liefert sie farbenfrohe, essbare Blätter, Blüten und Samen. Ihr leicht scharfer Geschmack passt gut in Salate und verfeinert Kräuterbutter oder -topfen. Die Blüten schmücken süße und pikante Speisen. Knospen und unreife Samen lassen sich als „falsche Kapern“ in Essig einlegen. Schnecken lassen sich ausgewachsene Kapuzinerkresse nicht schmecken – Blattläuse, Erdflöhe und Kohlweißlingsraupen hingegen schon. Im Gemüsegarten kann sie daher gezielt zur Ablenkung dienen. Auch als blühende Unterpflanzung auf der Baumscheibe von Laubbäumen macht die farbenfrohe Alleskönnerin eine gute Figur. Kapuzinerkresse ist frostempfindlich. Ab März kann sie im Haus in torffreier, magerer Erde vorgezogen werden. Ab Mitte Mai wird sie ausgepflanzt oder direkt ins Freie gesät. Die Samen kommen 1-2 cm tief in die Erde, da sie zu den Dunkelkeimern zählt. Im gut vorbereiteten Beet wird gar nicht, im Topf nur sparsam gedüngt – sonst gibt es viele Blätter, aber weniger schmackhafte Blüten.

Anpfiff im Beet: Kräuter als Teamplayer

Wenn im heurigen Sommer die Fußball-WM über die Bühne geht, sind alle Sportbegeisterten mit ganzem Herzen an der Seite ihres Lieblings-Teams. Wer ein gutes Pflanzen-Team zusammenzustellt, kann auch im Garten und auf dem Balkon auf eine erfolgreiche Saison hoffen. In der Mischkultur mit Gemüse und Obst gepflanzt, sind Kräuter echte Teamplayer. Die meisten Kräuter sind genügsam, das Gemüse muss sich die Nährstoffe also kaum teilen. Niedrig wachsende Kräuter beschatten den Boden des Beets, wodurch während der Sommerhitze weniger Wasser verdunstet. Die Auswahl an Kräutern ist groß – so ist für jeden Geschmack und Bedarf bestimmt etwas dabei. Zudem sind viele Kräuter nicht nur schmackhaft, sondern auch wohltuend. Ihre Blüten bringen Farbe in den Garten und locken Nützlinge an, die Gemüse und Obst bestäuben. Unerwünschte Gartengäste wie Blattläuse werden ebenso verspeist – das bringt mehr Ernte und gesündere Pflanzen. Gute Teams sind etwa Basilikum und Paradeiser, Dill und Gurke, Bohnenkraut und Bohne, Salat und Ringelblume oder Paprika/Chili und (Gewürz-)Tagetes. Wer auf Kräuter im Mischkultur-Team setzt, hat also viele Vorteile – und damit schon halb gewonnen!

Löwenzahn vs. Kirschlorbeer – Beikraut oder Unkraut?

In und rund um unsere Gärten wachsen zahlreiche Wildpflanzen. Manche Beikräuter - wie Löwenzahn, Gundelrebe oder Gänseblümchen - haben einen schlechten Ruf als Unkraut. Dabei sind viele davon für uns essbar. Besonders im Frühling sind sie außerdem wichtig für Tiere. Wildbienen wie Hummeln, aber auch Schmetterlinge und Schwebfliegen brauchen die Blüten heimischer Wildpflanzen nach dem Winter als Nahrungsquelle. Wirklich problematisch sind hingegen nicht-heimische Pflanzen wie der Japanische Staudenknöterich oder das Drüsige Springkraut. Diese sogenannten invasiven Neophyten breiten sich rasch aus und bilden dichte Bestände. Wo sie wachsen, überwuchern sie alles und verdrängen heimische Pflanzen – und damit auch alle Tiere, die auf sie angewiesen sind. Wo immer sie auftreten, ist die möglichst vollständige Entfernung und richtige Entsorgung deshalb wichtig und notwendig. Je früher im Jahr, desto besser! Knöterich-Sprösslinge können bis 20 cm Länge, wie Rhabarber oder Spargel zubereitet, auch gegessen werden. „Neophyt des Jahres“ ist heuer eine beliebte Heckenpflanze: der giftige Kirschlorbeer. In der Schweiz ist der Verkauf bereits verboten, in Deutschland wird darüber diskutiert. Wer gehört also eher in unsere Gärten: Löwenzahn oder Kirschlorbeer? Beikraut oder Unkraut – das ist hier die Frage.

Neue Kräuter – mehr als Petersilie & Co.

Die Vielfalt an Kräutern ist groß – Klassiker wie Petersilie, Schnittlauch, Basilikum oder Oregano haben wohl die meisten im Garten oder am Balkon. Weniger bekannt, doch ebenso schmackhaft und pflegeleicht, sind Curry-, Heiligen- oder Olivenkraut. Thymian gibt es auch mit Zitronen- oder Orangenaroma und in verschiedenen Wuchsformen wie Kaskaden- oder Polsterthymian. Die Geschmacksvielfalt der Minzen geht weit über die klassische Pfefferminze hinaus: Schoko-, Apfel-, Orange-, Erdbeere-, Ananas-, Banane- oder auch Cocktail-Minzen finden sich am Markt. Neuheiten wie Pfeffer-Thymian, Oregano-Thymian oder die nach Hendlsuppe schmeckende Bouillonpflanze sind im österreichischen Handel aktuell noch nicht verfügbar. Dafür findet sich ebenso Interessantes wie Eiskraut, Austernpflanze, Käsekraut, Salzkraut, Pilzkraut oder Wasabi-Rauke. Für alle, die schon vom Sommer träumen sind Kräuter wie Zitronenverbene, Goldmelisse oder Gewürztagetes ein heißer Tipp. Wieder im Trend ist auch, was einfach vor der Haustüre wächst – wer sich bei der Bestimmung sicher ist, kann jetzt z.B. aus jungen Blättern von Giersch, Vogelmiere, Brennnessel, Löwenzahn, Gänseblümchen, Veilchenblüten und Obst wie z.B. Äpfeln einen gesunden Frühlings-Smoothie mixen. Klassiker oder Neues für den Garten? Bei den „Natur im Garten“ Partnerbetrieben finden sich kräftige Jungpflanzen und alles, was es zum Kräuter-Anbau braucht.

„Natur im Garten“ Telefon: +43 (0) 2742 / 74 333