Pflanze Kräuter. Würze dein Leben.
Kräuterliebe: Ein Fest für die Sinne und die Natur
Kräuter sind die heimlichen Stars in jedem Naturgarten, auf dem Balkon oder der Terrasse. Sie setzen nicht nur optische Highlights, sondern verzaubern uns auch mit ihren betörenden Düften. Doch sie können noch viel mehr: Als wertvoller Lebensraum ziehen sie Wildbienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen und andere Bestäuber magisch an.
Was oft mit einem Topf Schnittlauch auf dem Fensterbrett beginnt, entwickelt sich schnell zur großen Leidenschaft. Wer tiefer in die Welt der Kräuter eintaucht, entdeckt eine unglaubliche Vielfalt an Gestaltungs- und Nutzungsmöglichkeiten. Holen Sie sich die würzige Kraft der Natur direkt vor Ihre Küchentür!
Sie sehen hübsch aus, verfeinern viele Gerichte und sind dazu noch recht genügsam. Kräuter passen in jeden Garten und auch – im Topf kultiviert – auf Terrasse oder Balkon. Aber worauf ist beim Kräuteranbau zu achten?
Wer mit dem Garteln beginnen will, fängt am besten mit Kräutern an. Ist der Garten noch so klein oder der Balkon noch so winzig, für die Würzpflanzen reicht der Platz allemal. Notfalls gedeihen Kräuter auch auf der Fensterbank, bevorzugt an einem Südfenster gleich in oder neben der Küche, also quasi direkt am Ort ihrer Verwendung. Die Vielfalt an Arten und Sorten ist enorm, für jede Geschmacksrichtung ist ein Kraut gewachsen. Kräuter gibt es jetzt im Frühling bei jeder Gärtnerei und auf vielen Märkten, idealerweise meistens schon als mehr oder weniger große Pflanzen im Topf. Sie müssen sich nur noch entscheiden, welche der Gewächse Sie nach Hause mitnehmen und in den Garten oder in einen Blumentopf setzen. Auch wenn die meisten Kräuter recht genügsam sind, lohnt es sich, ihre individuellen Ansprüche zu berücksichtigen. Sie werden es Ihnen mit Wuchsfreudigkeit und vollem Aroma danken.
Licht und Wärme
Wie alle Pflanzen sind auch Kräuter auf Sonnenlicht angewiesen, um sich optimal entwickeln zu können. Idealerweise sind sie mindestens fünf Stunden täglich direktem Sonnenlicht ausgesetzt. Pflanzen mit großen, weichen Blättern wie z. B. Sauerampfer, Melisse, Minze oder Petersil kommen aber auch ganz gut im Halbschatten zurecht. Wenn Sie Kräuter im Haus kultivieren, sollten Sie diese direkt ans Fenster stellen. Viele Kräuter stammen ursprünglich aus südlicheren Gefilden wie dem Mittelmeer raum. So brauchen Salbei, Thymian, Rosmarin und Co. viel Wärme, um optimal zu gedeihen. Für diese Pflanzen ist ein sonniger Standort Pflicht. Des Weiteren geben eine Beetumrandung aus Steinen oder größere Bruchsteine oder Findlinge im Beet zwischen den Kräutern nachts die tagsüber gespeicherte Wärme ab und sorgen somit für ein angenehmeres Mikroklima. Ausreichend Luftbewegung zwischen den Pflanzen sollte herrschen, damit Regentropfen und Tau schnell abtrocknen können. Dies minimiert das Risiko von Blattkrankheiten. Setzen Sie daher die einzelnen Pflanzen nicht zu dicht.
Passender Boden
Kräuter brauchen ausreichend Nährstoffe und Feuchtigkeit, wie viel jeweils davon, ist individuell verschieden. Was jedoch so gut wie keine Würzpflanze verträgt, sind schwere Tonböden. In diesen Böden kann das Wasser schwer abfließen und Staunässe ist die Folge, was wiederum die Wurzeln schädigt. Nur Minze, Sauerampfer und Brunnenkresse vertragen diese Verhältnisse, die Kultur aller anderen Kräuter ist auf solchen Böden zum Scheitern verurteilt und selbst Bodenverbesserungsmaßnahmen helfen nicht viel. Am besten, Sie legen gleich ein Hochbeet an oder kultivieren Ihre Lieblinge im Topf. Mittelschweren Boden können Sie aufbereiten, indem Sie Sand und reifen Kompost einarbeiten. Sand lockert die Erde auf und Kompost versorgt die Pflanzen mit wertvollen Nährstoffen. Je nachdem, wie viel „Futter“ Ihre Lieblinge brauchen, sollten Sie den Boden mit mehr oder weniger Kompost, ev. auch mit etwas Hornspänen oder -mehl aufbereiten. Das Gleiche gilt für die Einarbeitung von Sand. Ein sandiger Boden erwärmt sich schnell, trocknet aber ebenso rasch aus, da das Wasser schnell abfließt und kaum gespeichert werden kann. Auch Nährstoffe werden in kurzer Zeit ausgewaschen. Ideal sind solche Böden für Mittelmeerkräuter wie Rosmarin, Thymian oder Salbei, die an Trockenheit und magere Böden angepasst sind. Um sandige Böden für andere Kräuter, die mehr Nährstoffe und Wasser benötigen, wie etwa Schnittlauch, Dill oder Liebstöckel, attraktiv zu machen, arbeiten Sie regelmäßig Kompost und Tongranulat ein.
Bodenvorbereitung
Um den Boden für Kräuter mit mittlerem Nährstoffbedarf optimal vorzubereiten, hat sich die Gründüngung bewährt. Pflanzen wie z. B. Senf oder Phazelia verbessern den Boden und lockern ihn mit ihren Wurzeln auf, Leguminosen reichern ihn mit Stickstoff an. Lassen Sie die Gründüngung den Winter über stehen, sie schützt das Bodenleben. Im Frühjahr entfernen Sie das Unkraut, arbeiten die Gründüngungspflanzen ein und bedecken den Boden mit einer Schicht aus Kompost. Bevor Sie die Kräuter setzen, lockern Sie die Erde für eine feinkrümelige Struktur. Zwischen den frisch gesetzten Pflänzchen hilft eine dünne Mulchschicht, den Boden unkrautfrei und feucht zu halten. Wie steht‘s mit dem pH-Wert? Nicht nur die Bodenstruktur und die Nährstoffverfügbarkeit sind für Pflanzen wichtig, auch der pH-Wert ist relevant. Für die meisten Kräuter ist ein pH-Wert zwischen 6,5 und 7 (also neutral bis leicht sauer) ideal. Wie es um Ihren Gartenboden steht, können Sie mit einfachen Testsets aus dem Fachhandel ermitteln, um gegebenenfalls gegenzusteuern. Ist der Boden zu sauer, also der pH-Wert geringer als 6,5, hilft das Ausbringen von Algenkalk oder kohlensaurem Kalk. Bei zu basischen, meist kalkhaltigen Böden (pH-Wert höher als 7) können Sie mit Koniferennadeln den pH-Wert etwas senken.
Maßvolles Gießen und Düngen
Wenn Sie wissen wollen, wie viel Wasser Ihre Kräuter brauchen, sehen Sie sich ihre Blätter an. Viele Würzpflanzen aus dem Mittelmeergebiet haben nadelartige, derbe oder silbrig behaarte Blätter und damit einen effektiven Verdunstungsschutz. Diese Kräuter kommen sehr gut mit Trockenheit zurecht. Pflanzen jedoch mit großen, saftigen, weichen Blättern verdunsten im Sommer mehr Wasser und brauchen Nachschub. Gießen Sie am besten morgens mit weichem (idealerweise Regen-)Wasser. Wässern Sie nur den Boden, nicht die Pflanzen, und zwar so lange, bis das Wasser nur mehr langsam versickert. Während sich die Hungerkünstler aus dem Mittelmeer nur mit wenigen Nährstoffen zufriedengeben, ja bei einem Zuviel sogar anfällig für Krankheiten werden und ihr Aroma sowie ihre Winterhärte leiden, sind viele andere Kräuter sehr wohl dankbar für Düngergaben. Ideal sind Kompost oder organische Kräuterdünger. Um den unterschiedlichen Ansprüchen der Pflanzen gerecht zu werden, am besten diejenigen zusammensetzen, die auch ähnliche Bedürfnisse haben. Eine praktische Lösung sind Kräuterschnecken, die auch noch richtig toll aussehen können.
Partnerbetriebe & Gütesiegelprodukte
Alles, was es zum Kräuteranbau braucht – von kräftigen Jungpflanzen über torffreie Erden bis hin zu Düngemitteln oder Mulchmaterialien und vieles mehr - finden Sie bei unseren „Natur im Garten“ Partnerbetrieben und unter unseren „Natur im Garten“ Gütesiegelprodukten.
Workshops & Webinare
In den „Natur im Garten“ Workshops lernen Sie praxisnah, wie z.B. blühende Kräuterbeete gestaltet oder Kräuter vermehrt werden können. Unsere kostenlosen, kurzen Webinare bieten Ihnen 2026 zum Jahresschwerpunkt „Pflanze Kräuter. Würze dein Leben!“ viele spannende Tipps rund um das Thema Kräuter im Garten.
Hitze und Sonne? Perfekt! Viele unserer Lieblingskräuter stammen aus dem Mittelmeerraum und lieben es, wenn die Sonne scheint und der Boden durchlässig ist. Sie brauchen karge Erde und wenig Wasser.
Wer in der Sonne so richtig aufblüht:
☀️ Rosmarin: Je mehr Sonne, desto intensiver das Aroma!
☀️ Thymian: Ideal für Trockenmauern und sonnige Beete.
☀️ Lavendel: Blüht am schönsten in der Hitze.
☀️ Salbei: Achtung vor Staunässe, er braucht durchlässigen Boden.
☀️ Oregano (Majoran): Ein echter Sonnenanbeter!
Wichtig: Verwenden Sie für diese Kräuter sandige, nährstoffarme Kräutererde, und vermeide Staunässe!
Keine Sonne? Kein Problem! 🌿 Nicht alle Kräuter brauchen sonnige Standorte. Viele heimische Arten gedeihen prächtig im Schatten und schenken uns üppiges Grün, wo die Sonne fehlt.
Diese Kräuter fühlen sich im Halbschatten am wohlsten:
🌿 Bärlauch: Liebt feuchten, humusreichen Waldboden (Achtung: Saison nur im Frühjahr!).
🌿 Waldmeister: Wächst gerne unter Bäumen und schätzt den Schatten.
🌿 Giersch: Ein ausdauerndes Wildkraut (oder auch Beikraut), das auch im Schatten wächst.
🌿 Petersilie: gedeiht auch gut im Halbschatten
🌿 Schnittlauch: Gedeiht besser im Halbschatten als in der vollen Sonne.
Wichtig: Halte diese Kräuter feuchter als ihre mediterranen Kollegen und sorge für humusreiche Erde!
Sie möchten mehr Leben in Ihren Garten, auf den Balkon oder die Terrasse bringen? Diese blühenden Kräuter sind wahre Magneten für Bienen, Hummeln & Schmetterlinge! Sie sind pflegeleicht und liefern den Insekten wertvollen Nahrung vom Frühling bis Herbst.
5 Kräuter-Stars für Bienen- & Hummeln:
🐝 Thymian: Blüht lange und bietet unzählige kleine Blüten.
🐝 Borretsch: Seine sternförmigen, blauen Blüten lieben Hummeln besonders.
🐝 Ysop: Ein attraktiver, langer Blüher mit violetten Blütenständen.
🐝 Oregano: Echte Nektar-Booster, ideal für Topf und Beet.
🐝 Schnittlauch: Seine lila Blütenbälle sind im Frühjahr eine wichtige frühe Nahrungsquelle.
5 Kräuter-Stars für Schmetterlinge:
🦋 Lavendel: Der Klassiker! Zieht Zitronenfalter und Tagpfauenaugen magisch an.
🦋 Pfefferminze (Blüten): Die kleinen, hellen Blüten sind eine tolle späte Nahrungsquelle.
🦋 Dost (Wilder Oregano): Ein Favorit vieler Schmetterlingsarten.
🦋 Goldmelisse: Ihre leuchtend roten Blüten liefern viel Nektar.
🦋 Dill: Seine großen, gelben Blütenschirme sind ein Landeplatz und Futterlieferant.
Kräuter für die Kids: Ohne Raupe kein Schmetterling!
Wir alle lieben Schmetterlinge, die unseren Garten, Balkon oder Terrasse besuchen. Aber wussten Sie, dass sich die bunten Falter nur dort vermehren können, wo auch die Raupen genug zu fressen finden? Raupen sind Feinschmecker und oft auf ganz bestimmte Pflanzen spezialisiert. Wenn Sie Schmetterlinge fördern wollen, müssen Sie also auch Platz für ihre "Kinderstube" lassen!
Wichtige Raupenfutterpflanzen unter den Kräutern:
🐛 Große Brennnessel: Die wichtigste Futterpflanze für über 25 Arten, darunter Admiral, Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs. Tipp: Lass in einer sonnige Ecke Brennnesseln stehen (auch im Winter nicht wegräumen!).
🐛 Dill & Fenchel: Die Raupen des wunderschönen Schwalbenschwanzes sind absolute Gourmets und fressen am liebsten die Blätter dieser Pflanzen (oder auch Karottengrün).
Die Devise im Naturgarten: Lassen Sie auch mal eine kleine Ecke "wild" sein!
Kresse – Frisches Grün
An Wintertagen wird die Sehnsucht nach frischem Grün oft schon groß. Bis zum Start der Gartensaison ist aber noch ein wenig Geduld gefragt. Wie gut, dass sich Kresse zuhause ohne viel Aufwand ziehen lässt. Dafür werden die Kressesamen in Schalen mit 2 cm Erde oder einfach auf Watte oder gefaltetem Küchenpapier ausgesät. Auf einer sonnigen Fensterbank und gut feucht gehalten, keimt das Powergrün innerhalb weniger Tage. Als gesunde, schmackhafte Deko für die Suppe, aufs Butterbrot oder über die Eierspeise gestreut – Kresse ist ein dankbarer Allrounder in der Küche. Mehr Vielfalt auf den Teller bringen zusätzlich Sprossen und Microgreens, bzw. Keimlinge wie z.B. von Radieschen, Rukola, Alfalfa, Brokkoli, Zuckererbsen oder Mungobohnen. Das tägliche Beobachten der Keimung ist besonders für Kinder ein spannendes Erlebnis. Die kleine, feine Ernte vertröstet, bis Garten, Terrasse und Balkon wieder startklar für den Anbau sind. Wer auf den Geschmack von Kresse gekommen ist, kann ab Mai draußen die würzige, hübsche Kapuzinerkresse anbauen.
Bärlauch – Vorsicht beim Sammeln
Wenn der Bärlauch den Waldboden mit seinem grünen Blättermeer bedeckt, ist Sammelzeit für Wildknoblauch-Fans. Beim Pflücken gilt jedoch: nur in Maßen ernten und ausschließlich Pflanzen sammeln, die sicher erkannt werden. Bärlauch kann mit äußerst giftigen Pflanzen wie Maiglöckchen, Aronstab, Herbstzeitlose oder Salomonssiegel verwechselt werden. Frischen Sie Ihr Wissen daher vor dem Sammeln gezielt auf. Der Knoblauchgeruch ist – entgegen häufiger Empfehlungen – kein verlässliches Bestimmungsmerkmal, denn beim Sammeln riechen die Hände und damit bald alles knoblauchartig. Verlassen Sie sich auch nicht auf Bestimmungs-Apps und pflücken Sie jedes Blatt immer einzeln, ansonsten können leicht andere – mitunter giftige Pflanzen – unbemerkt mitgepflückt werden. Wer sich sicher ist, kann den „Hundsknofel“ vielseitig genießen: Das gesunde Wildkraut enthält etwa dreimal so viel Vitamin C wie eine Orange. Angeblich macht Bärlauch bärenstark – frühlingshaften Schwung bringt er auf jeden Fall in die Küche.
Frisches, wildes Power-Grün
Im Beet und im Balkonkisterl tut sich im zeitigen Frühling noch wenig. Frisches, gesundes Grün lässt sich in dieser Zeit über Wildkräuter in die Küche holen. Junge Blätter von Bärlauch, Löwenzahn, Giersch, Vogelmiere oder Brennnessel stecken voller Kraft. Auch Gundelrebe, Knoblauchsrauke oder Scharbockskraut (vor der Blüte) sind fein im Salat. Beim Sammeln außerhalb des Gartens gilt: nur in kleinen Mengen und fern von Straßen, gedüngten Äckern oder Hundespazierwegen. Klassische Schmankerl sind z.B. Bärlauch- oder Brennnesselspinat, -knödel oder -suppe. Giersch schmeckt ebenso gut als Ergänzung im Spinat, im Gemüsestrudel oder auch auf der Pizza. Die Knospen von Gänseblümchen lassen sich wie Kapern einlegen, Gundelrebe zu würziger Kräuterbutter oder Kräutertopfen verarbeiten. Das Sammeln kann gleich mit dem Jäten verbunden werden: Wer Beikräuter im Beet früh entfernt, spart sich später mühsame Arbeit. Außerhalb der Beete dürfen sie stehen bleiben – denn Wildkräuter sind wichtige Nahrung für Wildbienen und Schmetterlinge. Geschmacklich interessant, von nussig bis süßlich, sind auch junge Blätter heimischer Bäume wie Buche, Linde, Birke oder Ahorn.