Kräuterkraftwerk‘ s Hausmittel für deine Abwehr
Genial einfach und einfach genial!
Die wichtigsten Heilkräuter im Hausgarten und Kuchlkasterl:
Hast du einen Garten darf darin weder Holunder- noch Johannisbeerstrauch fehlen. Sie sind so etwas wie die routinierten Stammspieler im Nutzgarten.
In der Kräuter-Mannschaft von Monika Veselys Schaugarten „Kräuterkraftwerk“ außerdem nicht fehlen: Salbei, Rosmarin, Thymian, Meerrettich, Spitzwegerich, Ringelblume, Malve, Lavendel und Brennnessel. Viele dieser Pflanzen spielen auch im Balkonkisterl oder Topf problemlos mit. Man braucht also keinen großen Garten, um sie ins eigene Team zu holen. Viele Kräuter sind nicht nur simples Grün am Spielfeldrand. Sie bringen wunderbare Blüten hervor, deren Inhaltsstoffe uns gesundheitlich in vielen Bereichen unterstützen können – wahre Allrounder also.
Spitzwegerich zeigt uns sprichwörtlich den richtigen Weg - besonders dann, wenn beim Garteln einmal eine Biene schneller am Ball war, kommt das Wildkraut zum Einsatz.
Ein Hustensaft aus Spitzwegerichblättern, richtig zubereitet, ist phytobiotisch und reizlindernd und für Kinder eines der besten Mittel.
Und noch ein kleiner Überraschungstreffer:
Kocht man die Blätter etwa 20 Minuten lang, zum Beispiel als Suppe, schmeckt sie erstaunlich nach Champignonsuppe. Wer’s nicht glaubt, sollte es einfach einmal ausprobieren – mit dem Spitzwegerich landet ein echter Volltreffer im Kräutergarten!
Malven sind im Garten aufgrund des Malvenrostes zwar nicht immer ganz einfach zu kultivieren, aber sie bleiben ein echter Hingucker und sind bei Insekten heiß begehrt – ein wahrer Publikumsliebling im Kräuterbeet.
Die getrockneten Blüten, mit lauwarmem Wasser übergossen, enthalten viele kühlende Schleimstoffe. Diese legen sich wie ein schützender Film über eine gereizte, trockene Rachenschleimhaut und sind stark in der Abwehr gegen den Gegner Reizhusten. Malventee sollten allerdings immer frisch zubereitet werden – nach etwa zwei Stunden ist es Zeit für einen neuen Ansatz. Frisch aufgebrüht spielt der Tee nämlich klar in der ersten Liga der Hausmittel.
Der Haus- und Hofholunder gehört im Garten fast so selbstverständlich dazu wie der Ball zum Spiel – und doch werden seine Heilkräfte heute oft unterschätzt.
Das Modegetränk Hugo hat ihn vor ein paar Jahren wieder ins Rampenlicht gerückt. Beinahe gedankenlos genießt man heute das unverwechselbare Aroma der Holunderblüten als sommerlichen Sundowner im Glas. Dass seine zarten Blüten früher vor allem als Tee gegen Fieber eingesetzt wurden und schweißtreibend wirken, steht dabei meist nicht im Vordergrund.
Auch die Beeren spielen gesundheitlich stark mit: Ein Saft daraus unterstützt in der Erkältungszeit das Immunsystem, und die enthaltenen Anthocyane wirken entzündungshemmend. Früher mischte man den Beerensaft oft direkt in den Blütentee – vielerorts ist diese Kombination noch heute als „Fiebertee“ bekannt. Ein eingespieltes Duo also, das in der Kräuterapotheke zuverlässig in der Abwehr steht, wenn Erkältungen angreifen.
Anthocyane finden sich auch in den dunklen Beeren der schwarzen Johannisbeere. Ihr Saft ist Monikas absolutes Lieblingsgetränk – und von diesen Sträuchern kann man im Garten eigentlich gar nicht genug haben. Zum Glück lässt sich die Pflanze unkompliziert vermehren: über Stecklinge oder über Absenker. So wächst die kleine Johannisbeer-Mannschaft im Garten rasch weiter.
Für den nötigen Rückenwind sorgt eine starke Nachbarschaft: Reich blühende Kräuter wie Borretsch oder Ringelblumen übernehmen rund um die Johannisbeeren die Rolle echter Spielmacher. Mit ihren Blüten locken sie zahlreiche Bestäuber an und bringen Tempo ins Spiel. Zwar sind Schwarze Johannisbeeren selbstfruchtbar, doch mit zusätzlicher Unterstützung durch die Insekten-Crew gelingen die entscheidenden Steilpässe noch besser. So profitieren die Johannisbeersträucher vom Teamgeist ihrer Kräuter-Nachbarn – und belohnen das gute Zusammenspiel mit einer reicheren Ernte.
Der gute alte Kren, in nördlicheren Gefilden auch als Meerrettich bekannt, wurde der Kräuterexpertin im Zuge der Heilwissenerhebung in der NÖ Eisenstraße besonders häufig genannt. Dabei ist er weit mehr als nur eine scharfe Beilage zu Frankfurter und Co. – der Kren spielt auch in der Heilpflanzen-Liga mit. Seine Senföle wirken gegen verschiedene Bakterienstämme und besitzen zudem antivirale und fungistatische Eigenschaften.
Übrigens ist nicht nur die Wurzel genießbar: Auch die Blüten des Kreuzblütlers schmecken würzig und passen gut in den Salat.
Rosmarin ist ein robuster Dauerläufer im Kräutergarten. Sonne, Wärme und ein durchlässiger Boden reichen ihm – dann steht er das ganze Jahr über zuverlässig auf dem Spielfeld. Seine ätherischen Öle bringen Kreislauf und Durchblutung in Schwung und helfen, wenn Müdigkeit oder Erschöpfung angreifen. Gerade an heißen Tagen oder nach einem anstrengenden Fußballmatch bringt Rosmarin wieder Energie ins Spiel. In Form eines Rosmarin-Oxymels, mit Wasser verdünnt, wird daraus ein erfrischendes Getränk, das den Kreislauf belebt und neue Kräfte mobilisiert –ein selbstgemachtes Elektrolytgetränk aus dem Kräutergarten.
Nach einem langen Fußballmatch sind die Muskeln oft überanstrengt. Gegen Muskelkater und Verspannungen nach dem Sport kann ein Wacholderbeeren-Öl wohltuend wirken. Es fördert die Durchblutung, wirkt angenehm wärmend und hilft den Muskeln, sich wieder zu entspannen.
Zutaten:
- 100ml Olivenöl
- 1 EL Wacholderbeeren
Zubereitung:
Die Wacholderbeeren in einem Mörser leicht quetschen. Wer keinen Mörser zur Hand hat, kann sie auch kurz in einer kleinen Kaffeemühle zerkleinern. Das Olivenöl vorsichtig erwärmen (maximal 60 °C), die Beeren zugeben und alles abgedeckt etwa eine Stunde ziehen lassen. Anschließend abseihen.
Wer eine etwas zähflüssigere Konsistenz möchte, kann noch etwa 2 g Bienenwachs im warmen Öl schmelzen.
Das Wacholderbeeren-Öl eignet sich gut zum Einreiben beanspruchter Muskeln – vor dem Spiel zum Aufwärmen oder danach zur Entspannung.
Elektrolytgetränk gefällig? Sauerhonig – schöner klingt natürlich Oxymel: „Oxy“ bedeutet sauer, „Mel“ Honig.
Ein belebendes Elektrolytgetränk aus dem Kräutergarten – ideal nach der Anstrengung, aber auch davor, wenn man einen kleinen Energieschub gebrauchen kann.
Zutaten:
- 1 EL Rosmarinnadeln, am besten frisch
- 1 Bio Orange mitsamt der Schale in Stücke geschnitten
- 1 Prise Salz
- ·0,5l Bio Apfelessig (unerhitzten Essig verwenden, die darin enthaltenen Mikroorganismen sind Balsam für unsere Darmflora)
- 1,5 kg Bio Honig
Zubereitung:
Rosmarin, Orangenschalen und Salz in ein Gefäß geben und mit dem Apfelessig übergießen.
Die Mischung 2–3 Wochen ziehen lassen, anschließend abseihen.
Den aromatischen Rosmarin-Orangen-Essig anschließend mit 1,5 kg Honig gut verrühren.
Monika Vesely empfiehlt, zuerst einen Essigauszug herzustellen und den Honig erst danach zuzugeben. So lösen sich viele wertvolle Inhaltsstoffe bereits im Essig, und die Zubereitung bleibt unkompliziert.
Rosmarin, Essig und die Bitterstoffe der Orangenschale wirken belebend und regen die Durchblutung an.
Mit Mineralwasser verdünnt schmeckt Oxymel besonders erfrischend und ist im Sommer ein ideales Getränk – etwa nach einem heißen Fußballspiel. Das Salz intensiviert nicht nur den Geschmack, sondern hilft auch dabei, verlorene Elektrolyte wieder auszugleichen.
Die Möglichkeiten sind beinahe unbegrenzt – hier lohnt es sich, kreativ zu werden. Eine besonders feine Kombination für den Sommer ist zum Beispiel ein Himbeer-Basilikum-Oxymel.
Tipp: Verwendet man ein magnesiumhaltiges Mineralwasser (mindestens etwa 50 mg Magnesium pro Liter), können nach dem Sport auch die Magnesiumspeicher wieder aufgefüllt werden.
Natürliche Abwehr gegen Gelsen - beim Training am Abend,
Zutaten:
- 40 ml Mandel-Öl
- 60 ml Wasser (besser wäre ein Lavendelhydrolat)
- 5 ml Weingeist
- 5 Tropfen ätherisches Nelken-Öl
- 5 Tropfen ätherisches Lemongras- oder Rosengeranien-Öl
Zubereitung:
Alle Zutaten in eine Sprühflasche geben und gut vermischen. Vor Gebrauch schütteln. Da sich Öl und Wasser nicht dauerhaft verbinden, vor jeder Anwendung kräftig schütteln.
Bitte unbedingt auf hochwertige ätherische Öle achten. Rosengeranie kann bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auslösen.
Abwehr bei Juckreiz nach Insektenstichen
Hat uns eine Gelse trotz Gelsenspray erwischt, oder schlimmer noch eine Wespe oder Biene, gibt‘s ein ganz einfaches Hausmittel vom Spielfeldrand der Natur:
Frischer Spitzwegerichsaft
Frische Spitzwegerichblätter zerkleinern oder zwischen den Fingern zerdrücken, bis der Pflanzensaft austritt. Den Saft direkt auf den Stich träufeln oder die zerquetschten Blätter als Umschlag auf die betroffene Stelle auflegen. Die Auflage kann mehrmals erneuert werden und so lange auf der Haut bleiben, wie es angenehm ist. Der Inhaltsstoff Aucubin wirkt juckreizlindernd und abschwellend, während die pflanzlichen Schleimstoffe die Haut angenehm kühlen. Nebenwirkungen sind keine bekannt.
Wichtig: Der Spitzwegerichsaft sollte sofort nach dem Stich aufgetragen werden. Bei Wespenstichen zusätzlich kühlen.
Abwehr gegen Bakterien
Hat uns eine Erkältung einmal wirklich erwischt, kann ein Meerrettichsirup helfen, die Bakterien wieder vom Spielfeld zu drängen.
Meerrettichsirup
Zutaten:
- 2EL frisch geriebener Meerrettich
- 3 EL Honig
- 1 EL Zitronensaft
- 1TL geriebener Ingwer
Zubereitung:
Alle Zutaten gut vermischen. Bei Bedarf zweimal täglich einen kleinen Teelöffel einnehmen.
Am wirksamsten ist der Sirup, wenn der Meerrettich frisch gerieben wird. Beim Reiben werden die scharfen Senf-Öle freigesetzt – genau diese Stoffe wirken so effektiv gegen Bakterien. Der Honig unterstützt zusätzlich das Abhusten und macht den Sirup angenehm einzunehmen.
Deine Mission
"Fakt oder Fake"-Check
Bist du bereit für das Match gegen Halsschmerzen, müde Muskeln und Gelsen? Monika Vesely zeigt uns, dass unser Garten echte Kraftpakete an Heilpflanzen beherbergt.
Jetzt bist du am Ball! Teste dein Wissen im „Fakt oder Fake“-Check. Schießt du ein Tor nach dem anderen oder lockt dich ein Kräuter-Mythos ins Abseits?
Die richtige Antwort von Aufgabe 3:
1. Salbei war früher so wertvoll, dass man einen Korb Salbei angeblich gegen mehrere Körbe chinesischen Tee eintauschte. → Fakt
2. Malventee sollte mit kochendem Wasser zubereitet werden, damit sich möglichst viele Schleimstoffe lösen. → Fake
3. Meerrettich gehört botanisch zu den Kreuzblütlern – derselben Pflanzenfamilie wie Kohl und Senf. → Fakt
4. Oxymel bedeutet wörtlich übersetzt „Honig und Wasser“. → Fake
5. Spitzwegerich verdankt seinen Namen den spitzen Blättern und wächst besonders häufig an Wegen und Trittstellen. → Fakt
6. Petersilie keimt schneller, wenn man sie beim Säen anschreit. → Fake
7. Die dunkle Farbe von Holunder- und Johannisbeeren kommt von Anthocyklonen. → Fake
8. Ringelblumenblüten werden traditionell für Salben verwendet, weil sie die Hautregeneration unterstützen können. → Fakt
9. Brennnesseln wachsen nur auf besonders nährstoffarmen Böden. → Fake
10. Thymian wurde früher in die Schuhe von Soldaten gelegt, weil man glaubte, er verleihe Mut. → Fakt
Das Schutzschild der Mannschaft
Die Abwehr ist die Gruppe von Spielern, die direkt vor dem Tor steht und es verteidigt. Ihre Aufgabe: gegnerische Angriffe stoppen, Pässe abfangen und Schüsse blocken. In einer klassischen Abwehrkette gibt es meist zwei Innenverteidiger (zentral vor dem Tor) und zwei Außenverteidiger (auf den Flügeln), die gemeinsam dafür sorgen, dass der Ball nicht ins eigene Tor kommt.
Schon gewusst? Wer denkt, dass die Abwehr nur vor dem Tor steht und eine statische Mauer bildet, irrt: Gemeinsam mit den zentralen Mittelfeldspielern legen die Außenverteidiger oft die meisten Kilometer pro Spiel zurück.