Balkon- und Dachgarten-Auszeichnung

Das Gärtnern am Balkon und auf Dachgärten hat in den letzten Jahren zunehmend an Beliebtheit gewonnen. Nicht nur als „Zierbalkon“, sondern auch zur Versorgung mit eigenem Gemüse, Obst und Kräutern.

Bepflanzte Balkone und Dachgärten können einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der sommerlichen Hitze vor allem im städtischen Raum leisten. Sie sind ebenso eine optische und ästhetische Bereicherung des Ortsbildes und leisten bei entsprechender Bepflanzung einen Beitrag zur Erhöhung der Biodiversität .

Mit der Balkon- und Dachgarten-Auszeichnung von "Natur im Garten" wird gezeigt, dass auch hier eine vielfältige Gestaltung und ökologische Bewirtschaftung möglich ist. Allen voran werden die drei Kernkriterien erfüllt: Der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel sowie der Verzicht auf Torf und torfhaltige Substrate.

Wenn auch Sie einen Natur-Balkon oder Natur-Dachgarten in Niederösterreich besitzen, dann können Sie die Auszeichnung von "Natur im Garten" für naturnahe gepflegte und gestaltete Balkon und Dachgärten erhalten. Diese Auszeichnung ist kostenlos und ein Jahr lang gültig. Als sichtbares Zeichen erhalten Sie den Balkon-Stecker und einen Tür-Sticker von "Natur im Garten".

Bitte füllen Sie folgenden Fragebogen gewissenhaft aus und laden Sie für eine anschauliche Dokumentation Fotos in guter Qualität hoch (max. 2 MB).

Bei Rückfragen hilft Ihnen das "Natur im Garten" Telefon gerne weiter: +43 (0)2742/74 333 oder gartentelefon@naturimgarten.at.

Balkon- und Dachgarten-Auszeichnung

Info: Felder mit * sind Pflichtfelder und müssen ausgefüllt werden.

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KERNKRITERIEN

Die drei Kernkriterien bilden die Grundlage für „Natur im Garten“ und daher muss hier jedes Kriterium zur Gänze erfüllt werden.
Wir arbeiten ohne chemisch- synthetische Pestizide, chemisch- synthetische Dünger und ohne Torf.

Info: Chemisch-synthetische Pestizide belasten bei ihrer Produktion und durch ihre Ausbringung die Umwelt. Steht eine Pflanze an einem für sie geeigneten Standort, sind Pflanzenschutzmittel meist nicht notwendig.
Vorbeugender Pflanzenschutz bildet die Grundlage naturgemäßen Gärtnerns: Von der Auswahl robuster Pflanzen über lebendige Erde und ausgewogenes Substrat bis hin zur Förderung von Nützlingen und den Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln. Erst als Maßnahme letzter Wahl können auf einem Natur-Balkon bzw. Natur-Dachgarten biokonforme Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Verwendet werden können Produkte, die der EU-Bio-Verordnung oder den Kriterien des "Natur im Garten" Gütesiegels entsprechen.

Beispiele: Pflanzenschutzmittel mit folgenden Wirkstoffen können z.B. verwendet werden: Azadirachtin, Kaliseife, Netzschwefel, Eisen(III)-Phosphat, Kaliumhydrogencarbonat, Kupferhydroxid, Paraffinöl, Rapsöl, Pyrethrine. Produkte die mit dem Gütesiegel von "Natur im Garten" ausgezeichnet wurden finden Sie hier.

Verwenden Sie chemisch- synthetische Pestizide auf Ihrem Balkon/Terrasse?

Info: Kunstdünger sind leicht wasserlöslich und können so unser Grundwasser und die Umwelt belasten. Pflanzen werden durch Komposte und organische Dünger ausgewogen ernährt – die beste Voraussetzung für kräftiges und gesundes Pflanzenwachstum. Zusätzlich halten Mulchen und Gründüngung die Erde gesund und lebendig. Verwendet werden können organische Düngemittel, die für den Biolandbau geeignet sind oder mit dem „Natur im Garten“ Gütesiegel ausgezeichnet wurden.

Beispiele
: Organische Düngemittel sind in flüssiger oder fester Form (Pellets, Granulat, Mehl) verfügbar. Sie bestehen aus natürlichen Inhaltstoffen wie beispielsweise: Kompost, Wurmkompost, Komposttees, Nebenprodukte tierischen Ursprungs (z.B. Hornspäne, oder -mehl, Knochen- oder Blutmehl), Produkte und Nebenprodukte pflanzlichen Ursprungs für Düngezwecke (z.B. Filterkuchen von Ölfrüchten, Malzkeime), Algen, Gesteinsmehle... Organische Düngemittel die mit dem "Natur im Garten" Gütesiegel ausgezeichnet wurden finden Sie hier.

Verwenden Sie chemisch- synthetische Dünger (Kunstdünger) auf Ihrem Balkon/Terrasse?

Info: In vielen fertigen Erdmischungen bzw. Substraten ist Torf enthalten, der durch den Abbau von Mooren gewonnen wird. Moore sind große CO2 Speicher und ökologisch sehr wertvolle Landschaften, die durch den Abbau von Torf zerstört werden. Zudem haben torfhaltige Produkte häufig sehr lange Transportwege hinter sich. Daher ist der Verzicht auf Torf ein wesentliches Kriterium für "Natur im Garten".

Beispiele: Bei der Verwendung von fertigen Pflanzenerden ist darauf zu achten, dass die angebotenen Erdmischungen keinen Torf enthalten. Bezeichnungen wie „torfreduziert“, Hochmoortorf, Weiß- oder Schwarztorf weisen auf das Vorhandensein von Torf im Substrat hin. Auch Saattöpfe oder -schalen können Torf enthalten. Torffreie Erden die mit dem Gütesiegel von "Natur im Garten" ausgezeichnet wurden finden Sie hier.

Verwenden Sie Torf oder torfhaltige Erden auf Ihrem Balkon/Terrasse?

NATUR-BALKON- und DACHGARTENELEMENTE

Info: Mindestens 3 der 6 Elemente müssen erfüllt werden.

Info: Heimische und ökologisch wertvolle Pflanzen sind eine wichtige Nahrungsquelle für die heimische Tierwelt (Pollen, Nektar, Samen, Früchte, Blätter) und bieten ihnen einen Lebensraum. Ideal ist es, wenn vom Frühjahr bis spät in den Herbst Blühende Pflanzen für die Insektenwelt zur Verfügung stehen. Von Bedeutung sind hier in erster Linie ungefüllte Blüten, da sie reiche Nektarquellen sind und auch Samen bilden können.

Beispiele: Die Auswahl an ökologisch wertvollen Stauden und Sommerblumen ist groß: von heimischen Pflanzen wie z.B. Wiesen-Flockenblume, Karthäusernelke, Schafgarbe, über mehrjährigen Stauden wie z.B. Katzenminze, Mädchenauge, Steppensalbei bis hier.

Mindestens 5 verschiedene Arten mehrjähriger und ökologisch wertvoller Pflanzen sind vorhanden

Info: Klimafitte Pflanzen kommen mit den sich ändernden klimatischen Verhältnissen gut zurecht. Es handelt sich hier um widerstandsfähige und trockenheitsverträgliche Pflanzen. Besonders am Balkon sind die Temperatur- und Trockenheitsextreme stark zu spüren.

Durch die Pflanzung trockenheitsverträglicher Pflanzenarten, die für die heimische Tierwelt einen hohen Nutzen haben, bieten wir Insekten, Vögeln und Säugetieren zusätzlich einen wichtigen Lebensraum. Außerdem sind diese Pflanzen pflegeleicht und benötigen weniger Gießwasser und Dünger.

Beispiele: Die Auswahl an ökologisch wertvollen und klimafitten Pflanzen ist groß: z.B. Sonnenröschen, Dost, Steppen-Schwertlilie, Felsen-Steinkraut. (Siehe auch: Klimafitte Pflanzungen)

Mindestens fünf verschiedene Arten klimafitter Pflanzen sind vorhanden

Info: Kletterpflanzen nehmen eine wichtige Rolle bei der Begrünung von Balkonen ein. Sie sind nicht nur eine optische und ästhetische Bereicherung, sondern vor allem ein wirksamer Sichtschutz. Zusätzlich leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Biodiversität. Ein zusätzlicher positiver Effekt ist in Zeiten des Klimawandels von großer Bedeutung: Durch die steigenden Temperaturen kommt es in Städten zu sommerlichen Hitzeperioden; Kletterpflanzen bewirken hier eine angenehme natürliche Kühlung durch die Beschattung und die Verdunstung von Wasser.

Beispiele: Einjährige Kletterer: z.B. Duftwicken, Prunkwinden, Schwarzäugige Susanne. Nutzbare Kletterpflanzen: z.B. Stangenbohnen, Kiwi, Brombeere, Kapuzinerkresse. Mehrjährige: z.B. Clematis, Kletterrosen, Geißblatt, Winterjasmin, Kletterhortensie

Sind Kletterpflanzen vorhanden?

Info: Ist genügend Platz vorhanden, lassen sich am Balkon oder Dachgarten auch (kleinere) Wildgehölze bzw. Wildsträucher in entsprechend große Gefäße setzen – diese sind ein wichtiger Lebensraum für Insekten, Vögel und Säugetiere, denen sie Unterschlupf und Nahrung bieten. Außerdem können sie als Sichtschutz oder als Naschgehölze dienen.

Beispiele: Niedrig bleibende Sträucher sind z.B. Alpen Johannisbeere, Rosen mit ungefüllten Blüten, Zwergschneeball, Blaue Heckenkirsche. Weitere Beispiele für niedrig wachsende Wildgehölze finden Sie in unserem Heckennavigator unter: www.willheckehaben.at

Sind Wildgehölze/Wildsträucher vorhanden?

Info: Das Element Wasser lässt sich auch auf kleinstem Raum realisieren. Ein Miniteich im Kübel bringt spezialisierten Tieren und Pflanzen einen Lebensraum, den sie sonst nur mehr schwer finden. Zusätzlich finden Insekten und Vögel hier eine willkommen Wassertränke.

Ist ein Wasserelement oder Miniteich vorhanden?

Info: Viele Nützlinge (z.B. Wildbienen, Marienkäfer, Florfliegen, Laufkäfer…) unterstützen beim biologischen Pflanzenschutz und bei der Bestäubung von Obst- und Gemüsepflanzen. Daher ist es sinnvoll, Nützlingsunterkünfte für die fleißigen Helfer zur Verfügung zu stellen. Solche speziellen Quartiere können aber auch für viele weitere heimische Tiere eine wertvolle Zwischenstation auf ihren Wegen von einem Lebensraum zum anderen sein. Ein noch so ein kleiner Rastplatz kann überlebenswichtig sein sowie einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität leisten. Totholz - mit Bohrungen versehen (=Nisthölzer) - bietet Bruthöhlen für Wildbienen und unterschiedlichste Insekten.

Beispiele:  Nützlingshotels, Nistkästen, Nisthölzer für Wildbienen

Sind Nützlingsunterkünfte vorhanden?

ÖKOLOGISCHE BEWIRTSCHAFTUNG

Info: Mindestens 3 der 8 Elemente müssen erfüllt werden.

Info: Werden Pflanzen- und Küchenabfälle kompostiert, dann schließt sich der Nährstoffkreislauf. Der daraus entstehende Kompost ist ein wertvoller organischer Dünger und hilft dabei, die Pflanzen gesund und vital zu halten. Bei genügend Platz kann z.B. ein Schnell-Komposter aufgestellt werden. Eine Wurmbox ist die ideale platzsparende Lösung für den Balkon. Hier verarbeiten Kompostwürmer rasch pflanzliche Abfälle in wertvollen Wurm-Kompost. Beim Bokashi, einer besonderen Form der Kompostierung, werden die Grünabfälle in einem Gefäß unter Luftabschluss fermentiert.

Werden aus organischen Abfällen über Kompostierung, Wurmbox oder Bokashi wertvolle Dünger selbst hergestellt?

Info: Die Erde von Töpfen, Kübeln oder größeren Pflanztrögen kann mit organischem Material wie Häckselgut, Gartenfaser oder ausgejäteten Pflanzen abgedeckt werden. Die Erde hält sich durch das Mulchen länger feucht und ist vor starken Witterungseinflüssen geschützt; weiters werden der Humusaufbau gefördert, Nährstoffverluste und das Keimen von nicht erwünschten Beikräutern verhindert.

Beispiele: Als Mulchmaterial eignen sich z.B. Rasenschnitt, Häckselgut, ausgejätete Pflanzen, Laub, Stroh oder Heu aber auch Materialien wie Lavagestein, Blähton, Splitt, Ziegelsplitt…

Werden die Pflanzen gemulcht?

Info: Regenwasser ist ideal zum Gießen - das laue, kalkfreie Wasser bekommt den Pflanzen besonders gut. Die Nutzung des Regenwassers schont zusätzlich auch das Trinkwasservorkommen. Ist es rechtlich möglich (BesitzerInnen, Hausverwaltung anfragen) das Regenwasserfallrohr „anzuzapfen“, kann Regenwasser über eine Klappe oder einen Filtersammler in einen Sammelbehälter abgeleitet werden (Statik des Balkons beachten!). Mit Eigenkonstruktionen (trichterförmige Regenauffangsysteme) lassen sich gewissen Mengen an Regenwasser sammeln. Diese Konstruktionen müssen jedoch immer auf ihre Sicherheit überprüft werden. Wer keine Möglichkeit hat, Regenwasser zu nutzen, kann auch Brauchwasser sammeln und zum Gießen verwenden (z.B. Waschwasser von Gemüse, Obst, abgekühltes Kochwasser (ungesalzen!), Reste von Kräutertees.

Wird Regenwasser oder gesammeltes Brauchwasser zum Gießen verwendet?

Info: Der ökologische Fußabdruck eines Balkons oder Dachgartens kann durch die Verwendung von umweltfreundlichen Materialien klein gehalten werden. So kann für Geländer, Handläufe oder Klettergerüste unbehandeltes, möglichst witterungsbeständiges Holz aus heimischen Wäldern (z.B. aus Lärche, Eiche) verwendet werden. Auch Recycling-Materialien eignen sich: Alte Ziegel, alte Töpfe als Untersetzer, alte Schalen als Wassertränke…

Werden umweltfreundliche Materialien verwendet?

Info: Blühende Obstbäume und Beerensträucher sind eine wertvolle Insektenweide und locken somit auch eine Reihe von Nützlingen an. Die saftigen Früchte und Beeren verleiten uns zum gesunden Naschen, und tragen zur nachhaltigen Selbstversorgung bei.

Beispiele: Kleinwüchsige Obstbäume (Buschbäumchen oder Säulenformen), Beerensträucher wie z.B. Himbeeren, Erdbeeren, Stachelbeeren, Ribisel

Sind Obstbäume oder/und Beerensträucher vorhanden?

Info: Der Gemüseanbau trägt zur Förderung der eigenen Gesundheit bei, denn nichts kann frischer und vitaminreicher sein als die Ernte direkt vom Balkon oder Dachgarten. Der Selbstanbau ist auch ein Beitrag zum Klimaschutz. Denn der kürzeste Transportweg ist direkt vom Balkon/Dachgarten in den Kochtopf.

Beispiele: Die meisten Gemüsearten wachsen sehr gut im Topf: z.B. Paradeiser, Paprika, Salate, Gurke, Zucchini, Fisolen, Kohlrabi

Wird Gemüse angebaut?

Info: Kräuter sind ideal für den Anbau auf kleinstem Raum geeignet. Die Kräuter sind nicht nur eine kulinarische Bereicherung, ihre Blüten sind wahre Insektenmagneten. Die typischen mediterranen Kräuter wie Thymian, Salbei, Ysop oder Lavendel sind zudem Trockenkünstler und daher sehr pflegeleicht. Aber auch Schnittlauch, Koriander, Petersilie, Basilikum… verfeinern frisch geerntet jede Mahlzeit.

Beispiele: Alle Kräuter eignen sich für den Anbau in Töpfen. Da die meisten mehrjährig sind, können sie über viele Jahre hinweg kultiviert werden.

Werden Kräuter angebaut?

Info: Pflanzerden und Substrate können über viele Jahre hinweg für Kübelpflanzen verwendet werden. Mehrjährige Pflanzen verbleiben in dem Substrat, welches je nach Bedarf, jährlich mit Kompost, Komposttee und/oder organischen Düngern aufgebessert wird. Umgetopft wird erst, wenn der Wurzelraum im Topf schon zu eng geworden ist. Sind Töpfe leer geworden, kann das vorhandene Substrat gesiebt, auf die Bedürfnisse neuer Pflanzen angepasst und wiederverwertet werden. Entsprechend dem Nährstoffbedarf der Folgepflanzungen werden Kompost, organischer Dünger und/oder frisches Substrat dazu gemischt. Beispiele: Ideale Substratmischungen zum Selbermachen finden Sie unter: https://www.naturimgarten.at/files/content/files/torffreie-substrate-broschuere-3.pdf

Werden alte Substrate wiederverwendet?
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