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Gartenpraxis

Der Traum vom eigenen Apfelbaum – Beginnt mit dem ersten Schnitt!

Die Erziehung eines Obstbaumes beginnt bereits bei der Pflanzung mit dem ersten Schnitt auf die sogenannte Saftwaage. Der Pflanzschnitt dient der optimalen Einwurzelung und Fortentwicklung des jungen Obstbaumes. Schnittmaßnahmen entscheiden dabei nicht über die zukünftige Größe eines Obstbaumes, diese Eigenschaft wurde bereits vorher durch die Auswahl der sogenannten Unterlage festgelegt. Im Handel angebotene Obstbäume sind im Regelfall veredelte Pflanzen. Das bedeutet, dass zuerst besonders kräftige, gesunde und gut wurzelnde Exemplare bestimmter Obstsorten als Basis bzw. Unterlage ausgewählt werden. Auf diese Unterlage wird dann ein Trieb (Edelreiser) oder ein Edelauge  einer der Art der Unterlage entsprechenden Edelsorte aufgesetzt/gepfropft. Die Unterlage dient dabei nur dem Zweck, die Edelsorte (die im Hinblick auf Geschmack, Ertrag oder Blüte unseren Wünschen entspricht) optimal mit Nährstoffen und Wasser zu versorgen.

Beim Kauf sollte für eine Pflanzung im Herbst wurzelnackter Ware gegenüber Containerware der Vorzug gegeben werden, da diese rascher einwurzeln. Ebenso ist die Auswahl standortangepasster und krankheitsresistenter Sorten, am besten aus einer regionalen Baumschule, von großer Wichtigkeit, um künftig lange Freude an einem reich tragenden und gesunden Apfelbaum zu haben.

Durch den Pflanzschnitt wird das Verhältnis von Wurzel- zu Blattmasse ausgeglichen. Zuerst werden hierfür ein kräftiger Mitteltrieb (die Stammverlängerung) und vier günstig stehende Seitentriebe als künftige Leittriebe ausgewählt. Diese Seitentriebe sollten in einem Winkel von 45-90° vom Stamm gleichmäßig im Raum verteilt sein. Überzählige Triebe werden mit einer Bypass-Schere auf Astring entfernt. Die Seitentriebe werden auf Saftwaage – also auf gleiche Höhe - um 1/2 bis zu 2/3 gekürzt. Beim Schnitt sollten nach Möglichkeit Augen gewählt werden, die nach außen gerichtet sind. Dadurch werden die Erziehung einer breiten Krone und ein lichteres Kronenzentrum gefördert. Der Mitteltrieb wird ebenfalls, etwa eine Hand breit länger als die Seitentriebe, eingekürzt. Gekreuzte oder zu steil stehende Seitentriebe können bei Bedarf behutsam abgespreizt bzw. abgespannt werden.