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Ein Paradies in der Wiener Vorstadt

Allenfalls gemischt mit panaschierten Blattfarben, dazu vereinzelte pastell-cremefärbige Blickpunkte die letzten Blüten der Herbstastern. Der Enge des Gartens entsprechen kugelig geschnittene immergrüne Solitärgehölze, etwa Euonymus, Osmanthus, Acuba und Ilex – diese auch als Bäumchen gezogen oder kleine Hecken von Bux. Unübersehbar aus dem Rahmen fällt in diesem Zusammenhang allerdings ein kleiner Essigbaum (Rhus typhina `Tiger Eyes`), dessen Blattwerk nicht nur durch seine bizarre Form glänzt, sondern der jetzt im Herbst ein wahres Feuerwerk an Farbe liefert.  Dazwischen geschickt arrangierte Steinschlichtungen und zwei kleine Wasserflächen, die im Zusammenspiel mit der Bepflanzung dem Garten ein fernöstliches Flair und eine Qualität verleihen, die nicht mit dem Blattfall im Herbst endet, sondern bis weit in den Winter hinein wirkt – ein richtiges kleines Gartenparadies eben.

Immergrüne Pflanzen, Wasserflächen und Steine sind die 3 Säulen auf denen heute die Gestaltung des Gartens ruht. Begonnen hat alles vor rund 30 Jahren als aus dem ehemaligen Weingarten ein japanischer Garten wurde. Seit etwa 20 Jahren begann Christa mit der Pflege und Gestaltung. Sie veränderte das ursprüngliche Konzept und erweiterte es in Richtung Stauden und Blüte. Der schwere, bindige Lehmboden machte allerdings jede Neupflanzung zu einem Experiment mit ungewissem Ausgang.

Neben der pflanzlichen Komponente sind für Christa Steine ein wesentliches Gestaltungselement, sei es als Trittsteine im Rasen, als solitäre Findlinge, als kleine Mauer oder am Ufer des Biotops. Diese sind im Übrigen handverlesen und rucksackweise von Wanderungen mühsam nach Hause geschleppt worden.

Was ist Christas Antrieb, der hinter ihren Bemühungen steckt? „Der Wunsch, ein harmonisches, romantisches Bild entstehen zu lassen, das sich mit den Jahreszeiten gleichbleibend reizvoll verändert und mir damit Gelegenheit bietet, daran weiter zu arbeiten, zu verändern, dazuzulernen, sensibler umzugehen!“

Was sie an ihrem Garten besonders schätzt? „Seine ruhige Ausstrahlung und bei herbstlichem oder winterlichem Nebel sein mystischer Aspekt“ – es braucht nicht immer schreiende Farben oder spektakuläre Staudenkombinationen – ohne Zweifel diese können einen Garten verzaubern – aber auch in der Gelassenheit, der Schlichtheit und der Ruhe liegt eine Kraft, die aus einem Garten einen ganz besonderen Garten wachsen läßt – ein kleines Paradies eben und das auch mitten in einer Großstadt wie Wien.