
Heilkräuter-Schaugarten Maissau
Am Graben
3712 Maissau
Tel.: 02958/ 82271 (Gemeinde)
E-Mail: gemeinde@maissau.at
der Garten ist von Mai bis Oktober frei zugängig; die Kapazität des Gartens ist aufgrund seiner Kleinheit auf Einzelpersonen oder Kleingruppen von höchstens 10 Personen beschränkt. Führungen können unter 02958/ 82271 (Gemeinde Maissau) vereinbart werden.
Schau! Garten Kräuterschaugarten Maissau
Klein, aber fein!
Im Schutz der alten Stadtmauer von Maissau liegt ein Kräutergarten, der trotz seiner Kleinheit einen Besuch wert ist. Im Rahmen einer Privatinitiative des Vereins „Freunde naturgemäßer Lebensweise“, der sich seit ca. 30 Jahren für die Wissensvermittlung zur Heilkraft der Pflanzen engagiert, wurde er angelegt und im August 1994 eröffnet.
Viel Kräuterwissen auf gut 200 m2
Rund 180 verschiedene Kräuter gibt es zu sehen. Allesamt sauber beschriftet, laden sie zum Erkunden und Staunen ein. Zusatzinformationen zur Verwendung in der Homöopathie, Pharmazie und Volksheilkunde geben interessante Zusammenhänge preis.
Den Schwerpunkt bilden Heilkräuter; es gibt aber auch zahlreiche Duft- und Gewürzkräuter sowie einige schöne, altbewährte Bauerngartenpflanzen.
Der Kräuter-Schaugarten soll Wertschätzung für regionale Pflanzen vermitteln: Was wächst in der Umgebung und wofür kann man diese Pflanzen verwenden?
Von wenigen Ausnahmen abgesehen, finden sich im Schaugarten kaum exotische Pflanzen. „Man muss den Boden akzeptieren, wie er ist. Da wächst halt nicht alles, und das ist auch nicht nötig“, meint die Kräuterexpertin Rotraud Wiesböck, die Hauptinitiatorin des biologisch gepflegten Kräuter-Schaugartens.
Auf heimische Pflanzen achten
Fr. Wiesböck ist keine gebürtige Maissauerin – das hört man schnell. „Tatsächlich komme ich aus dem süddeutschen Raum und war eine echte Großstädterin, als es mich vor 28 Jahren nach Maissau verschlug.“ Auch mit Gärten und Kräutern hatte Fr. Wiesböck wenig zu tun, ehe sie nach einer überstandenen Krankheit an einer Kräuterwoche in Traunstein teilnahm. „Damit öffnete sich für mich ein Tor“, erzählt sie. „Ich dachte, so etwas müssen wir in Maissau auch machen.“ 1992 folgte dann eine Kräuterausbildung mit dem Schwerpunkt Heilkräuter. „Als wir den Garten anlegten, wollte ich die Urformen der Kräuter pflanzen und nicht die gezüchteten aus den Gärtnereien. Dazu habe ich viele andere Kräutergärten besucht – sogar bis Kärnten,“ erinnert sich Rotraud Wiesböck.
Knöpfe aus Nüssen?
Gegenüber des Kräutergartens wächst eine Schwarznuss. Wer sich die Arbeit des Nüsseklaubens antut, kann auch daraus etwas machen: „Wenn man die Nüsse eine Zeit lang liegen lässt, wird das Innere so hart, dass man es in Scheiben schneiden kann. Und wissen Sie, was sich daraus machen lässt? Wunderschöne, einzigartige Knöpfe!“, erzählt Rotraud Wiesböck. „Ein Ehepaar, das solche Knöpfe auf einem Kunsthandwerksmarkt sah, zeigte sich von der Idee sehr begeistert. Einige Zeit später bekam ich per Post ein Foto von der Dame im Dirndl, darauf prangten selbstgemachte Schwarznussknöpfe.“
Das kleine Team um Fr. Wiesböck kümmert sich liebevoll um den Schaugarten. Im kommenden Jahr wird sie die Hauptinitiative jedoch an eine andere Kräutexpertin, Elisabeth Steiniger, abgeben. „Ich möchte mich wieder mehr um unseren eigenen Garten kümmern, wo wir Gemüse und Kräuter für den Eigenbedarf anbauen“, erzählt Fr. Wiesböck. „Da gibt es auch genug zu tun!“ Das glauben wir ihr gerne.

