
Freilichtmuseum "Germanisches Gehöft" Elsarn
3491 Elsarn im Straßertal
Tel.: 02735/ 79310
Homepage: www.freilichtmuseum-elsarn.at

Führungen werden nur gegen Voranmeldung abgehalten
Anmeldung:
Gemeindeamt Straß
Tel.: 02735/ 2495
Fax: 02735/ 5274
E-Mail: gemeinde.strass@aon.at

Kurs Glaserzeugung
14. - 15. April 2012
Kurs Glaserzeugung
22. - 23. September 2012
Schau! Garten Germanisches Gehöft Elsarn
Einblick in die frühe bäuerliche Gartenkultur
Was ist ein Schnitter? Was macht man beim Nadelbinden?
Der Schnitter arbeitete zu früheren Zeiten am Feld, er schnitt das Stroh mit der Sichel, band daraus die Garben und stellte diese als „Manderl“ zur Nachreife auf.
Das Nadelbinden ist eine jahrtausendealte Handarbeitstechnik und viel älter als das Stricken oder Häkeln. Im Freilichtmuseum Elsarn kann diese alte Handwerkstechnik erlernt werden.
Früchte sammeln, Pflanzenfarben herstellen, Wolle filzen, Eisen schmieden – wie sah das Alltagsleben in einer germanischen Siedlung aus?
Beim Spaziergang durch ein typisches Gehöft aus der germanischen Besiedelungszeit gibt es für Besucherinnen und Besucher nicht nur ein Wohnhaus, sondern auch Schmiede, Backofenhaus, Textil- und Keramikwerkstatt zu sehen.
Außerdem werden hier viele Fragen zum Leben der Germanen anschaulich beantwortet: Was wuchs vor zweitausend Jahren auf den Feldern? Welche Gemüse und Kräuter kannte man damals?
Gartenbau vor 2000 Jahren
Während sich der Garten- und Obstbau der Römer zu dieser Zeit bereits weit entwickelt hatte, war das Nutzpflanzenspektrum der Germanen noch sehr beschränkt. Im Gehöft in Elsarn sind zahlreiche Vertreter typischer römischer Nutzpflanzen zu finden, etwa Bohnenkraut, Dille und Koriander oder auch die Färbepflanzen Waid (blau), Wau (gelb) und Krapp (rot).
Archäologische Funde ermöglichen heute präzise Rückschlüsse auf die damals üblichen Anbau- und Erntemethoden und die Ernährungsgewohnheiten. Unter anderem wissen wir, dass die Germanen zahlreiche Getreidearten kannten – Gerste, Emmer, Einkorn, Rispenhirse, Hafer, Roggen und auch Dinkel –; sie alle dienten als Quelle für Kohlenhydrate.
Die Viehzucht war aufwändig und wenig ergiebig, Fleisch und Milch also nur sehr begrenzt verfügbar. Der Eiweißbedarf wurde mit Hülsenfrüchten wie Erbse, Linse und Saubohne gedeckt, Ölpflanzen z.B. Lein lieferten die lebenswichtigen Fettsäuren.
Ergänzt wurde der Speisezettel mit verschiedenen Gemüsearten wie Melden- und Gänsefußarten, Löwenzahn, Brennnessel und Karotten sowie mit gesammelten Früchten von Brombeere, Himbeere, Elsbeere, Holunder und Hasel. Das Gelände in Elsarn umfasst einen Waldbereich, in dem man sich über die damals genutzten Wildpflanzen informieren kann.
Sorgfältiger Umgang
Auch ein Beispiel für den damaligen Ackerbau gibt es in Elsarn zu sehen: Sommer- und Wintergetreide werden auf je einem Feld angebaut, ein drittes darf sich als Brachfläche erholen. Dazwischen finden sich typische Ackerbeikräuter wie Kornblume und Hundskamille sowie alte Sorten damals bereits genutzter Obstgehölze, darunter Apfel, Birne, Speierling und Mispel.
Die Düngung mit Stallmist und der alternierende Anbau von stickstoffbindenden Hülsenfrüchten wie Linse oder Saubohne sorgten für die Zufuhr von Nährstoffe in den Boden.
Sorgfältiger Umgang mit Ressourcen und gut gepflegte Gärten und Äcker – die alten Germanen praktizierten schon damals, was wir heute unter dem Begriff „Nachhaltigkeit“ wieder schätzen lernen.

