Buchtipp zur Sendung

 

"100 Traumgärten - Neue Beispiele der schönsten Gärten in Deutschland, Österreich und der Schweiz"

Gärtner von Eden, Callwey Verlag

ISBN 978-3-7667-2015-3

Gartenkalender

 

Im Spätherbst sind die belaubten Kübelpflanzen winterfest zu machen und es ist jetzt die Hochsaison für Zyklamen.

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Garten der Leidenschaften

Sonntag, 3. November 2013 - 16:05

Herzlich willkommen bei Natur im Garten. Heute ist Karl in Oberösterreich, genauer in Micheldorf im schönen Kremstal unterwegs, auf Besuch bei Gisi Helmberger, im Garten der Leidenschaften. Der Garten ist rund 4500m² groß und eine leichte Hanglage.

Wildstrauchhecken und Hecken bzw. Spaliere von Beerenobst begrenzen ihn nicht nur nach außen hin sondern gliedern auch den Innenraum, schaffen Gartenzimmer und gewähren Durchblicke und Durchgänge. Schmale Rasenwege erschließen den Garten. Im Bereich der Terrasse fungiert auch Buchs als Raumteiler und als Einfassung der Staudenbeete. Als praktischer Bodendecker – auch in Problembereichen hat sich hier der Storchenschnabel etabliert. Besonders hübsch machen sich im herbstlichen Garten die zartrosa Blüten der Herbstanemonen (Anemone hupehensis), die sich nicht nur als pflegeleicht, sondern praktischer Weise auch als schneckenfest erwiesen haben und die sich den Garten langsam erobern. Es gibt zwei Glashäuser im Garten – eines beherbergt Gisi´s, Paradeiserpflanzen – sie baut etwa 10-12 verschiedene Sorten an und jedes Jahr werden es mehr – das andere ist mit Luster, Bücherregal und Bett möbliert und dient der Gartenchefin an kalten, regnerischen Tagen als exquisites Mittagsschläfchen- und Lesehaus. Auch Wasser gibt es im Garten, und zwar nicht nur Regenwasser wie bei Karls Besuch. Vor dem Haus liegt ein großer Schwimmteich mit Holzdeck, der über eine Leitung mit einem kleineren Teich, einem Biotop, das gleichzeitig auch als Wasserspeicher für den großen Teich fungiert, verbunden ist. Der Garten kann aber auch ersessen werden, denn nicht weniger als 19 Sitzgelegenheiten laden ein den Garten in Ruhe zu genießen, zu erleben. Aber Gisi Helmberger teilt neben der Gartenleidenschaft wohl auch noch eine ausgeprägte Sammelleidenschaft vor allem von altem ausgedientem Hausrat, der sich liebevoll arrangiert auf Simsen, Stellagen oder einfach nur im Garten findet.

 „Der Garten, das Gartln, das Gestalten ist meine Leidenschaft, eine Herausforderung an die Kreativität und das Durchhaltevermögen“ erzählt Gisi Helmberger, „aber eben eine Leidenschaft, die mitunter auch Leiden schafft! Denn manches Mal stellt sich die Frage: Wer beherrscht hier wen? Ich den Garten oder umgekehrt?“ Wie sie ihren Garten beschreiben, welche Attribute sie ihm zuschreiben würde will Karl wissen: „Nun es ist ein Naturgarten, ein Landhausgarten, er ist wild und artenreich; Giersch und Brennnessel-Eck, die brauche ich für Jauchen und sie sind wichtig für viele Tiere, gehören genauso dazu, denn in meinem Garten gibt es kein Unkraut sondern nur Beikräuter, Wildkräuter und Spontanvegetation!“ erklärt Gisi.

Begonnen mit dem Gartln hat Gisi schon von Kindesbeinen an. Als Bauerntochter ist sie in und mit der Natur aufgewachsen und hat schon früh ihrer Mutter im Garten geholfen. Ihren eigenen Garten hat sie sich Schritt für Schritt im Laufe von 20 Jahren stückweise erobert. Am Anfang war kein Plan dabei, was zur Folge hatte, dass Fehler passierten und manche Bereiche umgebaut werden mussten. Daher wurden fortan neue Gartenteile zuerst geplant und dann gebaut….  Den Garten zu planen, zu gestalten bezeichnet Gisi gerne als ein Lebenswerk, denn fertig wird ja bekanntlich ein Garten nie, er verändert sich ständig. Hin und wieder auch so wie man es nicht erwartet hat, so wurde oftmals zu dicht gepflanzt und nun gilt es auszulichten, damit einem der Garten nicht über den Kopf wächst und Sichtachsen verschwinden.

Geteilte Freude ist bekanntlich doppelte Freude und daher ist es für Gisi wichtig ihre Leidenschaft mit anderen Menschen teilen zu können, die sie durch, mit oder wegen ihres Gartens kennenlernen durfte, was sonst wohl kaum passiert wäre. Und ohne ihren Garten wäre wohl auch kaum ein ebenso gartenleidenschaftsbegeisterter Karl auf Besuch vorbeigekommen, was wirklich schade gewesen wäre, denn es ist ein wirklich toller Garten!