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Nachlese 03. 05. 2009
 
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      „Frisches Grün aus dem Gewächshaus“
Mit Hector Endl
 
 

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Heute ist Karl Ploberger zu Gast in Purkersdorf bei Hector Endl. Dieser betreibt am Rande Wiens einen etwa 1600 m² großen Garten nach den Prinzipien der Permakultur. Als ein Beispiel für urbane Landnutzung mit Selbstversorgung lautet das Motto dieses Gartens: „Artenvielfalt schafft Stabilität“. Dementsprechend bunt und vielfältig ist auch die Gestaltung und Bepflanzung der Anlage. Wie ein Herzstück im Mittelpunkt des Gartens steht und liegt der Komposthaufen als Symbol für Wiederverwertung und Kreislaufwirtschaft. Überall auf dem Grundstück - im Garten, beim Niedrigenergiehaus mit Wintergarten, im Folientunnel - ist die kreative Handschrift des Gestalters und gelebte Ökologie spürbar.
Karl legt sein Hauptaugenmerk heute aber auf das selbstgebaute Foliengewächshaus. Gewächshäuser sind Sonnenfallen, die eine Saisonverlängerung sowohl nach hinten wie auch vorne erlauben. Diese sehr intensiven und produktiven Flächen, bieten Witterungsschutz und halten auch manche Schädlinge – wie Schnecken fern. Sie sind eine Welt für sich, ein Ökosystem im Kleinen. Dieses ist etwa 60 m² groß und ermöglicht fast das ganze Jahr über die Ernte von frischem Salat, Kräutern und Gemüse. Für die Folie hat sich Hector Endl wegen des günstigen Preises sowie der technischen Qualitäten entschieden. So haben moderne Folien eine Lichtdurchlässigkeit von 95 – 98 %. Das Gewächshaus wurde in den als Wärmespeicher dienenden Hang gebaut. Es ist auch ohne zusätzliche Heizung bis auf etwa zwei Wochen im Jahr frostfrei. Wesentlich ist jedoch auch hier eine ausreichend dimensionierte Lüftung. Denn an sonnigen Tagen können bereits Ende Jänner oder Anfang Februar Temperaturen erreicht werden, die eine Lüftung notwendig machen.

Momentan haben bei Hector verschiedenste Blattsalate Saison: Vogerlsalat, Winterendivie, Pak Choi oder Winterportulak wachsen üppig und werden vom Hausherrn mit einer Grasschere in großem Stil geerntet. Frischer selbstgezogener Salat enthält nicht nur jede Menge Vitalstoffe, sondern ist auch eine Frage des Geschmackes, wie Hector mit wissendem Lächeln hinzufügt.
Neben Salat lassen sich aber auch Petersilie oder die letzten Exemplare der Pastinaken ernten. Dieses vor der Kartoffel weit verbreitete wichtige Wurzelgemüse, erlebt in den letzten Jahren aufgrund seines Geschmackes wieder eine Renaissance.
In einer Ecke des Gewächshauses pflanzen Karl und Hector Gurken. Gurken sind Starkzehrer und benötigen viele Nährstoffe. Daher hat Hector ordentlich mit Kompost gedüngt. Da mit dem Kompost auch Bei- oder Unkrautsamen eingebracht werden düngt Hector nur jedes dritte Jahr, dann aber gleich etwa 7 cm stark. Gurken sind wie auch die Petersilie nicht selbstverträglich, d.h. sie sollten nicht zwei Jahre hintereinander an der gleichen Stelle angebaut werden, was besonders in engen Gewächshäusern zu Problemen führen kann. Hier hat Karl einen besonderen Tipp mitgebracht: er verwendet veredelte Gurken. Hier wurde die Gurke auf einen robusten, widerstandsfähigen Feigenblattkürbis veredelt, wodurch ein Beetwechsel nicht unbedingt notwendig wird.

Doch der Folientunnel hat bei Hector noch ein paar kleinere Geschwister. So eine Kombination aus Früh-Hoch- und Mistbeet, die aus Recyclingmaterial gebaut wurde. Sie wurde im Oktober gefüllt und bepflanzt, dann nur einmal ordentlich angegossen und mit Folie abgedeckt. Nun quillt das Beet förmlich über.
Noch eine Größenordnung kleiner, dafür aber leicht versetzbar, ist ein altes ausgedientes Aquarium, welches als mobiles Gewächshaus verwendet wird.
Das Flaschengewächshaus ist das Kleinste. Eine abgeschnittene Plastikflasche bietet nicht nur vor Spätfrösten sondern auch vor Schnecken ausgezeichneten Schutz. 

Buchtipp zur heutigen Sendung:
„Das Kleingewächshaus“ Ulmer Verlag; ISBN 0003800142902 

Gartenpraxis auf der GARTEN TULLN
Im ORF Garten auf der Garten Tulln bepflanzt Karl heute mit der Gartenexpertin Fiona Kiss ein Hochbeet. Dieses wurde bereits im Herbst des Vorjahres gebaut und befüllt. Zu unterst wurde zum Schutz vor Wühlmäusen ein feinmaschiges Gitter eingebracht und die Seitenwände wurden um ein Herausrieseln der Erde zu verhindern mit einem Vlies ausgekleidet. Danach wurde aufgefüllt: Zuerst mit groben Material wie Hackgut, Grassoden und Grasschnitt sowie groben Kompost. Darüber kam Gartenerde und als Abschluss feiner Kompost. Im Herbst wurde als Gründüngung noch Spinat eingesät, der nun aber bereits abgeerntet ist.
Heute wird das Beet mit Starkzehrern bepflanzt. In die Mitte kommen Tomaten, die nicht nur viele Nährstoffe brauchen, sondern in der Folge auch sehr hoch werden und viel Platz benötigen. Daher wird hinter ihnen Gemüse gepflanzt das nach und nach geerntet werden kann wie etwa Kohlrabi. Da nicht alle Gemüsearten miteinander harmonieren sollte man bei der Auswahl vorsichtig sein und die richtige Kombination mit der Pflanzscheibe kontrollieren.
Auch Dille ist in unserm Fall gut geeignet: sie passt zu Tomaten und ist rasch zu ernten. Sonnseitig vor die Tomaten pflanzen Karl und Fiona Lauch. Auch er benötigt reichlich Nährstoffe, steht aber länger im Beet und braucht daher mehr Licht. Um schöne bleiche Schäfte zu erlangen wird der Lauch oder Porree in einem Graben gesetzt und laufend angehäufelt. Am seitlichen Rand des Beetes finden Schnittlauch und ein spezieller Liebling Fionas, der Schildampfer, Platz. Den vorderen, sonnigen Abschluss des Hochbeetes bilden Petersilie und Zucchini. Letzterer wird sich stark ausbreiten, kann aber auch über eine Beeteinfassung geleitet werden und außen hinunter hängen. Bei Zucchini sollten immer zwei Pflanzen gesetzt werden, um die Befruchtung sicherzustellen. Außerdem sollte man auch den Mut aufbringen, um erste Früchte zu entfernen. Dann können die Pflanzen, die meist noch zu schwach sind um diese ausreichend zu ernähren, selbts Kraft tanken.
Zum Abschluss wird kräftig eingegossen und mit frischem Grasschnitt tüchtig gemulcht. Beim Gießen muss man unbedingt darauf achten das die Tomaten nicht nass werden, um der Krautfäule vorzubeugen.
Die richtige Zeit das Beet zu bepflanzen liegt nach den Eisheiligen um den 15. Mai, da Tomaten und Zucchini sehr kälteempfindlich sind.


Uschi gräbt um
Eine Weide ist Uschi´s heutiger Pflanzengast. Weiden kommen bei uns in zahlreichen Arten an den unterschiedlichsten Standorten von der Flussau bis ins Hochgebirge vor. Bekannt sind Silber-, Purpur- oder Bruchweiden. Ihre Blüten im zeitigen Frühjahr sind eine der ersten Nahrungsquellen für Bienen und andere Insekten.
Ihre Vermehrung ist einfach: Aus dem kleinsten, in die Erde gesteckten Zweig wird wieder ein ganzer Baum oder Strauch. Diese Eigenschaft macht man sich zum Beispiel bei einem Weidenzaun oder einem Weidentippi zunutze.
Die Weide ist aber auch eine altbekannte Heilpflanze. Ihre Rinde enthält Salicin, das im Körper zu Salicylsäure umgewandelt wird und eine schmerzstillende, entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkung hat.
In der Naturheilkunde fand die Weide bei vielen Völkern schon vor einigen tausend Jahren Verwendung. Als es noch keine Schmerztabletten gab, wurde Weidenrindentee getrunken, wenn die Menschen Fieber oder Schmerzen hatten.
Uschi sammelt die Rinde von jungen Zweigen und das so früh wie möglich, denn je bitterer die Rinde ist, desto heilkräftiger ist sie. Aus der klein geschnittenen Rinde – die auch in der Apotheke erhältlich ist - bereitet sie einen Tee zur äußerlichen und inneren Anwendung zu. Er muss übrigens gute 15 Minuten lang ziehen.
Bei Gliederschmerzen aber auch bei Rheuma und Arthritis tut ein Bad mit Weidenrinde gut. Dazu wird entweder fertiger Tee aus Weidenrinde, ins Badewasser gegeben oder man verwendet ein Badesäckchen.
Dazu packt man eine gute Hand voll Weidenrinde in feines Leinen. Zur Unterstützung der Wirkung kann man auch noch Kamillenblüten beimengen.
Der Stoff wird zugebunden und unter das fließende heiße Wasser gehängt. Beim Baden kann der Beutel auch im Wasser schwimmen. Das Bad sollte möglichst heiß sei und nicht länger als 8 Minuten dauern. Verwenden Sie kein Waschmittel und lassen Sie nach dem Bad die feuchte Haut, eingewickelt in Bademantel oder Badetücher noch 15 Minuten ausruhen.
Wichtig: Weidenrinde sollte nicht während Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter 12 Jahren angewendet werden. Allergiker oder Asthmatiker müssen ganz darauf verzichten.
Übrigens: Auch Untertauchen ist erlaubt, denn wer sich über vergilbte graue Haare ärgert, bekommt mit einer Spülung aus Weidenrinde einen schönen Grauton zurück. 

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