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Nachlese 05.09.2010
 
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„Bunte Farbenpracht mit Färberpflanzen“
mit Elisabeth Steiner

 

 


Karl Ploberger und Elisabeth Steiner

Gastgarten_Haus

Gastgarten Blick Färberpflanzengarten

Gastgarten_Färber-Resede

Gastgarten_Färberkamille

Gastgarten_Indigostrauch

Gastgarten_Tomaten

Gastgarten_Gemüsegarten

Gastgarten_gefärbte Wolle

Ploberger und Hambrusch Kletterpflanzen

Gartenkalender Karl

Gartenkalender_Grünlilie

Gartenkalender_Flammendes Kätchen

Uschi Paprika

Paprika Rote Hexenhüte

 

Gewinnfrage zur heutigen Sendung: 
Welche Farbe hat das Öl des Johanniskrauts?
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Karl Ploberger trifft die Gastgeberin Elisabeth Steiner in ihrem Vorgarten. Dieser zeigt neben den Färberpflanzen eine andere Leidenschaft der Bäuerin: das Sammeln von Steinen. Von überallher werden sie zusammengetragen – auch ihr Mann bringt sie von seinen Bergtouren mit. Daraus werden dann kunstvolle Beeteinfassungen für den ganzen Garten gestaltet. 

Die wahre Leidenschaft von Elisabeth Steiner sind jedoch die Färberpflanzen: über viele Jahre hinweg hat sie sich durch Ausprobieren ihr Wissen darüber angeeignet. Die Idee, sich näher damit zu beschäftigen kam durch die Schafhaltung und die dadurch anfallende Wolle: außer den Naturfarben sollten bunte Farben Einzug halten und die Wolle einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden. 

Im Vorgarten sind auch schon einige farbgebende Pflanzen zu finden, wie etwa der Farn: je nach verwendeter Menge färbt er die Wolle von beige bis kamelhaarrosa! 

Die Färber-Resede (Reseda luteola) färbt als wertvolle Färberpflanze ein warmes Honiggelb. Nicht zu verwechseln ist sie mit der Duft-Resede, die vom Wuchs her kleiner ist. Bei der Färberkamille (Anthemis tinctoria) werden die Blütenköpfe verwendet, die als Farbton ein zartes Gelb ergeben. Beim Indigostrauch (Indigofera tinctoria) wird die Rinde verwendet, die die Wolle blau färbt – er zeigt gerade seine wunderschönen kräftig rosaroten Blüten. 

Unter den Färberpflanzen sind auch solche, die auf den ersten Blick nicht als solche erkennbar oder bekannt sind: der Frauenmantel etwa. Dieser ergibt beim Färben verschiedene Gelbtöne. 

Fast jede Pflanze, die für das Färben verwendet werden kann, ist laut Elisabeth Steiner auch im medizinischen Bereich einsetzbar. Hier bestätigen Ausnahmen die Regel. Grundsätzlich sind ihrer Meinung nach jedoch die Pflanzen, die beim Färben beige, braun oder gold ergeben im medizinischen Bereich für die Organe Galle, Leber, Verdauung oder Darm zuständig!
 
Das Johanniskraut hat der Bäuerin einen kleinen Streich gespielt: das Öl des Johanniskrautes ist rot – deshalb schloss Elisabeth Steiner daraus, dass ein Sud aus den Pflanzenteilen die Wolle auch rot färben würde. Dem war aber nicht so! Nach dem Färben ergab sich ein wunderschönes Gelb-Grün. Aus dieser ersten gefärbten Wolle stellte sie für ihren Mann einen Jägerrock her, den er auch heute noch gerne trägt. 

Sogar die Tomaten können zum Färben genutzt werden. Wenn die prächtigen Stöcke abgeerntet sind, werden die oberirdischen Teile abgeschnitten, in Wasser gekocht und ergeben dann ein leuchtendes Neongelb! Was für eine Überraschung! Doch auch im Gemüsegarten gibt es Alltägliches, das im Färbertopf wertvolle Verwendung findet: die Zwiebel etwa. Sie ergibt Farbtöne zwischen honigfarben und zitronengelb. Das Laub der Karotte wird ebenfalls zum Farbstoff, wohingegen sich die Roten Rüben nicht für das Färben von Stoff oder Wolle eignen: sie sind nicht lichtecht. Besser kann man diese zum Färben der Ostereier verwenden. 

Der wunderbare Korb mit den verschiedensten Wollfarben zeigt: mit den Farben der Natur ist beinahe alles möglich. Ob flaschen-, moos- oder lindgrün, ob violett oder gelb: die Naturfarben lassen fast keine Wünsche offen! 
 
   
Buchtipp zur heutigen Sendung: 
„Färberpflanzen“ von Eberhard Prinz, erschienen 2009 in der Schweizerbart´schen Verlagsbuchhandlung, ISBN: 3-510-65258-4


Plobergers Garten 
In Plobergers Garten geht es heute hoch hinaus: die dritte Dimension im Garten wird mit Hilfe der Kletterpflanzen erobert! Karl Ploberger und Julia Hambrusch zeigen eine interessante Auswahl der unterschiedlichsten Kletterpflanze, wobei es die unterschiedlichsten Formen und Arten des Kletterns gibt. Angefangen bei den einjährigen Kletterpflanzen wie Prunkwinde oder Schwarzäugiger Susanne, die schon in einer Saison beachtlich wachsen.

Zur Gruppe der Selbstklimmer gehört etwa die Kletterhortensie: ein Liebling von Julia Hambrusch. Die weißen Blütenschirme hellen schattige Bereiche auf und verzaubern im Herbst mit einer wunderschönen gelben Herbstfärbung. Den Wilden Wein gibt es in dreilappiger oder fünflappiger Form. Beide gehören zu den anspruchslosen Kletterpflanzen und färben sich im Herbst leuchtend rot. Weiter geht es mit den Blattstielrankern, wie etwa der Clematis. Mit ihren umgeformten Blättern hält sie sich fest und bildet gemeinsam mit den Rosen ein wunderbares Ensemble. Zu dieser Gruppe gehört auch der Wein mit seinen korkenzieherartigen Halteorganen. Bei den Schlingern zeichnet sich die Kiwi durch starken Wuchs und zusätzlich Fruchtbildung aus. Neben männlichen und weiblichen Pflanzen gibt es auch selbstfruchtbare Sorten, von denen man dann nur ein Exemplar pflanzen muss. Der Blauregen ist ein wohlbekannter Liebling im Garten, der mit seinen duftenden großen Blütentrauben seinesgleichen sucht. Beim Geißblatt gibt es sommergrüne und immergrüne Arten, wobei darauf zu achten ist, dass das Immergrüne Geißblatt einen im Winter eher windgeschützten Standort bevorzugt. Die Kletterrosen gehören zur Gruppe der Spreizklimmer, die sich mit abstehenden Seitentrieben oder Stacheln bei Rankhilfen einhaken: sie sind dankbar für möglichst viele waagrecht ausgerichtete Holzlatten oder Drahtseile, an denen sie zusätzlich leicht befestigt werden sollten. Man sieht: die Palette an attraktiven Kletterpflanzen ist enorm vielfältig – da fällt die Auswahl wirklich schwer! 
 

Gartenkalender – Was ist jetzt zu tun?
Früher fand man sie auf allen Blumenfenstern. Im Wirtshaus stand sie auf der Fensterbank und auch in vielen Büros fristeten sie im wahrsten Sinne des Wortes ihr Dasein: die Sansevieria – auch Bogenhanf genannt.

So alltäglich diese Pflanze früher war, so still und heimlich verschwand sie. Und das obwohl sie absolut robust ist: Weder trockene Luft noch wochenlanges Nichtgießen kann dieser Pflanze zusetzen. Einzig ein zuviel an Wasser macht ihr den Garaus.

Aber alles kommt offenbar wieder: diese Zimmerpflanze erlebt nun eine echte Renaissance: Freilich nicht nur in den damals üblichen Sorten mit den grün/gelben Blättern, sondern in den unterschiedlichen Formen und Farben. Zum Teil sogar mit geflochtenen zylindrischen Blättern oder in gestreifter Form.

Mit ein Grund für die Wiederkehr könnte die Tatsache sein, dass diese Pflanze ein Schadstoffkiller im Zimmer ist. Versuche haben gezeigt, dass der Bogenhanf Luftbelastungen durch Benzol oder Trichlorethylen reduziert.

Besonders pflegeleicht sind auch die Kalanchoen. Das flammende Käthchen ist ein bekannter Vertreter dieser Pflanzengattung. Die Kalanchoen haben viele Gesichter: es gibt Arten mit gemusterten oder samtig beharrten Blätter - in weiß, rosa, rot, orange oder gelb und sogar mit gefüllten Blüten. Sie alle lieben sonnige, helle Fensterbänke und freuen sich über regelmäßige, aber nicht zu üppige Wassergaben. Sie vertragen es aber auch einmal „vergessen zu werden“. 

 
Nachgefragt – Karl beantwortet Zuseherfragen 
Im Herbst kann man schon an die Ernte im kommenden Jahr denken. Für Spinat oder Vogerlsalat ist jetzt die optimale Zeit der Aussaat. Jetzt gesät – optimal eignet sich etwa ein Frühbeet – kann man im Spätwinter ernten.


Uschi gräbt um
 
Als Christoph Kolumbus die angebliche Westroute nach Indien antrat, erreichte er zwar nicht sein Ziel, brachte jedoch eine „Pfefferpflanze“ nach Spanien. Beim vermeintlichen Pfeffer handelte es sich allerdings um eine scharfe Beere – den Paprika. Er wird in Südamerika seit 9000 Jahren gepflanzt und sowohl als Nahrungsmittel als auch als Heilpflanze sehr geschätzt. Die gesamte Gattung Paprika (Capsicum) – dazu gehören auch Chili, Peperoni oder Pfefferoni – gehört zu den Nachtschattengewächsen. Schärfe, Größe und Farbe kennzeichnen die einzelnen Sorten.

Als jemand der so nah an der ungarischen Grenze lebt wie Uschi, kennt sie sich mit Paprika ganz gut aus. Das Wort “Paprika“ wurde übrigens vor 200 Jahren von den Ungarn übernommen, es bedeutet soviel wie „die, die scharf ist“. Für die Schärfe ist der Stoff Capsaicin verantwortlich. Dieser Wirkstoff ist eine Art Jungbrunnen, denn er beugt Arteriosklerose vor, sorgt für eine gute Durchblutung und lindert Migräneanfälle. Paprika wirkt außerdem entzündungshemmend. Ganz nebenbei hat er einen extrem hohen Gehalt an Vitamin C und ist reich an Zink; d.h das Bindegewebe wird gekräftig und die Hormonproduktion angekurbelt.

Uschi hat ihre Gemüsepaprika mit viel Geduld vor den Schnecken gerettet und serviert sie ihren Gästen als „rote Hexenhüte“. Dazu muss man zuerst rote Spitzpaprika waschen und aushöhlen. Dann mischt man eine süß-scharfen Sauce aus 1 EL Honig, 1 EL Olivenöl und einer Messerspitze Chilipulver und bestreicht damit die Innenseite. Nun muss man die Fülle vorbereiten: dazu mischt man warmes Couscous mit der gleichen Menge zerbröseltem Schafkäse, würzt mit Pfeffer und 1 EL gehacktem Thymian und dann stopft man die Masse in die Paprika. Die gefüllten Paprikaschoten werden außen mit der süß-scharfen Sauce bestrichen und etwa 40 Minuten bei 180 Grad gegart. Anschließend steckt man die Paprika mit einigen Zahnstochern auf kurz angebratene Melanzani- oder Zuchinischeiben und serviert die Hexenhüte mit Thymian- und Rosmarinzweigen als Deko!

Zutaten:

3-5 Rote Spitzpaprika
eine kleine Schale Schafkäse
eine kleine Schale Couscous
Thymian- & Rosmarinzweige
Pfeffer, Salz
Honig, Chilipulver
Olivenöl
Auberginen oder Zucchini in Scheiben

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